Der Euro-Beitritt Bulgariens zum 1. Januar 2026 treibt die Produktion von Münzen im gemeinsamen Währungsraum nach oben. Die Europäische Zentralbank hat den 20 Eurostaaten sowie Bulgarien die Herstellung von Geldstücken im Gesamtvolumen von gut 2,4 Milliarden Euro genehmigt.
In den vergangenen Jahren pendelte das jährliche Volumen neu geprägter Euro-Münzen in der Regel um die zwei Milliarden Euro. Für 2025 hatte die Notenbank ein Volumen von rund 2,17 Milliarden Euro bewilligt.
Von der für das kommende Jahr vorgesehenen Münzproduktion ist ein Volumen von rund 1,9 Milliarden Euro für den täglichen Gebrauch bestimmt. Dazu kommen Sammlermünzen im Umfang von etwas mehr als 511 Millionen Euro.
Bulgarien kommt neu hinzu
Euro-Neuling Bulgarien plant Münzen im Gesamtumfang von etwas mehr als 164 Millionen Euro – fast ausschließlich für den täglichen Gebrauch.
Die EZB legt jährlich anhand des von den Eurostaaten gemeldeten Bedarfs eine Obergrenze für den Gesamtumfang der Münzausgabe im Währungsraum fest. In diesem Rahmen dürfen die Länder dann Geldstücke prägen lassen.
Deutschland stellt die meisten Euro-Münzen her
Die meisten Geldstücke will 2026 wieder Deutschland produzieren. Auf 558 Millionen Euro beläuft sich das Volumen, davon entfallen 203,5 Millionen Euro auf Sammlermünzen.
Mit einem Gesamtvolumen von 342 Millionen Euro kommt Frankreich erneut auf den zweithöchsten Wert neuer Münzen. Spanien liegt mit gut 299 Millionen Euro weiterhin auf Rang drei der Euroländer.
Bleibt das Bargeld?
Bargeld ist gerade in Deutschland beliebt und – Analysen der Bundesbank zufolge – auch für den Handel zusammen mit der Girocard das günstigste Bezahlverfahren.
Sorgen, dass das Bargeld abgeschafft wird, treten die Euro-Währungshüter immer wieder entgegen: Zwar arbeitet die EZB an einem digitalen Euro, der 2029 eingeführt werden könnte.
Dies soll aber kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zu Schein und Münze sein, damit Verbraucher beim digitalen Bezahlen eine europäische Alternative zu den derzeit dominierenden US-Anbietern Paypal, Mastercard, Visa und Co. haben.
Wer den Cent nicht ehrt …
Auch die in der Herstellung vergleichsweise teuren Ein- und Zwei-Cent-Münzen stellt Deutschland weiterhin her.

Teuer in der Herstellung, oft verschwunden in Sparschweinen und Sammelbüchsen: Über eine Abschaffung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen wird immer wieder diskutiert.
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In den USA wurde aus Kostengründen nach mehr als 230 Jahren im November die Herstellung der dortigen Ein-Cent-Münze, des „Penny“, eingestellt. Unternehmen in den USA sind aufgefordert, Preise auf die nächstgrößere Münze – fünf Cent – auf- oder abzurunden.
In etlichen Euroländern gibt es solche Rundungsregelungen bereits. So werden beispielsweise in Finnland Barzahlungen per Gesetz auf den nächstgelegenen Fünf-Cent-Betrag gerundet. Ähnliche Regelungen gibt es in den Niederlanden, der Slowakei, Irland, Italien, Belgien und Estland.
Für Deutschland hatte die Bundesbank im März 2025 eine Rundungsregel vorgeschlagen, die Ein- und Zwei-Cent-Münzen überflüssig machen würde. Umgesetzt wurde dies bislang nicht. Eine Abschaffung der kleinen Euro-Münzen könnte nur auf europäischer Ebene beschlossen werden. (dpa/ks)