Polit-Darsteller landauf landab sind der Ansicht, ihre dünnen Ergüsse dadurch verdicken zu können, dass sie sich mit einem Titel schmücken, in der irrigen Annahme, der Unfug, den sie dann von sich geben, würde nunmehr, weil betitelter Unfug, zu etwas anderem als Unfug.

Unfug, können wir dazu nur sagen.

Seit dem 14. August 2024 haben sich die Verantwortlichen der TU-Chemnitz mit der „Dissertation“, die Mario Voigt, Landesvater der Thüringer, Rollenmodell aller Thüringer,  als die seine ausgegeben hat, befasst, eher zögerlich und ob der politischen Dimenion, wieder ein MS-Politiker, der beim Plagiieren erwischt worden ist, eher mit spitzen Fingern und wohl auf der Suche nach einem Weg, der die TU-Chemnitz mehr oder weniger unbeschädigt aus der Sache herauslässt, nicht dass noch jemand auf die Idee kommt zu prüfen, wen Eckehard Jesse als Professor für Politikwissenschaft in Chemnitz sonst noch mit einem Titel ausgestattet hat.

Nach Monaten des Überlegens und Kauens an Figernägeln ist den Verantwortlichen nun wohl klar geworden, dass sie keine Wahl haben: Wenn sie als wissenschaftliche Institution ernstgenommen werden wollen, dann müssen sie Mario Voigt enttiteln, ihm den ergaunerten Titel aberkennen. Und das haben sie nun wohl vor und dem einstigen Doktor der Politikwissenschaft mitgeteilt.

Wie nicht anders bei einem Polit-Darsteller der Güte, wie sie Mario Voigt darstellt, zu erwarten, reagiert Voigt mit Angriffen und Unverständnis. Die Entscheidung der TU-Chemnitz sei ihm unverständlich, so lässt er verbreiten, der wissenschaftliche Kern seiner Arbeit, sei von den Plagiaten nicht betroffen, so lässt er ergänzen, ein „unabhängiger Gutachter“ habe festgestellt, dass seine Dissertation den „wissenschaftlichen Anforderungen“ entspreche (Kunstück, wenn er bei Leuten abschreibt, die ihre wissenschaftliche Befähigung bereits unter Beweis gestellt haben) und darüber hinaus sei das ganze unfair, habe die TU-Chemnitz doch im laufenden Verfahren gegen ihn, die Bewertungsmaßstäbe verändert.

Mehr Unverschämtheit und Blödsinn kann man eigentlich nicht verbreiten.

Beginnen wir hinten: Die Berwertungsmaßstäbe für geistigen Diebstahl sind mit Sicherheit nicht verändert worden. Wenn jemand anderer Gedanken als die eigenen ausgibt, dann war das 1980 ein Plagiat, es war 1990 ein Plagiat, es war 2000 und 2010 und 2020 ein Plagiat und es ist BIS HEUTE ein Plagiat. Voigt versucht zu gaslighten, Leuten vorzumachen, er sei ein Opfer, nicht der Täter. Schließlich ist nur ein kleiner Teil seiner „Dissertation“ geklaut, und ey, wer wird es so genau nehmen? Wenn ein Dieb ein Lager von Amazon ausräumt, das merkt Jeff Bezos doch gar nicht, muss man den Dieb deshalb vor Gericht zerren und mit einem Strafprozess überziehen? Ich bin sicher, es gibt nicht wenige Diebe, die solchen Folgen ihres Verhaltens mit Unverständnis begegnen.

Man kann also getrost feststellen, dass der Täter „Voigt“ sich zum Opfer der TU-Chemnitz stilisieren will, der offiziellen Aberkennung durch die TU-Chemnitz mit einer eigenen Pressemeldung zuvorkommen will, um die Opferrolle als First Mover zu implementieren, bevor man an der TU-Chemnitz Gelegenheit hat, die eigenen Gründe für die Aberkennung zu berichten. Man kann daraus, nein, man muss daraus folgern, dass Voigt keinerlei Reue, keinerlei Einsicht zeigt, nach wie vor der Meinung ist, der gelegentliche Diebstahl der Ideen anderer sei eigentlich in Ordnung. Eine interessante Ansicht, für einen, der Ministerpräsident sein will.

Was besonders ärgerlich ist: Voigt und seine „Anwälte“ versuchen nicht nur eine Opferrolle zu zementieren, sie verbreiten auch Allgemeinplätze, sprechen über eine Dissertation und verbreiten schlicht und ergreifend Unwahrheiten im Stile eines „Karl Rove“, witzigerweise einer derjenigen, die Voigt für seine „Dissertation“ interviewt haben will: „Aber Du wirst mir doch zustimmen, dass man mit der Wiederholung einer Lüge, Wahrheit schaffen kann“.

Ähnlich rabulistiken die „Anwälte“ von Voigt:

„Laut der Anwälte von Voigt beziehen sich die Vorwürfe zu der Dissertation darauf, dass Voigt von ihm zitierte Quellen nicht im Original ausgewertet, sondern blind aus Sekundärliteratur übernommen haben soll. „Bemerkenswert ist dabei, dass die Vorwürfe überwiegend keine angeblich ungekennzeichneten Übernahmen (Plagiate) betreffen“, hieß es in der Mitteilung.“

Quelle: Merkur.de

Tatsächlich hat Voigt die „Sekundärliteratur“, aus der er abgeschrieben hat, NICHT zitiert, ausgelassen und damit auch klar ist und bleibt, welche Art von Diebstahl Voigt, das Opfer der wissenschaftlichen Standards, begangen hat, hier noch einmal das, worum es geht, das, an dem es nichts zu deuteln oder anwaltlich zu rabulistiken gibt:

Mario Voigt hat den Titel eines Dr. phil. an der TU-Chemnitz mit einer Arbeit erschlichen, die den Titel trägt „Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf: George W. Bush gegen John F. Kerry“.

Das ist eine dieser Arbeiten, die man ohne Gewinn und mit zunehmender Müdigkeit liest, weil darin NICHT NEUES zu finden ist. Ein Wiederkauen dessen, was im Rahmen des Wahlkampfes geschehen ist, ergänzt durch ein paar eingestreute O-Töne aus Presse oder geführten „Interviews“ [Wenn Sie sich ein eigenes Bild über den Gähn-Faktor, der mit dieser Arbeit verbunden ist, machen wollen, dann sollte ein Blick in das Inhaltsverzeichnis dazu ausreichen].

Der wissenschaftliche Wert des Voigtschen Beitrags ist verschwindend gering, so gering, dass auch Mario Voigt nicht eingefallen ist, was er einmal als neues Wissen, das ein Leser nach dem Lesen seiner „Dissertation“ inkorporiert hat, ausgeben könnte. Ergo hat er bei anderen abgeschrieben:

Alle Belege dafür, dass Mario Voigt wesentliche Teile seiner Dissertation bei anderen zusammengestohlen hat, wurden von Dr. Stefan Weber zusammengetragen und sind für jeden in seinem Blog „für wissenschaftliche Redlichkeit“ plagiatsgutachten.com abrufbar.

Das, was Voigt hier bei Bergmann abgeschrieben hat, ist schon inhaltlich eine Katastrophe mit allen Anzeichen fortgeschrittenen Schwätzertums, denn, ein Beitrag, der keinerlei Beitrag zur Theoriebildung leistet, ist im Wesentlichen ein Beitrag ohne Wert, denn lediglich das, was verallgemeinerbar ist, was generalisiert und als neues Wissen in den Korpus des Gesamtwissens eingetragen werden kann, ist nützlich. Alles andere ist Gewäsch, keine Wissenschaft, Travestie auf dieselbe.

Die Eigenleistung von Voigt soll unter anderem darin bestehen, dass er angeblich Interviews mit US-„Wahlkampfstrategen“ geführt hat:

„Als einer der wenigen Forscher kann er auf Gespräche mit dem Inner Circle der Bush-Kampagne zurückgreifen, u.a. mit dem Chefstrategen Karl Rove. Dadurch leistet die Studie eine Pionierarbeit, die Komplexität und Wirkungsweise von Wahlkampfführung und politischer Kommunikation in den USA offenzulegen.“

Schon die Beschreibung bei Amazon erinnert eher an eine journalistische, denn eine wissenschaftliche Arbeit, und das Wenige, was Voigt aus den „Interviews“ in seiner Arbeit herausgeholt hat, scheint die Frage, ob diese Interviews je geführt, und wenn sie je geführt wurden, ob ihnen irgend eine Form von sozialwissenschaftlicher Methode zugrunde lag, normalerweise dringlich erscheinen zu lassen.

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Links findet sich die „Arbeit“ von Mario Voigt, rechts das jeweilige Original. Der blaue Text wurde von Weber als Erläuterung oder Quellenangabe ergänzt. Die farblich hervorgehobenen Stellen zeigen die Stellen an, die abgeschrieben wurden. Offenkundig besteht die Eigenleistung von Voigt, neben dem Diebstahl der Ideen anderer, darin, die englischen Originaltexte zu übersetzen und dabei zu kürzen.

Auch dieses schäbige Verhalten, das in der Wissenschaft keinen Platz hat und zum Entzug eines erschlichenen Titels führen muss, ist weit verbreitet, besonders unter Polit-Gangstern scheint es weit verbreitet zu sein, weil diese armen Wichte wohl die einzigen sind, die noch glauben, ein Titel stelle etwas vor, mache aus einem intellektuellen Wurm einen Aristoteles. Zitieren wir einmal mehr die TU-Chemitz:

„Folgen von Plagiarismus

Plagiieren in Hausarbeiten, beziehungsweise Abschlussarbeiten kann gravierende Folgen haben.

Dies[e] können sein:

  • die Aberkennung der Prüfungsleistung (z.B. Seminar- oder Abschlussarbeiten, insbesondere Dissertationen)
  • im Extremfall die Exmatrikulation
  • rechtliche Konsequenzen aufgrund der Verletzung des Urheberrechts
  • Schadensersatzforderung

Das richtige Zitieren ist eine Grundvoraussetzung des wissenschaftlichen Arbeitens. Verstöße gegen die Zitierpflicht können als Fälschungen geahndet werden und den Vorwurf des Plagiats nach sich ziehen.“

In vergleichbaren Fällen haben Hochschulen reagiert und den Dieben die Leistung, mit der sie sich schmücken wollten, entzogen. Im Fall von Mario Voigt konnte am Ende eines entsprechenden Prozederes kein anderes Ergebnis stehen, wenn die TU-Chemnitz als Hochschule weiterhin ernstgenommen werden will.

Quelle: Plagiatsgutachten.com

Plagiieren ist für Mario Voigt auch offenkundig nichts, was er zur einmaligen Anwendung gebracht hat, denn Stefan Weber hat „weitere 60 Plagiatsfragmente in fünf Publikationen … [gefunden], die zwischen 2004 und 2018 erschienen sind“. Voigt ist ein notorischer Plagiierer, ein notorischer Dieb des geistigen Eigentums anderer Leute.

Der Mann ist Ministerpräsident von Thüringen. Voigt, ein Mann, der offenkundig nicht zwischen Mein und Dein unterscheiden kann oder will. Dessen moralische Kompetenz man angesichts seiner sehr niedrig liegenden Schwelle, Übergriffe auf andere Menschen und deren Eigentum zu unternehmen, als nicht ausreichend ansehen muss, um ein solches Amt auch nur von Ferne ins Auge fassen zu können.

Indes, das ist die Gesellschaft, in der wir leben. Eine Gesellschaft des Scheins, der Vorgaukelung falscher Tatsachen, des Betrugs und der Täuschung, der Erschleichung von Leistungen und des vollständig fehlenden Unrechtsbewusstseins.

Zumindest in dieser Hinsicht ist Voigt ein Rollenmodell.

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