Man glaubt, Deutschland könne nicht noch tiefer sinken – und dann meldet sich Merkel zurück. Die „Bild“ bringt ins Spiel, sie könne Bundespräsidentin werden. Ja, es ist nur ein Gerücht. Aber schon das ist eine Zumutung. Denn es scheint tatsächlich Überlegungen zu geben, Merkel an die Staatsspitze zu hieven. Die Frau aus der DDR-Nomenklatur, die Deutschland mit grünem Sozialismus gegen die Wand fuhr.

Die Bild beruft sich auf „CDU-Kreise“ mit ihrem Bericht. Wer die inzwischen 71-jährige Altkanzlerin kennt, ahnt sofort: Das war kein Zufall, sondern ein Versuchslauf. Die Nachricht wurde als Testballon gezielt von ihr über ihr Umfeld gestreut – um die Chancen auszutesten. Dass Merkel von diesen Gerüchten nichts weiß und sie trotzdem kursieren, halte ich für unwahrscheinlich: Eine öffentliche Äußerung von ihr würde sofort alle Spekulationen beenden. Aber sie macht solche Äußerungen nicht.

Dass ein expliziter Machtmensch wie Merkel einfach so in den Ruhestand geht und sich verabschiedet von Wichtigkeit und gefühlter Bedeutung, ist zwar nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich. Für viele Politiker gilt ein Bonmot, mit dem ein Kenner einst die enorme Umtriebigkeit von Bayerns Ministerpräsident im Ruhestand Edmund Stoiber erklärte: „Sein Albtraum ist, eines Tages zuhause im Alpenvorland aufzuwachen und nur noch den Blick auf die Berge zu haben, aber keine Termine. Ausblick statt Bühne – das ist für manche Politiker schlimmer als Knast.“

Dass Merkel sich mit dem Präsidentenamt krönen könnte, ist nicht nur denkbar – es passt ins Drehbuch. Mir graut davor. Ich habe meine eigenen Erfahrungen mit der Frau. 2021 versuchte sie, mich in der Bundespressekonferenz zu demütigen – sehr zur Freude ihrer Hofpresse, die untertänigst Beifall zollte und sich auf die Schenkel klopfte (siehe meinen Artikel „Die Risse zwischen Merkel und mir“).

Merkel hat in meinen Augen das demokratische System der Bundesrepublik zielgerichtet DDR-isiert. Die Tochter eines systemtreuen Pastors, der aus Hamburg in die DDR übersiedelte und als Gründer der „Kirche im Sozialismus“ galt, ist in meinen Augen ihrer Kaderausbildung nie entwachsen und hat ihre Abneigung gegen die westlichen Werte nie überwunden. Sie ist im Innersten Sozialistin geblieben – nur mit grünem Lack. Die CDU hat sie extrem unterschätzt – und sie wurde von ihr feindlich übernommen.

Ein Leser-Kommentar bringt es auf den Punkt: „Sie wäre eine ebenbürtige Nachfolgerin für Linksaußen-Steinmeier, der alle Schikanen und Fehlentscheidungen des Linksstaates gutheißt, unterstützt und gegen andere Meinungen hetzt. Schließlich ist das alles ja Merkels Werk.“

Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz, ein Intimfeind Merkels, die ihn einst entmachtete, soll denn auch massiv beunruhigt sein über die Gerüchte, sie könne ins Schloss Bellevue wechseln. Das befürchtete Szenario laut Bild: Die Grünen könnten Merkel zur Bundespräsidenten-Kandidatin vorschlagen – gegen den Willen von Merz. Der wäre damit in einem Fiasko: Denn Nein zu sagen zur Kandidatin aus den eigenen Reihen – das sähe merkwürdig aus.

Wie nervös man in Kanzleramtskreisen ist, zeigt sich nach Ansicht der „Bild“ daran, dass im Kanzleramt nun überlegt wird, bereits in den nächsten Wochen einen eigenen CDU-Kandidaten für das höchste Staatsamt vorzuschlagen. Obwohl das ungewöhnlich früh wäre – denn die Wahl steht erst im Februar 2027 an.

„In der CDU werden zwei Kandidatinnen die besten Chancen eingeräumt: der liberalen Bildungsministerin Karin Prien und der eher konservativen Bundestagspräsidentin Julia Klöckner“, heißt es in dem Bericht. Prien ist überzeugte Merkelianerin und mehr grün als schwarz. Klöckner dagegen steht eher für die alte CDU – wäre deshalb aber kaum mehrheitsfähig, da in der Bundesversammlung die Stimmen von SPD oder Grünen nötig wären. Dank der Selbstkastration der CDU durch die „Brandmauer“.

Eine Merkel im Schloss Bellevue – das wäre der Schlussstein ihres Umbaus der Republik. Der letzte Triumph einer Frau, die ihre Lust an der Macht stets hinter einem Mantel der angeblichen Sachlichkeit versteckt hat. Die Distanz zu ihrem eigenen Land kultivierte. Und es in 16 Jahren an die Wand fuhr – moralisch, wirtschaftlich, kulturell. Die CDU wäre endgültig zur Merkel-Partei geworden. Die letzten konservativen Reste stünden beschämt in der Ecke.

Ein Satz schiebt sich mir in den Kopf, so düster wie wahr: Es war einmal ein Land – und Merkel war sein letztes Staatsoberhaupt.

Und dann fällt mir ein jüdischer Witz ein, den ich nie aktueller fand als heute: „Ich habe ja schon früher gesagt, dass alles Scheiße ist. Aber aus heutiger Sicht war das damals reines Marzipan.“

PS: Gar nicht auszudenken, was der Steuerzahler dann wieder für die Haarpflege der Ex-Kanzlerin blechen müsste. Selbst als Pensionärin lässt sich Merkel ja noch staatlich aufhübschen. Diskret natürlich – wie jede ihrer Operationen am offenen Herzen der Republik.

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