Rund 40 Staaten haben unterdessen den Iran aufgefordert, die für die Weltwirtschaft bedeutende Straße von Hormus „sofort und bedingungslos“ wieder für die Schifffahrt freizugeben. Italien sprach sich für einen „humanitären Korridor“ für Düngemittel und andere humanitäre Güter aus, um eine Ernährungskrise zu vermeiden.
Bahrain legte einen Resolutionsentwurf vor, demzufolge „alle notwendigen Mittel“ eingesetzt werden können sollen, um die Fahrt durch die Straße von Hormus zu gewährleisten. Die Vetomächte Russland, China und Frankreich äußerten jedoch starke Bedenken.
Die Entwicklungen im Nahen Osten vom 3. April:
Abu Dhabi: Trümmerteile lösen Brand in Gasanlage aus – ein Toter
Bei einem Brand in einer Gasanlage der Vereinigten Arabischen Emirate infolge eines iranischen Angriffs ist ein Mensch ums Leben gekommen. In der Gasanlage Habschan nahe Abu Dhabi sei durch herabfallende Trümmer eines abgefangenen Geschosses ein Feuer ausgebrochen, erklärten das Medienbüro der emiratischen Regierung im Onlinedienst X.
Bei der Evakuierung des Geländes sei ein ägyptischer Staatsangehöriger ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen erlitten demnach leichte Verletzungen.
Die Anlage sei „erheblich“ beschädigt worden, fügte das Medienbüro hinzu.
Gerettetes Crewmitglied medizinisch versorgt – Piloten sind trainiert, sich zu verstecken
Laut CNN wurde das gerettete Crewmitglied des abgeschossenen US-Kampfflugzeugs bereits medizinisch versorgt. Bilder und Videos auf Online-Plattformen zeigten mutmaßlich tief fliegende US-Hubschrauber in der Region, die nach einem weiteren Crewmitglied suchen.
Das für den Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando (Centcom) reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Iran setzt zurzeit eine Prämie für die Ergreifung der Soldaten aus.
Piloten, die über feindlichem Territorium abgeschossen werden und sich mit dem Schleudersitz aus der Maschine befreien können, sind darauf trainiert, sich zu verstecken und ihre Position durchzugeben. Piloten tragen in der Regel eine Weste mit einem Peilsender, einer Schusswaffe, Wasser und Verbandszeug bei sich, wie ein westlicher Kampfpilot der Nachrichtenagentur AFP sagte.
US-Kampfjet über Iran abgeschossen, ein Besatzungsmitglied gerettet, Suche läuft
Heute wurden im Süden Irans Such- und Rettungsmaßnahmen eingeleitet, nachdem ein US-Kampfflugzeug im iranischen Luftraum abgeschossen worden war. Ein Besatzungsmitglied konnte gerettet werden, ein weiteres wird noch vermisst, wie hochrangige israelische Sicherheitsbeamte dem „Epoch Magazine Israel“ bestätigten.
Laut den israelischen Beamten entsandten die Vereinigten Staaten Suchteams zum Absturzort. Bislang ist es den Teams gelungen, ein Besatzungsmitglied zu retten, die Suche nach dem zweiten dauert an.
Präsident Donald Trump wurde über den Abschuss des Jets unterrichtet, wie die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, gegenüber CNN mitteilte.
Iran behauptet, einen US-Kampfjet abgeschossen zu haben
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) behaupteten heute, ihre Streitkräfte hätten einen US-Kampfjet über iranischem Territorium abgeschossen. Staatsnahe Medien berichteten, der Pilot habe sich möglicherweise mit dem Schleudersitz gerettet und sei im Land gelandet.
Die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim berichtete unter Berufung auf eine Erklärung der Revolutionsgarden, dass es sich bei dem Flugzeug um eine F-35 gehandelt habe, und veröffentlichte Bilder, die angeblich Teile des Wracks zeigten. Weiter hieß es, das Schicksal des Piloten sei weiterhin ungewiss und US-Streitkräfte seien mit Black-Hawk-Hubschraubern und einer C-130 Hercules im Einsatz, um in dem Gebiet nach dem Flugzeug zu suchen.
Laut dem staatlichen Sender Islamic Republic of Iran Broadcasting haben lokale Fernsehsender in der Gegend, in der das Flugzeug angeblich abgestürzt ist, Stammesangehörige und Mitglieder einer lokalen Miliz dazu aufgerufen, US-Personal anzugreifen, falls sie gesichtet werden.
Die Revolutionsgarde behauptete außerdem, das abgeschossene Flugzeug sei vom RAF-Flugplatz Lakenheath aus gestartet, dem Stützpunkt des 48. Jagdgeschwaders der US-Luftstreitkräfte in Europa.
Eine Bestätigung seitens US-amerikanischer Beamter liegt noch nicht vor und das US Central Command (CENTCOM) hat sich zu den jüngsten Behauptungen noch nicht öffentlich geäußert.
Selenskyj bietet Hilfe bei Öffnung der Straße von Hormus an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bot derweil die Hilfe seines Landes bei einer Öffnung der Straße von Hormus an. In einem am Freitag veröffentlichten Interview unter anderen mit der Nachrichtenagentur AFP sagte Selenskyj, er habe bei seinem Besuch in den Golfstaaten vergangene Woche seinen Gesprächspartnern gesagt: „Die Ukraine ist bereit mit allem in Bezug auf Verteidigung zu helfen.“ Er nannte keine Einzelheiten, verwies aber auf die Erfahrungen der Ukraine im Schwarzen Meer, das Russland zu Beginn des Ukraine-Kriegs versucht hatte zu blockieren.
Im vierjährigen Krieg gegen die russische Invasion hat die ukrainische Armee zahlreiche Technologien entwickelt, darunter maritime Drohnen. Diese ermöglichten es der Armee, im Schwarzen Meer bedeutende Erfolge gegen russische Kriegsschiffe zu erzielen und Moskau daran zu hindern, die Kontrolle über diese wichtige Wasserstraße zu erlangen.
Selenskyj erklärte am Mittwoch, die Ukraine habe bereits eine Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Jordanien aufgenommen und stehe in Kontakt mit Bahrain, Kuwait und dem Irak. Gleichzeitig verhandele sein Regierungsteam mit der Türkei und anderen Ländern über mögliche Abkommen.
Containerschiff eines französischen Eigners durchquert Straße von Hormus
Ein Containerschiff des französischen Schifffahrtskonzerns CMA CGM hat als wohl erster Frachter eines europäischen Eigners seit Beginn des Iran-Kriegs die Straße von Hormus passiert. Das unter der Flagge Maltas fahrende Schiff sandte anstelle seines Fahrtzieles die Botschaft „französischer Eigentümer“ aus, wie aus den am Freitag ausgewerteten Daten der Website MarineTraffic hervorgeht.
Die Navigationsdaten des Schiffes zeigten, dass es am Donnerstag über eine neue, vom Iran genehmigte Route durch dessen Hoheitsgewässer fuhr. Mehrere Frachter nutzten bereits diese Route in der Nähe der iranischen Insel Larak. Nach Angaben von Experten der Schifffahrtszeitschrift „Lloyd’s List“ bezahlten mindestens zwei Schiffe dafür Gebühren.
Die meisten Schiffe, die seit Anfang März durch die vom Iran eigentlich blockierte Straße von Hormus fuhren, stammten aus dem Iran oder hatten Verbindungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien, China oder Saudi-Arabien. Peking äußerte am Dienstag seinen „Dank“, nachdem drei chinesische Frachter die Meerenge passiert hatten.
Röttgen gegen Macrons Verhandlungsvorschlag zur Straße von Hormus
Der CDU-Außenpolitiker und stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion Norbert Röttgen hat sich ablehnend zum Vorschlag des französischen Präsidenten Emmanuel Macron geäußert, mit dem Iran über die Öffnung der Straße von Hormus zu verhandeln.
„Die Kontrolle über die Straße von Hormus entscheidet strategisch über Sieg und Niederlage in diesem Krieg“, sagte Röttgen der FAZ. Irans Anspruch auf die Kontrolle der ganzen Straße sei jedoch völkerrechtswidrig. „Der Vorschlag Macrons beinhaltet darum die Anerkennung der Vorherrschaft Irans und zwar umfassend militärisch, rechtlich und in der Folge politisch“, sagte Röttgen. Macron schlage etwas vor, was Iran „in totaler militärischer Bedrängnis“ für sich ablehne, nämlich die Kapitulation.
Röttgen sprach sich für eine deutsche Beteiligung Deutschlands an einem Engagement zur Sicherung der Straße von Hormus nach dem Ende des Krieges der USA und Israels gegen den Iran aus. „Fast die ganze Welt, darunter Deutschland, kann nicht akzeptieren, dass Teheran zwanzig Prozent der weltweiten Öl- und Gastransporte gewissermaßen in Geiselhaft nimmt“, sagte der Christdemokrat.
Sobald US-Präsident Donald Trump den Krieg gegen den Iran für beendet erkläre, werde auch Deutschland die Frage beantworten müssen, wie es sich verhalte. „Die Öffnung der Straße von Hormus ist sehr vielen Ländern ein großes Anliegen. Das gilt auch für Deutschland; wir haben Interessen, wirtschaftliche und politische. Die müssen wir zusammen mit anderen wahrnehmen.“
US-Militär: Mehr als 12.300 iranische Ziele angegriffen
Das US-Militär hat eine Zwischenbilanz nach einem Monat Krieg im Iran gezogen: Mehr als 13.000 Kampfflüge und über 12.300 Angriffe auf iranische Ziele wurden bislang durchgeführt. Laut US-Zentralkommando ist damit die Zahl der getroffenen Ziele seit dem letzten Update Ende März deutlich gestiegen.
Kommandeur Brad Cooper erklärte, Irans Marine und Luftwaffe seien weitgehend außer Gefecht gesetzt, ebenso große Teile der Luft- und Raketenabwehr. Der Iran meldete unterdessen neue Raketenangriffe im Nahen Osten und drohte zudem mit Attacken auf US-Technologieunternehmen.
Trumps Ultimatum an den Iran läuft bald ab
An der Spitze des US-Verhandlungsteams steht Vizepräsident J.D. Vance.
Laut denselben Quellen könnte Präsident Trump, sollte keine Durchbruch bei den Verhandlungen über die Öffnung der Straße von Hormus erzielt werden, eine deutliche Eskalation der Kampfhandlungen anordnen, einschließlich der Angriffe auf iranische Kraftwerke.
Trump: Als Nächstes werden die Brücken, dann die Kraftwerke angegriffen
Nach einem Angriff auf die größte Brücke im Iran hat US-Präsident Donald Trump mit einer weiteren Zerstörung der Infrastruktur des Landes gedroht.
UN-Sicherheitsrat verschiebt Abstimmung
Der UN-Sicherheitsrat hat eine für heute angesetzte Abstimmung über eine vom Golfkooperationsrat geforderte Freigabe eines Einsatzes von Waffengewalt zum Schutz der Straße von Hormus verschoben. Bahrain hatte zuvor einen Resolutionsentwurf vorgelegt, demzufolge „alle notwendigen Mittel“ eingesetzt werden können sollen, um die Fahrt durch die Straße von Hormus zu gewährleisten.
Einwände der Vetomächte, Russland, China und Frankreich, führten zu mehreren Änderungen am Text des Resolutionsentwurfs. In einer überarbeiteten Version, hieß es später etwa, dass „alle notwendigen defensiven Mittel“ eingesetzt werden können sollen.
Ein neues Datum für die Abstimmung wurde nicht genannt.
Wadephul erwägt Beteiligung an Seeweg-Absicherung
Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat einen Beitrag Deutschlands zur Absicherung der Seehandelswege im Nahen Osten in Aussicht gestellt. Auf die Nachfrage, ob er von einem Einsatz der Bundeswehr spreche, sagte Wadephul, über den Beitrag spreche man „mit einer größeren Gemeinschaft von Staaten, wenn der militärische Konflikt beigelegt ist und die rechtlichen Voraussetzungen dafür vorliegen“. So weit sei man „bedauerlicherweise noch nicht“.
Wadephul geht davon aus, dass die USA ihren Militäreinsatz gegen den Iran bald beenden werden. „Aus vielen Gesprächen mit den USA haben wir nicht den Eindruck, dass Präsident Trump ernsthaft erwägt, in einen großangelegten und langfristigen Bodeneinsatz hineinzugehen“, sagte er. „Meine Erwartung ist schon, dass die USA nach Erreichen der militärischen Ziele ihren Einsatz in nicht allzu ferner Zukunft beenden.“
US-Außenminister Marco Rubio habe als Ziele immer die Zerstörung des nuklearen Potenzials, des ballistischen Raketenprogramms und der Marine des Iran genannt, führte Wadephul aus. „Ein umfassender Regime-Change gehört nicht dazu.“
Israelische Armee meldet Raketenangriffe aus dem Iran
Die israelische Armee hat eine neue Welle von Raketen aus dem Iran gemeldet. Es seien Raketen identifiziert worden, „die vom Iran in Richtung des Staatsgebiets Israels abgefeuert wurden“, teilte die israelische Armee am Freitagmorgen mit. Die Luftabwehrsysteme seien im Einsatz. Es gab zunächst keine Berichte über Opfer oder Schäden.
Auch die kuwaitische Armee meldete erneut Angriffe auf den Golfstaat. „Die kuwaitische Luftabwehr reagiert derzeit auf feindliche Raketen- und Drohnenbedrohungen“, erklärte die Armee im Onlinedienst X.
Angriffe auf größte Brücke im Iran
Vei neuen Angriffen auf den Iran ist die größte Brücke des Landes getroffen worden. US-Präsident Donald Trump veröffentlichte am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social ein Video von der B1-Brücke in Karadsch, in dem zu sehen ist, wie das Bauwerk teilweise einstürzt und dichter Rauch aufsteigt.
Die noch im Bau befindliche B1-Brücke befindet sich rund 35 Kilometer südwestlich von Teheran. Die Brücke galt laut iranischen Medien als die höchste in der Region. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi verurteilte den Angriff.
Der US-Präsident drohte derweil mit weiteren Angriffen, sollte die iranische Führung nicht zu Verhandlungen über ein Ende des Iran-Krieges bereit sein: „Es ist an der Zeit, dass der Iran einen Deal macht, bevor nichts mehr übrig ist von dem, was noch ein großartiges Land werden könnte.“
Mit Material von Nachrichtenagenturen