Von Kai Rebmann

Es ist ein Netzfund auf X, der für sich spricht. Eine ehemalige „Aktivistin“ der Antifa legt in einem gut vierminütigen Monolog dar, was sie in die Arme der Linken trieb und weshalb ihr der Ausstieg erst ganz allmählich gelungen ist. Die junge Frau vergleicht das interne Belohnungssystem der eigenen Community, aber auch das externe Belohnungssystem in Gestalt von immer wiederkehrenden Bestätigungen aus Politik, Medien und Gesellschaft mit der verzweifelten Suche von Drogenabhängigen nach dem nächsten Schuss.

Aber lassen wir die Insiderin am besten selbst zu Wort kommen:

„Okay, das Ganze bedarf einer Einordnung: Ich hatte damals nicht viele Freunde und hab dann irgendwann angefangen, Tiktoks zu posten, die mit Politik zu tun hatten, und bin dann in eine Freundesgruppe gekommen, in der halt nur Linke waren. Und ich hab dann einfach irgendwie das angenommen, was sie gemacht haben, und hab das gesagt, was sie gesagt haben. Das ging dann soweit, dass ich irgendwann auch auf die Demos mitgegangen bin – und da wieder neue Leute kennengelernt habe, die in den bisschen radikaleren Kreisen waren. Und wozu das im Endeffekt dann eigentlich geführt hat, war, dass ich dann irgendwann vermummt auf den Straßen, auch in Leipzig, rumgerannt bin.

Ganz viele Linke wissen gar nicht, wer sie sind, was sie wollen, was sie nicht wollen. Sie wissen nicht, was Faschismus ist. Sie sind einfach Menschen, die intrinsische Probleme haben, die sie nicht bewältigen können, und das irgendwie externalisieren müssen.

Und, wie gesagt, ich spreche aus Erfahrung, ich war selber so. Ich hatte ganz viele private Probleme, ich hatte niemanden. Und ich habe diese Menschen gefunden und einfach nur mitgeschrien. Ich habe nicht darüber nachgedacht, was es bedeutet, zu schreien: ‚Nie wieder Deutschland!‘ Ich habe nicht darüber nachgedacht, was es bedeutet, zu schreien: ‚Deutsches Blut auf deutschem Boden!‘ Ja, ‚deutsches Blut auf deutschem Boden‘ ist ein Demo-Spruch, der benutzt wird – oft!

Und ich glaube, das ist so ein bisschen, worum es im Endeffekt diesen Menschen geht: Irgendwie was zu spüren, irgendwie was zu tun zu haben – wie Drogen nehmen! Sorry, das klingt wie ein krasser Vergleich. Aber ich bin mir relativ sicher, dass dieses ganze ‚Ich renne auf Demos‘, ‚Ich bringe mich in Gefahr‘, ‚Ich schreie Sachen, von denen ich gar keine Ahnung habe, die ich – wenn ich darüber nachdenken würde – wahrscheinlich gar nicht unterstützen würde‘; das hat so ein Ding von ‚Ich muss irgendwas zu tun haben‘, ‚Ich muss irgendwas spüren‘, ‚ich muss irgendwie meine intrinsischen Probleme externalisieren‘. Und da irgendwie den Sinn finden, den ich nie finden werde, weil ich einfach nur hinterherrenne und mache, was alle anderen machen. Und das ist eine Kettenreaktion, das wird nicht aufhören.“

Noch viel bemerkenswerter sind dann aber die Schilderungen darüber, wie der Ex-Aktivistin der Ausstieg aus dem linken Hamsterrad gelungen ist. In ihrem neuen Umfeld gab es plötzlich das, wovon Linke immer nur reden, in Wahrheit aber nie akzeptieren werden – echte Vielfalt, und zwar insbesondere solche der Gedanken und nicht zuletzt der Meinungen:

„Ich habe dann auch neue Leute kennengelernt – wieder mal – und hab angefangen, mich aus diesen extrem linken Kreisen zurückzuziehen. Ich hab dann sozusagen Menschen kennengelernt, die neutral eingestellt waren bzw. sogar ein bisschen eher rechts, die mir aber die Freiheit gelassen haben, zu denken. Die haben mir die Freiheit gelassen, zu sagen – ja, du kannst gerne sagen, dass du Flüchtlinge herhaben möchtest; du kannst gerne sagen, dass es tausend Geschlechter gibt. Wir mögen dich trotzdem, weil wir sehen dich als Menschen, aber wir haben halt unsere eigene Meinung. Und wenn wir darüber nicht diskutieren können, werden wir es nicht tun.

Und ich hab dann tatsächlich angefangen, einfach mal selber nachzudenken – und ich habe gedacht und ich habe mich belesen. Da fing das dann an, wo ich mir dachte: Okay, irgendwo stimmt hier was nicht! Im Endeffekt lief es dann darauf hinaus, dass meine ersten Erkenntnisse waren, dass es nicht tausend Geschlechter gibt. Meine allerste Erkenntnis, die mich in die Richtung rechts geführt hat, war tatsächlich, dass es zwei Geschlechter gibt; dieses ganze Geschlechter-Ding, die Frau einfach nur denunziert und den Begriff „Frauen“ abschafft – und nicht die Freiheit gibt, was sie denken, uns zu geben, sondern uns eher einschränkt.

Das habe ich dann auch – ich war immer noch in meinem alten Freundeskreis so ein bisschen drin – so publiziert. Und dafür wurde ich dann mehrfach als „Nazi“ bezeichnet. Ich habe diesen Menschen dann gesagt: ‚Hey, Nazis waren was ganz anderes. Ich sage einfach nur, es gibt nur zwei Geschlechter.‘ Als ich dann gesagt habe, dass man den Begriff ‚Nazi‘ damit nur denunziert und diesen Wert abspricht, was eigentlich ein Nazi wirklich ist, darauf wurde gar nicht eingegangen. Dann wurde ich gecancelt und bin aus diesem ‚Freundeskreis‘ rausgeflogen – und dann ging es richtig los, dann ist alles so ein bisschen gekippt!

Also, die Moral von der Geschicht‘ ist: Einfach mal hier oben die grauen Zellen ein bisschen anstrengen! Tja, dann würde es Deutschland um einiges besser gehen!“

Mutige Worte von einer Aussteigerin. Mutig vor allem deshalb, weil sie das Eingeständnis beinhalten, selbst eine Mitläuferin und Trittbrettfahrerin gewesen zu sein, um sich vor den eigenen intrinsischen Problemen zu verstecken – also solchen Problemen, die von innen heraus entstehen und sich ein Ventil suchen, aus dem sie entweichen können.

Die Ex-Aktivistin vergleicht den Antrieb der Antifa mit der Sucht eines Drogenabhängigen. Was für den Junkie auf der Straße der nächste Schuss ist, kommt für die selbsternannten „Aktivisten“ in Form einer Bestätigung ihres Tuns. Und diese erhalten sie nicht selten aus Politik und Medien, die ihrerseits am Tropf des links-woken Zeitgeists hängen. Wir haben es also mit einem in sich geschlossenen System zu tun – man könnte es etwas zugespitzter auch einen Teufelskreis nennen – der gegen jegliche Kurskorrektur immun geworden ist.