Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) kündigte heute, am Stefanitag, an, gegen die hohen Spritpreise vorgehen zu wollen. Denn die Rohölpreise seien auf den internationalen Märkten deutlich gesunken, was sich an den Zapfsäulen aber nicht widerspiegle. „Da ist etwas faul“, sagte er in einem Interview. Das Auseinanderdriften von Rohöl- und Endverbraucherpreisen sei nicht akzeptabel. Marterbauer werde sich das genau ansehen.
Jahresdurchschnitt niedriger als im Vorjahr
Im Jahresdurchschnitt 2025 kostete ein Liter Super rund 1,52 Euro, Diesel etwa 1,54 Euro und war damit leicht günstiger als im Vorjahr 2024. Diesel war allerdings bereits das vierte Jahr in Folge teurer als Benzin.
Gleichzeitig sank zuletzt der internationale Rohölpreis deutlich. Während ein Fass Rohöl Anfang November noch bei rund 69 Euro lag, kostete es zuletzt nur mehr etwa 56 Euro.
Kritik von Autofahrerklubs
An den heimischen Tankstellen kamen diese Rückgänge jedoch nicht an, im Gegenteil: Die Preise lagen sogar leicht über dem Vorjahresniveau.
Auch Autofahrerklubs schlagen Alarm. Der ARBÖ sprach schon Anfang November von eindeutig zu hohen Treibstoffpreisen und kritisierte, dass bei einem Rückgang der Ölpreise um rund 20 Prozent die Spritpreise in Österreich nicht sinken, sondern steigen. Die Bundeswettbewerbsbehörde solle daher die Preisgestaltung der Mineralölkonzerne genauer prüfen.
Staat ist größter Profiteur hoher Treibstoffpreise
Unabhängig davon, ob Marktmechanismen oder mangelnder Wettbewerb eine Rolle spielen, steht ein Punkt außer Zweifel: Der Staat ist der größte Profiteur hoher Treibstoffpreise. Denn mehr als die Hälfte des Literpreises entfällt auf Steuern und Abgaben.
Allein die Mineralölsteuer macht bei Benzin knapp 48 Cent, bei Diesel rund 40 Cent pro Liter aus. Hinzu kommt die neue CO₂-Bepreisung, die 2025 bei 55 Euro pro Tonne lag und – inklusive Mehrwertsteuer – rund 15 Cent je Liter Benzin und 16,5 Cent je Liter Diesel kostet. Auf all diese Bestandteile wird zusätzlich 20 Prozent Mehrwertsteuer eingehoben. Damit kassiert der Staat pro Liter rund 75 Cent.
Fehlende Ehrlichkeit
Wenn der Finanzminister also ankündigt, gegen mutmaßlich überhöhte Preise vorzugehen und Raffinerien stärker in die Pflicht zu nehmen, sollte er nicht vergessen, auch bei den Abgaben und Steuern den Hebel umzulegen. Allen voran bei der neuen Klimasteuer.