US-Präsident Donald Trump hat die Waffenruhe mit dem Iran einseitig für verlängert erklärt. Auf Bitten Pakistans werde er von Angriffen absehen, bis die Führung im Iran einen „geeinten Vorschlag“ zur Beilegung des Krieges unterbreite. Die US-Seeblockade iranischer Häfen werde fortgesetzt.

Unklar bleibt, ob sich der Iran an die von Trump verkündete Feuerpause gebunden fühlt. Gleiches gilt für Israel.

Ob und wann in Islamabad die nächsten Verhandlungen stattfinden, ist offen. Beide Seiten haben eine lange Liste von Forderungen, darunter zur Straße von Hormus, dem iranische Atomprogramm, Sanktionen, Kriegsreparationen, ballistischen Raketen und den regionalen Beziehungen des Iran.

 

Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten:

 

Libanon will Waffenruhe mit Israel verlängern

Der Libanon will bei den bevorstehenden Verhandlungen mit Israel auf eine Fortsetzung der geltenden Waffenruhe dringen. Beirut werde bei den Gesprächen am Donnerstag in Washington eine Verlängerung der Feuerpause um einen Monat fordern, sagte ein libanesischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP.

Am vergangenen Freitag war eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft getreten, die am Sonntag endet. Der libanesische Regierungsvertreter erklärte, Beirut werde in Washington neben einer einmonatigen Verlängerung der Waffenruhe zudem ihre „strikte Einhaltung“ verlangen sowie „den Stopp von Sprengungen und Zerstörungen in den Gebieten, in denen Israel präsent ist“.

Libanons Präsident Joseph Aoun erklärte, es gebe Kontakte, um die Waffenruhe zu verlängern. Sein Land strebt demnach „eine vollständige Einstellung der israelischen Angriffe und den Rückzug Israels aus libanesischem Gebiet“ an.

Die israelische Regierung will nach eigenen Angaben Gespräche über eine Entwaffnung der vom Iran finanzierten Hisbollah-Miliz und über friedliche Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern erreichen. Im Vorfeld der neuen Gespräche rief Israel die libanesische Regierung zur Zusammenarbeit beim Vorgehen gegen die Hisbollah auf.

Israels Außenminister Gideon Saar erklärte, Israel habe keine „ernsthaften Meinungsverschiedenheiten“ mit dem Libanon. „Leider ist der Libanon ein gescheiterter Staat, ein Staat, der de facto unter iranischer Besatzung durch die Hisbollah steht“, erklärte Saar. Das größte Hindernis für Frieden und Normalisierung zwischen den beiden Ländern sei die Hisbollah.

Die Feuerpause im Libanon war eine der Bedingungen des Iran für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den USA im Iran-Krieg. Dennoch greifen die Hisbollah und Israel einander immer wieder an.

Medien: Trump sieht Gespräche zwischen den USA und dem Iran in den nächsten drei Tagen als möglich

US-Präsident Donald Trump hält einem Medienbericht zufolge eine zweite Gesprächsrunde zwischen den USA und dem Iran in den kommenden drei Tagen für möglich. „Es ist möglich“, teilte Trump der „New York Post“ in einer Textnachricht mit. Er antwortete dabei den Angaben zufolge auf die Frage, ob Gespräche in den nächsten „36 bis 72 Stunden in Islamabad“ – also bis Freitag – erwartet würden.

Die „New York Post“ berief sich in ihrem Bericht auf das pakistanische Onlinenachrichtenportal News Post, das von einem dreitägigen Zeitrahmen für weitere Gespräche berichtet hatte. Eine Quelle oder Details wurden in dem pakistanischen Medienbericht jedoch nicht genannt.

NATO-Chef Rutte verspricht Türkei Unterstützung nach iranischen Raketenangriffen

Nach iranischen Raketenangriffen auf die Türkei hat NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Ankara versichert, dass das Militärbündnis stets „das Notwendige“ unternehmen werde, um die Türkei und die anderen Mitgliedstaaten zu verteidigen.

Die NATO habe in den vergangenen Wochen vier Mal „erfolgreich Raketen abgefangen, die aus dem Iran in Richtung der Türkei unterwegs“ gewesen seien, sagte Rutte in der türkischen Hauptstadt.

„Die NATO ist für solche Bedrohungen vorbereitet und wird immer tun, was notwendig ist, um die Türkei und alle anderen zu verteidigen“, sagte Rutte weiter. Nach dem Eindringen iranischer Raketen in den türkischen Luftraum hatte das Verteidigungsbündnis die NATO-Luftwaffenbasis in Incirlik mit einem zusätzlichen dritten Patriot-Flugwehrsystem verstärkt.

„Der Iran verbreitet Terror und Chaos und das merkt man deutlich hier in der Türkei“, sagte Rutte vor Journalisten bei einem Besuch des größten elektronischen Rüstungsunternehmens des Landes, Aselsan.

Ruttes Besuch in der Türkei fand im Vorfeld des NATO-Gipfels in Ankara im Juli statt.

Iran beschlagnahmt zwei Schiffe

In der Straße von Hormus haben die iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben zwei Schiffe beschlagnahmt. Die beiden Schiffe hätten versucht, die Meerenge zu passieren und seien an die iranische Küste gelotst worden, teilten die Revolutionsgarden am Mittwoch in einer Erklärung mit.

Demnach handelt es sich bei dem einen Schiff um die aus Israel stammende „MSC Francesca“, bei dem anderen um ein Schiff namens „Epaminondas“, das „Navigationssysteme manipuliert und die Sicherheit im Seeverkehr gefährdet“ habe.

Ein weiteres Frachtschiff, das aus einem iranischen Hafen ausgelaufen war, wurde ebenfalls beschossen. Durch wen dabei geschossen wurde, war zunächst nicht bekannt. Vanguard Tech zufolge handelt es sich um den Frachter „Euphoria“, der unter der Flagge Panamas fährt und die Straße von Hormus verlassen wollte.

Die Revolutionsgarden warnten davor, gegen die vom Iran verhängten Regeln in der Straße von Hormus zu verstoßen sowie vor „Aktivitäten, die gegen eine sichere Passage“ der Meerenge gerichtet seien. Laut Teheran müssen Schiffe, die die Straße von Hormus passieren wollen, zuvor eine Genehmigung einholen.

Internet-Blockade im Iran dauert seit Ende Februar ununterbrochen an

Die Menschen im Iran sind nun den 54. Tag vom Internet getrennt, die Blockade für die Öffentlichkeit dauert an. Viele Unternehmen und Händler, die auf Webverbindungen angewiesen sind, haben dadurch Schwierigkeiten.

Multinationale Mission zum Schutz des Schiffsverkehrs wird beraten

In London kommen nun Marineexperten aus über 30 Ländern zusammen. Beraten wird über eine multinationale Mission zum Schutz des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus.

Bei dem Treffen unter Leitung Frankreichs und Großbritanniens sollen „detaillierte Pläne“ zur Öffnung der strategisch wichtigen Meerenge erstellt werden, erklärte das britische Verteidigungsministerium.

Die Aufgabe sei, „den diplomatischen Konsens in einen gemeinsamen Plan zum Schutz der Schifffahrt umzumünzen“, erklärte der britische Verteidigungsminister John Healey. Er sei zuversichtlich, dass bei dem Treffen „tatsächliche Fortschritte“ erzielt werden könnten.

Die zweitägige Konferenz findet in der Kommandozentrale des Vereinigten Königreichs für die Überwachung und Leitung gemeinsamer Militäreinsätze in London statt.

Treffen Libanon – Israel

Die Gespräche zwischen dem Libanon und Israel gehen derweil in den USA weiter. Die Hisbollah ist weiterhin gegen diese Treffen. Es gab vereinzelt neue Angriffen auf Israel.

Containerschiff vor dem Oman von iranischem Angriff getroffen

Ein Containerschiff ist vor der Küste des Omans britischen Behördenangaben zufolge von einem iranischen Schnellboot angegriffen worden.

„Das Schiff wurde ohne vorherige Funkwarnung von einem Kanonenboot der Streitkräfte der iranischen Revolutionsgarden“ beschossen“, erklärte die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO). Das Schiff habe „schwere Schäden“ erlitten, die Besatzung sei jedoch „unversehrt“.

Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der UKMTO rund 15 Seemeilen nordöstlich der omanischen Küste.

Nach Angaben der Sicherheitsfirma Vanguard Tech handelt es sich um ein unter liberianischer Flagge fahrendes Schiff, „dem die Durchfahrt durch die Straße von Hormus genehmigt worden war“.

Die iranische Nachrichtenagentur „Tasnim“ berichtete, das Schiff habe „Warnungen der iranischen Streitkräfte ignoriert“.

Kein Aufatmen am Ölmarkt

An den Ölmärkten zeichnet sich nach Trumps Ankündigung und Irans erster Reaktion darauf keine echte Entspannung ab. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete vor Trumps Ankündigung erstmals seit gut einer Woche wieder über hundert Dollar. Anschließend gab der Preis etwas nach und lag zuletzt bei 99 Dollar.

Im Vergleich zum Vortag entspricht das einem Plus von knapp vier Prozent. Der Anstieg bei der US-Sorte WTI fiel weniger stark aus.

Reise nach Pakistan abgesagt

Die Reise von US-Vizepräsident JD Vance zu Gesprächen in Pakistan wurde nach Angaben aus dem Weißen Haus vorerst abgesagt. „Die Reise nach Pakistan wird heute nicht stattfinden“, erklärte ein Vertreter des Weißen Hauses.

Nahost-Experte spricht von „fragilem Patt“

Der Nahost-Experte Thomas Juneau von der University of Ottawa beschrieb die Lage auf X als „fragiles Patt“. Beide Seiten erwarteten, dass die andere Seite zuerst nachgibt.

Vorerst bevorzugten beide, die Kämpfe nicht wieder aufzunehmen. „Jede Seite wähnt sich im Vorteil“, schrieb er.

Der Iran glaube, dass Trump eine „deutlich niedrigere Schmerzschwelle“ habe und angesichts wachsender Unzufriedenheit in seinem eigenen Land und der bevorstehenden Zwischenwahlen zögern werde, den Krieg wieder aufzunehmen, hieß es.

Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif dankte Trump auf X, Islamabads Ersuchen nach einer Verlängerung der Waffenruhe nachgekommen zu sein, „um die laufenden diplomatischen Bemühungen fortsetzen zu können.“

Am 20. April 2026 in Islamabad. Auf der Plakatwand ist auch Pakistans Premier Shehbaz Sharif (m) sowie der Armeechef und Feldmarschall Syed Asim Munir (l) zu sehen.

Foto: Asif Hassan/AFP via Getty Images

Militärs planen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus

Für einen möglichen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus nach einem Ende der Kampfhandlungen treffen sich unterdessen heute Militärs aus 30 Ländern im britischen Militärhauptquartier Northwood in London.

Das von Großbritannien und Frankreich ausgerichtete zweitägige Planungstreffen folgt auf eine internationale Konferenz in Paris in der vergangenen Woche.

London und Paris wollen einen neutralen Marineeinsatz organisieren, der sich klar von den Kriegsparteien abgrenzt, um Handelsschiffe zu begleiten und zu sichern. Auch Deutschland erwägt einen Beitrag zur Minenräumung und Seeaufklärung.

Teheran: Trumps Ankündigung bedeutet nichts

Teheran habe keine Verlängerung der Waffenruhe erbeten, berichtete die iranische Nachrichtenagentur „Tasnim“. Eine offizielle Position des Iran werde zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben, hieß es.

Ein Berater des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf wies derweil Trumps Ankündigung auf der Plattform X als bedeutungslos zurück.

Die „Verliererseite kann die Bedingungen nicht diktieren“, schrieb Mahdi Mohammadi. Die Fortsetzung der US-Seeblockade sei mit Bombardierungen gleichzusetzen und müsse militärisch beantwortet werden.

Der Iran werde die für den globalen Ölmarkt wichtige Straße von Hormus nicht freigeben, solange die US-Blockade andauere, meldete die Nachrichtenagentur „Tasnim“. Notfalls werde sie mit Gewalt durchbrochen, schrieb das Sprachrohr der mächtigen Revolutionsgarden.

Der Berater des Parlamentspräsidenten Ghalibaf argwöhnt, dass Trumps Verlängerung der Waffenruhe eine List sei, „Zeit für einen Überraschungsangriff zu gewinnen“. Es sei an der Zeit, dass Teheran die Initiative ergreife, schrieb Mohammadi auf X weiter.

Ein Sprecher des iranischen Militärs schrieb auf der Plattform, man bleibe in „höchster Alarmbereitschaft“ und sei bereit, auf Bedrohungen oder Taten der Gegner „schnell und entschieden zu reagieren“.

Ein Kommandeur der Revolutionsgarden nannte laut der Agentur „Fars“ Ölfelder und Raffinerien in benachbarten Golfstaaten als potenzielle Ziele, falls diese den USA und Israel weiterhin erlauben würden, „ihr Territorium zu nutzen“. Das US-Regionalkommando Centcom schrieb auf X, man bleibe einsatzbereit.

Trump: Waffenruhe mit dem Iran wird verlängert

US-Präsident Donald Trump verlängert die Waffenruhe mit dem Iran nach eigenen Angaben. Er werde die Feuerpause so lange verlängern, bis der Iran einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts vorlege, erklärte Trump kurz vor Ablauf des zweiwöchigen Waffenruheabkommens auf seiner Onlineplattform Truth Social.

Trump schrieb, dass Pakistan ihn um eine Verlängerung gebeten habe. Pakistan vermittelt im Krieg zwischen den USA und dem Iran und hatte die beiden Kriegsparteien zu neuen Gesprächen eingeladen.

Die Führung im Iran sei wenig überraschend tief gespalten. Deshalb werde er die Feuerpause verlängern, bis es aus dem Iran einen „geeinten Vorschlag“ gebe und die Gespräche zu einem Ende kämen, „auf die eine oder die andere Art und Weise“. Am Vortag hatte der US-Präsident eine Verlängerung der Feuerpause noch als „sehr unwahrscheinlich“ bezeichnet.

Islamabad rüstet sich für eine neue Runde heikler Gespräche.

Islamabad rüstet sich für eine neue Runde heikler Gespräche.

Foto: Anjum Naveed/AP/dpa

Trump: US-Streitkräfte haben ein Schiff mit Geschenken aus China für Iran abgefangen

In einem Interview mit CNBC erklärte der US-Präsident, die iranischen Behörden hätten die Waffenruhe möglicherweise genutzt, um sich mit Nachschub zu versorgen. Er deutete außerdem an, dass Peking den Iran kontinuierlich unterstütze.

Trump sagte: „Wir haben gestern ein Schiff abgefangen, auf dem sich etwas befand, das nicht gerade erfreulich ist – ein Geschenk Chinas an den Iran.“ Er fügte hinzu, dass ihn diese Entdeckung überrascht habe, da er ein gutes Verhältnis zum chinesischen Staatschef Xi Jinping habe und davon ausgehe, dass zwischen ihnen Einigkeit herrsche.

Am vergangenen Sonntag beschossen US-Streitkräfte im Golf von Oman das unter iranischer Flagge fahrende Frachtschiff „Touska“, enterten es und beschlagnahmten es, da das Schiff versucht hatte, die US-Blockade zu umgehen und wiederholte Warnungen ignoriert hatte.

Heute teilte das Pentagon mit, dass ein weiteres Schiff mit Verbindungen zum Iran, der Tanker „Tifani“, im Zuständigkeitsbereich des Indo-Pazifik-Kommandos abgefangen wurde. Das Pentagon bezeichnete es als „staatenloses, mit Sanktionen belegtes“ Schiff.

Jesus-Statue beschädigt: Soldaten müssen in Militärhaft

Wegen der Beschädigung einer Jesus-Statue im Libanon müssen zwei israelische Soldaten für 30 Tage in Militärhaft. Der Soldat, der die Statue beschädigt hatte, und der Soldat, der den Vorfall fotografiert hatte, würden zudem vom Kampfeinsatz abgezogen, erklärte das israelische Militär am Dienstag.

Sechs weitere Soldaten, die vor Ort gewesen seien, aber nicht eingeschritten oder den Vorfall gemeldet hätten, seien zu „klärenden Gesprächen“ geladen worden.

Nach Angaben der israelischen Armee wurde die beschädigte Statue „in enger Abstimmung mit der örtlichen Gemeinde“ ersetzt.

Zuvor hatte ein Bild eines israelischen Soldaten, der im Süden des Libanon eine Jesus-Statue zerstört, für Verärgerung im Internet gesorgt. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte nach Bekanntwerden des Vorfalls „harte Maßnahmen“ gegen den Soldaten an. Außenminister Gideon Saar sprach von einer „beschämenden und schändlichen“ Tat.

Hisbollah greift Norden Israels an

Die pro-iranische Hisbollah hat den Norden Israels angegriffen. Der Angriff mit Raketen und Drohnen habe sich gegen eine Militäreinrichtung im Norden Israels gerichtet, sagte die Miliz. Es handele sich um Vergeltung für einen Verstoß Israels gegen eine zehntägige Waffenruhe, die am Freitag begonnen hatte.

Die israelische Armee hatte zuvor erklärt, dass die Hisbollah mehrere Raketen auf im Südlibanon stationierte Soldaten abgefeuert habe. Das Militär habe daraufhin den Abschussort angegriffen.

In zwei nordisraelischen Gemeinden seien Sirenen ertönt, nachdem eine vom Libanon aus gestartete Drohne abgefangen worden sei.

Abreise von JD Vance nach Pakistan verzögert sich

Die Abreise von US-Vizepräsident JD Vance zu Gesprächen in Pakistan über eine Beendigung des Irankriegs hat sich heute nach Angaben aus dem Weißen Haus wegen zusätzlicher Beratungen in Washington verzögert.

„Es finden zusätzliche Treffen im Weißen Haus statt, an denen der Vizepräsident teilnehmen wird“, erklärte ein hochrangiger Mitarbeiter des Weißen Hauses gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Nähere Angaben machte er nicht.

Trump fordert Iran zur Freilassung von acht zum Tode verurteilten Frauen auf

US-Präsident Donald Trump hat Teheran aufgefordert, acht mutmaßlich zum Tode verurteilte Frauen freizulassen und einen solchen Schritt als „sehr guten Start für die Verhandlungen“ zwischen den USA und dem Iran bezeichnet.

„An die iranische Führung, die bald mit meinen Vertretern verhandeln wird: Ich wäre sehr dankbar für die Freilassung dieser Frauen“, erklärte Trump im Onlinedienst Truth Social.

„Bitte tut ihnen nichts an! Das wäre ein sehr guter Start für die Verhandlungen!“, schrieb Trump dort weiter als Kommentar zu einen Beitrag, den er teilte.

Der von Trump geteilte Beitrag zeigt die Fotos von acht Frauen mit den Worten: „Die Islamische Republik Iran bereitet sich darauf vor, acht Frauen zu hängen.“ Der Beitrag war am Montag von dem oppositionellen Aktivisten Ejal Jakoby im Onlinedienst X geteilt worden. Die Namen der betroffenen Frauen werden darin nicht genannt.

Vertreter aus Nahost und der Golfregion zu EU-Gipfel eingeladen

Am Rande des EU-Gipfels am Donnerstag und Freitag in Zypern sind Vertreter aus dem Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten sowie den Golfstaaten zu einer Debatte über den Iran-Krieg eingeladen.

Erwartet werde unter anderem der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrates, Dschassim Mohammed Al-Budaiwi, sagte ein EU-Beamter am Dienstag in Brüssel. Zudem seien Staatsoberhäupter aus der Kriegsregion eingeladen.

Sie sollen am Freitag an einem Mittagessen mit den EU-Staats- und Regierungschefs teilnehmen, anschließend ist ein Pressetermin mit EU-Ratspräsident António Costa vorgesehen.

Die Europäer hoffen, dass der Iran und die USA ihre Waffenruhe verlängern, die eigentlich am Mittwoch ausläuft. An möglichen neuen Verhandlungen über ein endgültiges Ende der Kämpfe gibt es allerdings Zweifel.

Wadephul bekräftigt deutsches Nein zu Aussetzung von EU-Assoziierungsabkommen mit Israel

Angesichts neuer Forderungen, das EU-Assoziierungsabkommen mit Israel zu beenden, hat Bundesaußenminister Johann Wadephul die deutsche Ablehnung gegenüber eines solchen Schritts bekräftigt.

„So etwas halten wir für unangebracht“, sagte Wadephul vor einem Treffen mit EU-Kollegen in Luxemburg. Zwar müsse über „die kritischen Fragen“ mit Israel gesprochen werden, dies solle im „konstruktiven Dialog“ geschehen.

Spanien, Irland und Slowenien hatten zuvor eine Aufkündigung des EU-Assoziierungsabkommens mit Israel auf die Agenda des Außenministertreffens gesetzt. Mehrere EU-Mitglieder hatten sich 2025 für einen solchen Schritt ausgesprochen. Zu einem Beschluss kam es nicht.

Eine komplette Aufkündigung des Abkommens, wie von Spanien und Irland gefordert, setzt einen einstimmigen Beschluss der 27 EU-Länder voraus und ist daher unwahrscheinlich. Eher denkbar wäre die Aussetzung des Handelsteil des Abkommens, wofür eine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten ausreichen würde. Dafür müssten allerdings EU-Schwergewichte wie Deutschland oder Italien ihren Kurs wechseln.

Wadephul rief den Iran „dringend“ dazu auf, zu weiteren Friedensgesprächen „nach Islamabad zu kommen und konstruktiv mit den Vereinigten Staaten von Amerika zu verhandeln“. Teheran solle die „ausgestreckte Hand“ Washingtons „jetzt ergreifen“.

Iran: Bisher keine Delegation nach Pakistan gereist

Der Iran hat nach Informationen des Staatsfernsehens noch keine Vertreter für Gespräche mit den USA nach Pakistan geschickt.

Weder Experten für Vorgespräche noch eine Hauptdelegation seien in die pakistanische Hauptstadt Islamabad gereist, hieß es.

Regierungsvertreter hätten betont, Verhandlungen nicht unter dem Schatten von „Drohungen und Vertragsbrüchen“ zu führen, berichtete der staatliche iranische Rundfunk. Eine zweite Verhandlungsrunde mit den USA hänge davon ab, ob die Amerikaner von ihren Positionen abrücken. Genauere Details nannte der Bericht nicht.

Israel: Hisbollah-Chef wird „mit seinem Kopf bezahlen“

Vor neuen Gesprächen Israels und des Libanons in Washington hat der israelische Verteidigungsminister erneut mit der Tötung des Hisbollah-Chefs gedroht. Naim Kassim werde „mit seinem Kopf bezahlen“, sagte Minister Israel Katz bei einer Veranstaltung zum israelischen Soldatengedenktag.

Auch während einer Waffenruhe bleibe die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz das übergreifende Ziel, sagte Katz nach Angaben des Nachrichtenportals „ynet“. Die Hisbollah habe Israel „im Dienste ihrer iranischen Herren angegriffen“ und werde dafür den Preis zahlen.

„Jeder, der die Hand gegen Israel erhebt, dem wird sie abgeschlagen. Wir werden nicht zur Realität vor dem 7. Oktober 2023 zurückkehren“, sagte Katz demnach.

Gespräche zwischen Israel und dem Libanon

Am 23. April finden in Washington Gespräche zwischen Vertretern Israels und des Libanon statt. „Wir werden weiterhin direkte Gespräche in gutem Glauben zwischen den beiden Regierungen erleichtern“, sagte der Verteter des US-Außenministeriums.

Das Treffen soll demnach im US-Außenministerium in Washington stattfinden, erneut auf Botschafterebene. Israel und der Libanon unterhalten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand.

Vergangene Woche hatten erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten diplomatische Vertreter der beiden Nachbarländer in Washington direkte Gespräche geführt. Das erste Treffen auf Botschafterebene endete ohne konkrete Ergebnisse. Am 16. April verkündete Trump eine zehntägige Waffenrufe zwischen Israel und dem Libanon.

Die pro-iranische Hisbollah-Miliz ist nicht in die Verhandlungen eingebunden und lehnt diese entschieden ab.

Trump: Iran verliert täglich 500 Millionen Dollar

US-Präsident Donald Trump erklärte am 20. April, dass er den Waffenstillstand mit dem Iran wahrscheinlich nicht verlängern werde, falls bis zum Ablauf der Frist am 22. April keine Einigung zur Beendigung des Krieges erzielt werde.

Auch die am 13. April begonnene Seeblockade der Straße von Hormus durch die USA bleibe vorerst bestehen. „Die Iraner wollen unbedingt, dass sie geöffnet wird“, sagte er. „Ich werde sie nicht öffnen, bis ein Abkommen unterzeichnet ist.“

Seit Beginn der US-Blockade im Golf von Oman im Arabischen Meer seien 27 Schiffe aufgefordert worden, umzukehren oder in iranische Häfen zurückzukehren. Diese Zahl nannte gestern das US-Zentralkommando für den Nahen Osten, CENTCOM.

„Die Blockade, die wir erst aufheben werden, wenn es ein ‚Abkommen‘ gibt, ruiniert den Iran völlig“, schrieb Trump am 20. April auf Truth Social. „Sie verlieren täglich 500 Millionen Dollar – eine Zahl, die selbst kurzfristig untragbar ist.“

Das Friedensabkommen, an dem er arbeite, werde „weitaus besser“ sein, als das Iran-Atomabkommen, das 2015 unter Präsident Barack Obama unterzeichnet wurde, um das iranische Atomprogramm einzuschränken. Trump kritisierte das damalige Abkommen dafür, dass es seine Ziele nicht erreicht habe, und sagte, das neue Abkommen „wird etwas sein, auf das die ganze Welt stolz sein wird“.

Trump: Bergung von Uran aus dem Iran wird „langer und schwieriger Prozess“ sein

US-Präsident Donald Trump hat einen langwierigen Prozess zur Bergung von Uran aus dem Iran angekündigt. Die US-Angriffe auf iranische Atomanlagen im Juni des vergangenen Jahres hätten eine „komplette und totale Auslöschung“ der Atomanlagen zur Folge gehabt, erklärte Trump im Onlinedienst Truth Social. „Daher wird es ein langer und schwieriger Prozess sein, das wieder auszugraben“, fügte er mit Blick auf das Uran hinzu.

Trump will das iranische Uran nach einem Friedensabkommen mit dem Iran in die USA bringen. Washington werde Teheran dabei helfen, das angereicherte Uran aus den im vergangenen Juni getroffenen iranischen Atomanlagen zu bergen, erklärte Trump vergangene Woche.

Der Iran hatte eine angebliche Bereitschaft zur Übergabe seines angereicherten Urans im Rahmen der Verhandlungen mit den USA am Freitag bislang dementiert. „Irans angereichertes Uran wird nirgendwohin transferiert“, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei.

Die Urananreicherung steht im Zentrum des Streits zwischen den USA und dem Iran.

Team um JD Vance ist unterwegs

Der Iran hat nach Angaben seines Außenministeriums „noch keine Entscheidung“ über eine Teilnahme an Gesprächen mit den USA in Pakistan getroffen.

Nach Informationen der „New York Times“ und des Senders CNN wird aktuell erwartet, dass sich das Team um US-Vizepräsident Vance am 21. April auf den Weg macht.

Der lange Flug gäbe den Iranern, die einer zweiten Verhandlungsrunde offiziell noch nicht zugestimmt haben, genügend Zeit, von Teheran selbst eine Delegation zu schicken.

Wann endet die Waffenruhe?

Trump hatte die zweiwöchige Waffenruhe nach Mitternacht (MESZ) am 8. April, einem Mittwoch, verkündet. Vielfach war das Ende der Waffenruhe für diese Woche daher mit der Nacht zu Mittwoch angegeben worden.

Nun nannte Trump aber den Mittwochabend Washingtoner Zeit als das Ende der Feuerpause. Weil der Iran den USA zeitlich siebeneinhalb Stunden voraus ist, würde das Ende der Waffenruhe dort in die Morgenstunden am Donnerstag fallen.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf eine pakistanische Quelle, die an den bisherigen Gesprächen beteiligt war, dass der Waffenstillstand am Mittwoch um 20 Uhr ET auslaufen würde – Mitternacht GMT oder 3:30 Uhr Donnerstag im Iran – in Mitteleuropäischer Sommerzeit entspricht das 2:00 Uhr früh am Donnerstag.

Pakistan will die Iraner zu Gesprächen bewegen

Pakistan appellierte an die Iraner, den Dialog fortzusetzen – die Außenminister der beiden Länder telefonierten am Montag den zweiten Tag in Folge. Irans Außenminister Abbas Araghchi erhob dabei neue Vorwürfe gegen die USA, schloss neue Gespräche jedoch nicht explizit aus.

„Die Provokationen, die Drohrhetorik und die anhaltenden Verstöße der USA gegen die Waffenruhe, insbesondere die Angriffe auf iranische Handelsschiffe, sind ein erhebliches Hindernis für eine Fortsetzung des diplomatischen Prozesses“, sagte er einem Bericht der Nachrichtenagentur „Tasnim“ zufolge.

Irans Außenamtssprecher hatte zuvor bei einer Pressekonferenz in Teheran gesagt, der Iran habe noch keine Entscheidung über weitere Verhandlungen mit den USA getroffen. Ismail Baghai wies darauf hin, dass Pakistans Armeechef Munir vor wenigen Tagen bei einem Besuch in Teheran einen neuen US-Vorschlag überbracht habe. „Dieser wird derzeit geprüft“, sagte der Sprecher. Eine weitere Verhandlungsrunde sei aktuell nicht geplant.

EU-Außenminister beraten über die Lage

Die Lage im Nahen Osten beschäftigt heute auch die Außenminister der EU-Staaten. Thema bei dem Treffen in Luxemburg soll vor allem sein, wie die Europäische Union zu einer Deeskalation der Spannungen beitragen kann. Aus Deutschland wird Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zu dem Treffen in Luxemburg erwartet. Geleitet werden die Beratungen von EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas.

Mit Material der Nachrichtenagenturen



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