Trotz des politischen Umbruchs in Syrien im Dezember 2024 kehren kaum Syrer aus Österreich in ihr Herkunftsland zurück. Zwischen 9. Dezember 2024 und dem 30. Jänner 2026 nutzten lediglich 860 von rund 105.000 die Möglichkeit einer freiwilligen Rückkehr.
Österreich profitiert nicht von Stabilität in Syrien
Auslöser für die veränderte politische Lage in Syrien war der Sturz von Präsent Bashar al-Assad Ende 2024. In der Folge übernahm der Islamist Ahmed al-Sharaa die Macht. Die politische Situation im Land gilt seither als stabilisiert, die neue Regierung wurde international anerkannt.
Nur 100 Syrer außer Landes gebracht
Wirklich Auswirkungen auf Österreich hat das Ganze aber nicht: Neben den wenigen freiwilligen Rückkehrern wurden im genannten Zeitraum nur rund 100 Syrer abgeschoben, überwiegend im Rahmen des Dublin-Verfahrens, also innerhalb der EU-Grenzen. Zur Förderung der freiwilligen Rückkehr stellt Österreich eine großzügige finanzielle Unterstützung bereit. Diese beträgt bis zu 1.000 Euro pro Person.
2.500 neue syrische Asylanten
Im Jahr 2025 kehrten insgesamt 805 Syrer freiwillig nach Syrien zurück, während gerade einmal 121 Abschiebungen durchgeführt wurden – die meisten davon aber nur in andere EU-Staaten. Gleichzeitig erhielten im selben Jahr rund 2.500 Syrer Asyl in Österreich.
Abschiebungen nach Syrien ausweiten
Von der Verlierer-Ampel kommen vollmundige Versprechen: Dort kündigte man an, Abschiebungen nach Syrien ausweiten zu wollen. Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger etwa sprach sich für ein konsequentes Vorgehen gegenüber Personen ohne Bleiberecht aus – was angesichts des Asyl- und Migrations-Chaos von ÖVP, SPÖ und Neos wohl eher nicht zu erwarten ist.
Asylpolitik außer Kontrolle
Die FPÖ fordert deutlich mehr Abschiebungen und kritisiert die weiterhin steigenden Asylzahlen. Die österreichische Asylpolitik sei außer Kontrolle – und ÖVP-Innenminister Gerhard Karner trage dafür eine zentrale Verantwortung, befand etwa der freiheitliche Nationalratsabgeordnete Harald Schuh. Der Asylstatus sei neu zu bewerten und in vielen Fällen aufzuheben. Stattdessen habe man allein im Jahr 2025 trotz dieser geänderten Umstände im Heimatland weiteren 2.500 Syrern Asyl gewährt:
Im Gegensatz dazu wurden lediglich 120 Syrer abgeschoben – ein Verhältnis, das den Begriff „konsequente Asylpolitik” ad absurdum führt. Im gleichen Zeitraum wurden lediglich 394 Aberkennungsverfahren entschieden. Gerade hier sehen wir Potenzial. Seit 2015 wurden in Österreich rund 127.000 Asylanträge von syrischen Staatsangehörigen gestellt. Knapp 59.000 dieser Anträge fallen allein in die Amtszeit von Innenminister Karner, der seit 2022 im Amt ist. Brisant: Rund 50.000 Syrern wurde in diesem Zeitraum Asyl zuerkannt.