Der französische Präsident Emmanuel Macron hat Vertreter von rund 60 Ländern und internationalen Organisationen zu einem Gipfeltreffen zur zivilen Nutzung von Atomkraft eingeladen.
Ziel des für den 10. März in Boulogne-Billancourt bei Paris geplanten Treffens sei es, einen Fahrplan für „sichere und zugängliche“ Kernenergie als Instrument der Energiewende und zur Bekämpfung des Klimawandels zu entwickeln, hieß es am Donnerstag in Paris.
Ziel des Treffens: Kernkraftkapazitäten bis 2050 verdreifachen
Das Treffen baue auf einen Auftaktgipfel in Brüssel vor zwei Jahren auf. Dabei sollten konkrete Schritte zur Umsetzung einer bei der internationalen Klimakonferenz COP28 in Dubai verabschiedeten Erklärung getroffen werden.
Damals hatten sich rund 30 Länder zu einer Verdreifachung ihre Kernkraftkapazitäten bis 2050 verpflichtet.
Den Angaben zufolge hofft Frankreich, diese Verpflichtung für 2050 zu bekräftigen und „weitere Staaten dazu zu bewegen, diesen Kurs zu übernehmen“. Der Gipfel solle „ein starkes Signal für die friedliche Nutzung von Atomkraft senden“.
Vertreter von über 60 Ländern seien eingeladen, darunter die USA, China sowie zahlreiche europäische Staaten. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) solle ebenso teilnehmen wie regionale Organisationen wie die Asean oder die Afrikanische Kommission für Kernenergie.
15. Jahrestag der Fukushima-Katastrophe im März
Das Gipfeltreffen ist kurz vor der alle fünf Jahre stattfindenden Übrprüfungskonferenz des 1970 in Kraft getretenen Atomwaffensperrvertrags (NVV) der Vereinten Nationen im Mai angesetzt.
Im März jährt sich zudem der katastrophale Reaktorunfall von Fukushima zum 15. Mal. Das am Meer gelegene japanische Atomkraftwerk Fukushima war kurz nach einem schweren Seebeben am 11.
März 2011 von einem fast 15 Meter hohen Tsunami getroffen worden. Das Kühlsystem des Kraftwerks fiel aus, in drei der sechs Reaktoren kam es zur Kernschmelze. Es war das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986. (afp/red)