In den iranischen Millionenmetropolen Teheran und Maschhad kommt es den zweiten Tag in Folge zu Straßenprotesten. Viel geteilte Videos in den sozialen Medien zeigten Menschenansammlungen an zentralen Plätzen.
Angespannte Sicherheitslage
Unabhängig verifizieren ließen sich die Aufnahmen zunächst nicht. Auch das genaue Ausmaß der Demonstrationen war zunächst unklar.
Wegen der landesweiten Internetsperre drangen nur noch wenige Aufnahmen nach außen. Seit mehr als 24 Stunden ist die Bevölkerung vom Rest der Welt abgeschnitten.
Studierende in der Hauptstadt Teheran berichteten von einer angespannten Sicherheitslage. Auf einer Hauptverkehrsstraße seien alle zehn Meter Spezialeinheiten der Sicherheitskräfte mit Kalaschnikow-Sturmgewehren postiert, hieß es im studentischen Newsletter „Amirkabir“. Die Sorge vor einer Eskalation der Gewalt war demnach groß.
Unterdessen berichtete der Bürgermeister von Teheran, Aliresa Sakani, vom Ausmaß der Unruhen in der vergangenen Nacht. Seiner Darstellung nach wurden bei den Unruhen mehr als 50 Banken und mehrere staatliche Einrichtungen angezündet.
„Mehr als 30 Moscheen gingen in Flammen auf“, sagte er in einem von der Nachrichtenagentur Mehr verbreiteten Video.
Merz, Macron und Starmer verurteilen Gewalt gegen Demonstranten
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der französische Staatspräsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer haben „die Tötung von Demonstranten auf das Schärfste“ verurteilt.
„Wir fordern die iranischen Behörden nachdrücklich dazu auf, Zurückhaltung zu üben, von Gewalt abzusehen und die Grundrechte der iranischen Bürger zu wahren“, hieß es in einer am Freitagabend veröffentlichten gemeinsamen Erklärung der drei Politiker.
Die iranischen Behörden seien „verantwortlich für den Schutz der eigenen Bevölkerung“ und müssten „Meinungsfreiheit sowie friedliche Versammlungen zulassen, ohne dass Angst vor Repressalien herrscht“, hieß es in der Erklärung weiter. (dpa/afp/red)