Von Thomas Rießinger

Viele Worte ist sie nicht wert. 

Vor einigen Tagen hat die – inzwischen ehemalige – Mannheimer SPD-Lokalpolitikerin Melek Hirvali Cicer auf Facebook Äußerungen publiziert, „in denen sie“, um die „Welt“ zu zitieren, „Israel im Tonfall rechtsradikaler Verschwörungsideologen attackierte.“ Nun würde sich die Dame wohl kaum selbst als rechtsradikal bezeichnen, sie gehört ja zum linken Spektrum, und der Tonfall war ihr ureigenster, aber das mochte man bei der „Welt“ wohl nur ungern zugeben. Geäußert hat sie unter anderem, Israel habe das größte Reservoir für Ersatzorgane und züchte „babysfressende, weltweit Kinder entführende Agenten“. 

Immerhin reagierte die dortige SPD schnell und gründlich und forderte die Autorin auf, von ihren Ämtern zurückzutreten und die Partei zu verlassen, was auch umgehend geschah. 

Das ist nur ein aktuelles Beispiel von linkem Antisemitismus, es ist nicht das erste und wird nicht das letzte bleiben. Aber wie kann das geschehen? Linke sind doch die Guten, die das Los der Menschen verbessern wollen, wie kann es da zu Antisemitismus und Judenhass kommen? Ist der nicht für Rechtsradikale reserviert?