Von Kai Rebmann
Während Politik und Medien weiter bemüht sind, das Ausmaß und die Folgen des linksextremistischen Anschlags auf das Berliner Stromnetz herunterzuspielen, waren am Dreikönigstag noch immer mindestens 25.000 Haushalte ohne Strom. Dabei wäre Abhilfe unmittelbar verfügbar gewesen, wurde vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der nur Stunden nach Beginn des Blackouts erstmal zum Tennisspielen gegangen war, aber offenbar abgelehnt. Noch am nächsten Tag hatte der Regierende Bürgermeister behauptet, sich den gesamten Tag über vor lauter Arbeit im Büro eingeschlossen zu haben. Die offizielle Warn-SMS an die Bevölkerung kam dann auch erst, als das Kind ohnehin schon in den Brunnen gefallen war. Alles in allem muss sich Wegner zumindest den Vorwurf eines äußerst unglücklichen Krisenmanagements gefallen lassen, die jetzt laut werdenden Rücktrittsforderungen sind da nur logisch.
Hinzu kommt: Ein privater Anbieter aus NRW hat der Hauptstadt offenbar mehrere hundert Generatoren zur Verfügung stellen wollen, zu stark reduzierten Konditionen, bis zu 35 Prozent unter dem regulären Listenpreis. Das schrieb Marcel Luthe, ehemaliges Mitglied des Abgeordnetenhauses und Gründer der Good Governance Gewerkschaft (GGG), am 6. Januar bei X: „Sollte noch jemand im betroffenen Gebiet heute Nacht gefroren haben oder in der Dunkelheit gestürzt sein oder sich geängstigt haben: Die politische Verantwortung trägt allein Kai Wegner.“
Er habe dem Regierenden Bürgermeister bereits am Montag persönlich per WhatsApp um 09:58 Uhr die Vermittlung des Kontakts zu einem möglichen Lieferanten aus NRW angeboten, wie Luthe auf Nachfrage gegenüber „reitschuster.de“ erklärt. Als Antwort habe er um 10:08 Uhr bekommen, dass sich der zuständige Staatssekretär Christian Hochgrebe (SPD) darum kümmern werde und man sich zurückmelden werde. Nach mehreren Stunden des vergeblichen Wartens hakte Luthe am Nachmittag noch einmal nach und erhielt von Hochgrebe die Auskunft, dass man genug Generatoren habe und kein weiterer Bedarf bestehe.
„Kein Bedarf“ – trotz 25.000 Haushalten ohne Strom
Der Rathauschef habe also „persönlich“ von dem Angebot aus NRW gewusst, bilanziert Luthe. Dabei seien private Initiativen „schneller, wirksamer und erheblich günstiger als dieser träge Apparat“, adressiert Luthe seine Kritik direkt an die Regierung in der Hauptstadt: „Wer Haushaltsmittel derart verprasst wie der Senat und bei der Abmilderung der Folgen seines Versagens in der Innenpolitik anfängt zu knausern, ist für das Amt ungeeignet.“
Tatsächlich handelt es sich nicht um den ersten einschlägigen Terrorakt von Links gegen die Stromversorgung in Berlin, sondern „nur“ um den bisher folgenreichsten. Schon in den vergangenen Monaten und Jahren war die diesbezügliche Infrastruktur wiederholt zum Ziel von „Aktivisten“ geworden, wie die Antifa und deren Mitglieder in weiten Teilen von Medien und Politik nach wie vor beschönigend genannt werden.
Und so ist es auch dieses Mal. Von einem „großen Stromausfall“ ist die Rede, vielleicht sogar noch von einem „Blackout“. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nennt das Kind zwar immerhin beim Namen, wenn er von der „Rückkehr des Linksterrorismus“ in Deutschland spricht, verkennt damit aber doch die Realität. Denn: Der Linksterrorismus war nie wirklich weg, er wollte bisher nicht nur nicht gesehen werden, er wurde – und wird – proaktiv unter den Teppich gekehrt. Extremismus durfte und darf es in den Augen (zu) vieler stets nur von rechts geben.
Es kommt aber noch besser: Die Haushalte, die mit Generatoren versorgt werden konnten bzw. sollten, wurden gebeten, diese am Mittwoch um 10:30 Uhr wieder abzustellen. In einer offiziell verbreiteten „Information zum Stromausfall“ – auch hier werden weder Ross noch Reiter genannt – heißt es unter anderem: „ACHTUNG: Im Laufe des Tages beginnt die schrittweise Wiederversorgung der vom Stromausfall betroffenen Gebiete. Bitte beachten Sie folgende Hinweise, um den Prozess sicher und stabil zu gestalten:
Bis spätestens 10:30 Uhr: Schalten Sie privat betriebene Notstromaggregate ab.
Wichtig: Aggregate, die privat betrieben werden, müssen vom Netz getrennt sein, um Schäden zu vermeiden. Es kann während der Wiedereinschaltung zu kurzen Stromunterbrechungen kommen.“
Aber: Zumindest in der in dem betroffenen Gebiet im Südwesten Berlins gelegenen Flüchtlingsunterkunft „Zum Heckeshorn 30“ lief der dort aktive Generator auch weit nach 10:30 Uhr noch, wie ein auf X verbreitetes Video zeigen soll. Dies wiederum führt bei einigen Nutzern zu spitzzüngigen Fragestellungen, etwa danach, ob den Berliner Behörden die hundert-, wenn nicht gar tausendfach nicht klimakonform, weil oft mit Diesel betriebenen Generatoren ein Dorn im Auge seien. Solche Fragen sind erkennbar nicht ganz ernst gemeint, doch bekanntlich schlägt noch so bissige Satire manchmal jede Realität …
Zigtausende frieren – und unsere Medien spülen alles weich. Weil’s linker Terror war, nicht rechter.
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Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.
Bild: Screenshot Youtube
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