War die Kronen Zeitung gestern, Samstag, beim Neujahrstreffen der FPÖ in der Messehalle Klagenfurt gar nicht dabei? Deren Chefredakteur Klaus Herrmann wohl nicht, denn sonst hätte er die Stimmung der 5.000 Gäste ganz anders beschrieben. 

„Herbert, Herbert!“-Sprechchöre

Nach Herrmanns Wahrnehmung war der Applaus nach der Rede von Parteichef Herbert Kickl nicht „tosend“, weil er – wörtlich – „nicht als Regierungschef, sondern als ewiger Kämpfer ums Kanzleramt auftrat“. War die Krone auf einer anderen Veranstaltung? Tatsächlich, und das berichteten auch andere System-Medien, wurde Kickl mit „Herbert, Herbert!“-Sprechchören auf die Bühne geklatscht. Oe24 schrieb zum Beispiel: 

Nach 70 Minuten Redezeit wurde Kickls Rede mit Standing Ovations beendet – und mit “Immer vorwärts FPÖ”, dem neuen Lied der John-Otti-Band.

Der Kronen Zeitung passte die großartige Begeisterung für einen Mann, der lieber auf die Volkskanzlerschaft verzichtete, als die Wähler zu verraten, nicht ins Bild ihrer Berichterstattung. 

Krone schrieb Ende der FPÖ herbei

Im Jahr 2019 sah das Kleinformat die „FPÖ am Ende!“ – und teilte das ihren Lesern auf der Titelseite auf schwarzen Hintergrund mit, das wohl das Sterben der Partei symbolisieren sollte. Am 7. August 2022 schrieb die Kronen Zeitung über einen angeblichen Selbstmordversuch samt angeblichem Abschiedsbrief des damaligen Mitarbeiters im Freiheitlichen Parlamentsklub, Hans-Jörg Jenewein.

Der Artikel, verfasst von Christoph Budin, war in der Folge vom Presserat verurteilt worden, und die Richterin fragte im Prozess gegen die Kronen Zeitung, ob in diesem Bericht zumindest die Namen stimmen würden. Denn tatsächlich hatte es keinen Suizidversuch, keinen Abschiedsbrief und auch keine – wie die Krone damals behauptete – Ex-Frau Jeneweins gegeben. 

100.000 Euro Strafe für “erfundenen Abschiedsbrief”?

Wie berichtet, soll dieser Tiefpunkt des Journalismus der Kronen Zeitung 100.000 Euro Strafe eingebracht haben. Zu dieser Behauptung von FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker schwieg die Chefredaktion der Zeitung, der betroffene Redakteur, Christoph Budin, tat dies damit ab, dass es sich dabei um eine „lächerliche Aussage“ handle. 



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