Am Abend 18. März erreichte der Irankrieg eine neue Dimension: Nachdem Israel Angriffe auf die iranische Gasindustrie bei der Industriestadt Asalujeh geflogen ist, griff der Iran Energieanlagen in Katar an. In der Nähe von Asalujeh liegt mit „South Pars“ das größte Gasfeld der Welt, das Iran und Katar getrennt voneinander ausbeuten. Die Region ist zentral für die Energieversorgung der Welt – vor allem auch bei LNG.
Die iranischen Revolutionsgarden drohten den Golfstaaten, ihre Öl- und Gasindustrien würden „vollständig zerstört“ werden, sollten Israel und die USA erneut die iranische Energieinfrastruktur angreifen.
Die Entwicklungen im Nahen Osten vom 19. März im Liveticker:
Netanjahu: Iran kann kein Uran mehr anreichern
Nach knapp drei Wochen Krieg kann der Iran laut israelischem Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu kein Uran mehr anreichern und auch keine ballistischen Raketen mehr herstellen. „Der Iran ist schwächer denn je“, sagte er in Jerusalem nach Angaben der „Times of Israel“. Die Angriffe auf den Mullah-Staat würden aber weitergehen, „so lange dies notwendig ist“.
Netanjahu bekräftigte auf der Pressekonferenz die Ziele der Militärkampagne, die Israel und die USA gestartet haben. Es gehe darum, die Bedrohung auszuschalten, die von den nuklearen Ambitionen und von den ballistischen Raketen des Irans ausgehen würden. Damit werde man die Bedingungen dafür schaffen, dass sich das iranische Volk die Freiheit nehmen kann, „sein Schicksal selbst zu gestalten“.
Zum umstrittenen israelischen Angriff auf das iranische Ölfeld „South Pars“ am Vortag sagte er: „Fakt Nummer eins: Israel hat allein gegen die Gasförderanlage gehandelt. Fakt Nummer zwei: Präsident Trump hat uns gebeten, künftig von (derartigen) Attacken abzusehen, und wir sehen davon ab.“
USA billigen Rüstungsexporte an zwei Golfstaaten
Die USA haben Rüstungsexporte im Wert von insgesamt gut 16 Milliarden Dollar (rund 14 Milliarden Euro) an zwei Golfstaaten gebilligt, die besonders vom Iran-Krieg betroffen sind. Kuwait soll nach Angaben des Außenministeriums in Washington Radarsensoren zur Luft- und Raketenabwehr im Wert von rund acht Milliarden Dollar erhalten. An die Vereinigten Arabischen Emirate gehen Rüstungsgüter im Wert von weiteren rund acht Milliarden Dollar.
Dazu zählen den Angaben zufolge unter anderem ein Radarsystem gegen ballistische Raketen sowie Munition und Ausrüstung für F-16-Kampfflugzeuge. Der Iran nimmt seit Beginn der US-israelischen Luftangriffe Ende Februar unter anderem Ziele in den Golfstaaten ins Visier. In Katar wurde der größte Gaskomplex des Landes in Ras Laffan angegriffen.
Eigentlich bedürfen US-Rüstungsexporte der Zustimmung des Kongresses. Außenminister Marco Rubio habe aber festgestellt, dass ein „Notfall vorliegt, der den sofortigen Verkauf“ der Ausrüstung erfordere, erklärte das Ministerium.
Iran fordert von Berlin Klarstellung zur Nutzung von Ramstein durch USA
Der iranische Botschafter in Deutschland, Madschid Nili, hat von der Bundesregierung eine „Klarstellung“ zur Nutzung der US-Luftwaffenbasis Ramstein durch die USA für den Iran-Krieg gefordert. Die Rolle des Militärstützpunkts in Rheinland-Pfalz sei für Teheran bislang „offiziell nicht klar“, sagte Nili am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Vom Auswärtigen Amt in Berlin gab es dazu zunächst keine Stellungnahme.
„Wir haben sie zu einer Klarstellung oder Erklärung bezüglich der Rolle von Ramstein aufgefordert“, sagte Nili. „Bislang haben wir keine Antwort.“ Teheran geht davon aus, dass eine Nutzung der Luftwaffenbasis durch die USA für Angriffe auf den Iran einen Fall entsprechend der UN-Resolution 3314 darstellen könnte. Demnach wird es als „Angriffshandlung“ gewertet, wenn ein Staat vom Hoheitsgebiet eines anderen Staates aus ein anderes Land angreift. „Wir wissen noch nicht, ob das auf Ramstein zutrifft oder nicht“, sagte der Botschafter.
Die Luftwaffenbasis Ramstein bei Kaiserslautern ist der größte US-Stützpunkt in Deutschland. Grundlage für die Nutzung ist das Stationierungsrecht, geregelt im Aufenthaltsvertrag vom 23. Oktober 1954. Mit den Verträgen zur deutschen Wiedervereinigung wurde die Fortgeltung des Vertrags bestätigt. Hinzu kommen Vereinbarungen im NATO-Truppenstatut.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sieht derzeit keine Veranlassung, den USA die Nutzung von Ramstein für den Krieg gegen den Iran zu beschränken. Er sehe „aktuell keinen Grund, an der Rechtmäßigkeit der Nutzung von Ramstein zu zweifeln“, hatte Pistorius am Montag gesagt.
Europäische Länder und Japan erklären sich bereit, zur Sicherung der Straße von Hormus beizutragen
Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, die Niederlande und Japan haben erklärt, dass sie bereit sind, zur Gewährleistung einer sicheren Durchfahrt durch die Straße von Hormus beizutragen.
In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten die Länder die iranischen Angriffe auf Handelsschiffe und Energieinfrastruktur sowie die faktische Sperrung dieser wichtigen Schifffahrtsroute. Sie forderten Teheran auf, seine Aktionen unverzüglich einzustellen.
„Wir bringen unsere tiefe Besorgnis über die Eskalation des Konflikts zum Ausdruck. Wir fordern den Iran auf, seine Drohungen, das Auslegen von Minen, Drohnen- und Raketenangriffe sowie andere Versuche, die Meerenge für den Handelsschiffsverkehr zu blockieren, unverzüglich einzustellen. Wir bekunden unsere Bereitschaft, zu geeigneten Maßnahmen beizutragen, um die sichere Durchfahrt durch die Meerenge zu gewährleisten.“
Die Erklärung erfolgte, nachdem der Iran seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Golf verstärkt und Raffinerien in Saudi-Arabien und Kuwait sowie Flüssigerdgasanlagen in Katar getroffen hatte.
Pentagon beantragt zusätzliche 200 Milliarden US-Dollar für den Krieg gegen den Iran
US-Kriegsminister Pete Hegseth bestätigte, dass das Pentagon zusätzliche Mittel in Höhe von bis zu 200 Milliarden Dollar beantragt hat, um die Kosten für die laufenden Militäroperationen der USA gegen den Iran zu decken. Mehrere Medien hatten zuvor bereits darüber berichtet.
„Was die 200 Milliarden Dollar angeht, denke ich, dass sich diese Zahl noch ändern könnte”, sagte Hegseth. „Natürlich kostet es Geld, Bösewichte zu töten. Deshalb wenden wir uns erneut an den Kongress, um sicherzustellen, dass wir für das, was bereits getan wurde, und für das, was wir möglicherweise in Zukunft tun müssen, angemessen finanziert sind.“
Israel meldet Angriff auf iranische Kriegsschiffe im Kaspischen Meer
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben mehrere iranische Kriegsschiffe im Kaspischen Meer angegriffen. Unter den am Vortag von Kampfjets bombardierten Zielen seien mit Raketenabwehrsystemen bestückte Schiffe, Patrouillenboote und Begleitschiffe, erklärte die Armee. Auch ein Marinestützpunkt und Hafenanlagen seien bei dem Einsatz getroffen worden.
Der Armee zufolge handelte es sich um einen der „bedeutendsten Angriffe“ auf iranische Ziele seit Kriegsbeginn Ende Februar. Israelische Medien hatten am Mittwoch einen israelischen Angriff auf iranische Kriegsschiffe in der Hafenstadt Bandar Anzali im Kaspischen Meer gemeldet.
Tausende Luxuswagen auf Weg nach Dubai auf kenianischer Insel gestrandet
Tausende Luxusautos sind im Zuge des Iran-Kriegs auf dem Weg von Japan nach Dubai Hafenbehörden zufolge auf einer kenianischen Insel gestrandet. Örtliche Medien zeigten zahlreiche glänzende Wagen der deutschen Automarke Porsche, die einem Lagergebäude auf der Insel Lamu geparkt waren. Die Autos gehören zu insgesamt 4000 Fahrzeugen, die in der vergangenen Woche von zwei Schiffen der italienischen Grimaldi-Gruppe auf Lamu abgeladen wurden.
Das zuletzt angekommene Schiff hatte am 24. Februar die japanische Hafenstadt Yokohama verlassen – vier Tage, bevor der Iran-Krieg mit US- und israelischen Angriffen auf den Iran begann. Am 1. März wurde das Ziel des Schiffs, der Hafen Dschebel Ali in Dubai, von iranischen Gegenangriffen getroffen.
Nach Angaben örtlicher Hafenbeamter erwartet die Insel ein weiteres Containerschiff mit 5000 Autos in der kommenden Woche. Die kenianische Hafenbehörde erklärte im Onlinedienst X, dass Lamu auf einen Anstieg des Verkehrsaufkommens vorbereitet sei.
„Es gibt immer noch Schiffe mit Fracht, die für den Golf bestimmt sind, aber seit sich die Situation dort verschlechtert hat, treiben diese Schiffe mehr oder weniger nur auf dem Meer umher“, sagte Lamus Hafenmanager Abdulaziz Mzee örtlichen Medien. Der Krieg sei kein Grund zum Feiern, aber die Wirtschaft auf Lamu profitiere davon. Die Autos dürften im Hafen bleiben, bis sich die Situation stabilisiere, fuhr Mzee fort.
Iran: Staaten sollten für sichere Schiffspassage zahlen
Iranische Parlamentarier haben erneut einen Plan vorgelegt, eine Nutzungsgebühr für die Straße von Hormus zu erheben. „Die Sicherheit der Meerenge wird von der Islamischen Republik gewährleistet“, und Schiffe müssten „im Gegenzug eine Abgabe zahlen“, sagte die Abgeordnete Somajeh Rafiei nach Angaben der Nachrichtenagentur „Isna“.
Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hatte am 17. März erklärt, die Bedingungen für die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus würden „nicht zum Vorkriegsstatus zurückkehren“.
Länder, die an die Wasserstraße grenzen, sollten Regeln aushandeln, welche die sichere Schifffahrt unter bestimmten Bedingungen garantiert. Dabei sollen die Interessen des Iran und der Region berücksichtigt werden, sagte er in einem Interview mit „Al Jazeera“.
Auf die Bedingungen angesprochen, lehnte es Araghtschi ab, Details anzugeben. Bereits 2019 veröffentlichte der Iran ähnliche Entwürfe, damals kam es nicht bis zu einer Gesetzgebung.
Analyst: Öl- und Gaspreisanstieg wird nicht vorübergehend sein
Heute früh stiegen die Brent-Rohöl-Futures auf über 115 Dollar pro Barrel und erreichten damit den höchsten Stand seit mehr als einer Woche. Die Gaspreise stiegen zeitweise bis um 35 Prozent.
James Meadway, Co-Direktor von Verdant, einem Think Tank in Großbritannien, sagte gegenüber „Al Jazeera“, dass der Anstieg nicht vorübergehend sein werde.
„Vor einigen Wochen hätte man vielleicht noch gedacht, dass es den Zinsentscheidern der Bank of England, der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank gelingen würde, diesen Preisanstieg bei der Festlegung der Zinssätze zu ignorieren und zu sagen: ‚Okay, das wird vorübergehend sein. Der Krieg wird schnell vorbei sein, und alles wird wieder normal werden‘“, sagte er.
„Was jetzt passiert ist: Zusätzlich zur Blockade der Straße von Hormus haben wir nun eine schwerwiegende Störung der Grundversorgung mit Öl und Gas, insbesondere mit Gas.“ Daher „sieht es derzeit so aus, als würde dies zu einem erheblichen Anstieg dieser Preise führen“.
Sultan Al Jaber: Es ist ein globaler Wirtschaftskrieg
Sultan Al Jaber, Chef der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), verurteilt die jüngsten Angriffe des Iran auf die Energieinfrastruktur am Golf.
„Dies ist ein ungerechtfertigter, unprovozierter und illegaler Angriff auf eine friedliche Nation“, sagte Al Jaber in einem Beitrag auf LinkedIn. „Aber es handelt sich nicht nur um ein regionales Problem – es ist ein globaler Wirtschaftskrieg. Energieflüsse werden als Waffe eingesetzt.“
Merz: Deutschland kann nach Irankrieg zur Öffnung der Seewege „viel tun“
Bundeskanzler Friedrich Merz bekräftigt Deutschlands Bereitschaft, nach dem Irankrieg zur Sicherheit in der Region beizutragen.
Deutschland könne „viel tun, bis hin auch zu der Öffnung der Seewege und sie frei zu halten“, sagte Merz vor dem EU-Gipfel in Brüssel. Er wünsche sich von dem Treffen, dass „ein klares Signal von uns ausgeht, dass wir bereit sind zu helfen“, fügte er hinzu.
Merz betonte, Deutschland könne „nur dann“ helfen, „wenn die Kampfhandlungen beendet sind“. Für einen solchen Einsatz sei zudem ein internationales Mandat nötig, „das wir gegenwärtig nicht haben“, sagte Merz. Deswegen stünden „noch viele Schritte vor uns, bevor wir überhaupt über ein solches Thema nachdenken können“.
Der Irak schließt seinen Luftraum
Für die nächsten drei Tage – bis Sonntagmittag Ortszeit – hat der Irak seinen Luftraum geschlossen. Das kündigt die irakische Luftfahrtbehörde an. Die Schließung gilt für alle „ankunfts-, abfliegenden und überfliegenden Flugzeuge“, hieß es.
Raketenalarm in Tel Aviv – Explosionen zu hören
In Tel Aviv ist erneut Raketenalarm ausgerufen worden. Kurz nach einer Warnung der Armee vor vom Iran aus abgefeuerten Raketen waren in der israelischen Metropole mehrere Explosionen zu hören.
Der israelischen Armee zufolge handelte es sich um den sechsten Raketenangriff des Iran auf Israel seit Mitternacht.
Drohnenangriff auf Raffinerie in Saudi-Arabien
Eine saudiarabische Raffinerie ist von einer Drohne getroffen worden. Die Schadensbewertung nach dem Angriff auf die Samref-Raffinerie im Industriegebiet von Janbu am Roten Meer laufe, erklärte das saudiarabische Verteidigungsministerium.
Zuvor war nach Angaben des Ministerium eine auf den Hafen der Stadt abgefeuerte ballistische Rakete abgefangen worden.
Die Samref-Raffinerie gehört dem saudiarabischen Ölriesen Aramco und der Mobil Yanbu Refining Company Inc., einer Tochterfirma von ExxonMobil.
Gaspreis legt an Börse um 22-28 Prozent zu
Die Energiepreise gerieten wieder unter Druck. Der Gaspreis legte zum Handelsstart an der Börse sprunghaft um über 28 Prozent zu, bevor sich das Plus danach bei etwa 22 Prozent einpendelte.
Der Ölpreis stieg ebenfalls stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 113,80 US-Dollar; das waren 6,0 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Großraffinerie auf Kuwait von Drohnen getroffen
Bei einem Drohnenangriff auf Kuwait ist nach Berichten der Staatsmedien eine große Raffinerie getroffen worden. In einem Teil der Anlage brach ein Feuer aus, wie die kuwaitische Nachrichtenagentur berichtete.
Bei dem Angriff auf die Mina-Al-Ahmadi-Raffinerie des Staatsunternehmens Kuwait Petroleum Corporation wurde demnach niemand verletzt.
Iran hängt drei Menschen
Im Iran sind nach Justizangaben drei Menschen hingerichtet worden, die im Zusammenhang mit den jüngsten Unruhen verurteilt worden waren. Ihnen seien „Mord“ und „operative Handlungen“ zugunsten der USA und Israels vorgeworfen worden, hieß es auf der Justiz-Website Misan Online.
Die nun Hingerichteten seien in den Tod von zwei Angehörigen der Sicherheitskräfte verwickelt gewesen. Sie seien am Morgen gehängt worden.
Iran griff in dieser Nacht insgesamt neun Staaten an
Der Iran hat in der Nacht zum 19. März insgesamt neun Länder angegriffen – als Antwort auf den israelischen Angriff auf das Gasfeld South Pars.
- Israel: Ballistische Raketen und Streumunition über Zentralisrael, es gab mehrere Tote
- Katar: Die Raffinerie Ras Laffan wurde getroffen, QatarEnergy meldet erheblich Schäden“
- VAE: Die Emirate finden in der Nacht 13 ballistische Raketen und 27 Angriffsdrohen ab. Der Iran droht mit neuen Angriffen.
- Saudi-Arabien: Die Samref-Raffiniere und der Jubail-Petrochemiekomplex wurden evakuiert, über Riad wurden Raketenwellen abgefangen.
- Bahrain: Das Hauptquartier der 5. US-Flotte stand unter Beschuss.
- Kuwait: Angriff auf die Mina-Al-Ahmadi-Raffinerie
- Oman: Es gab Drohnenangriffe auf Industriegebiete
- Jordanien: US-Stützpunkte angegriffen
- Irak: US-Botschaft in Bagdad angegriffen
Die Rohölpreise von Brent stiegen nach den Angriffen zeitweise auf etwa 109,80 US-Dollar pro Barrel, den höchsten Stand seit 2023.
Dobrindt: Beteiligung von Deutschland erst am Ende des Krieges
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt schließt eine Beteiligung Deutschlands an der Sicherung der Schifffahrt in der Golfregion am Ende des Irankriegs nicht aus.
Als Beispiel nannte er am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Maischberger“ einen Minen-Räumungseinsatz. „Kann sein, dass wir auch gefordert werden, dass wir auf der Straße von Hormus tätig sind. Beispielsweise wenn es darum geht, dass man Minen räumen müsste oder ähnliches“, sagte Dobrindt.
Der Innenminister unterstrich zugleich die Position von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), dass der Irankrieg kein Krieg Deutschlands sei. „Wir sind nicht beteiligt, wir wurden vorher nicht gefragt, wir sind nicht Teilnehmer.“ Deshalb sei er der Meinung: „Ja, Deutschland kann sich raushalten aus dieser Situation“.
Schiff vor unbekanntem Geschoss getroffen
Ein Schiff ist nach Angaben der britischen Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate nahe der Straße von Hormus von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden.
Der Vorfall habe zu „einem Brand an Bord geführt“, erklärte die UKMTO. Das Schiff habe sich vor dem emiratischen Hafen Chor Fakkan im Golf von Oman befunden.
Iran greift Katars Flüssiggasanlagen an
Katars für den Weltmarkt bedeutende Flüssiggasanlagen sind bei einem iranischen Raketenangriff nach Angaben aus dem Golfstaat schwer beschädigt worden.
Am frühen Morgen wurden im Industriegebiet Ras Laffan (Katar) mehrere Flüssiggasanlagen angegriffen. Das führte zu „bedeutenden Bränden und weiteren schweren Schäden“, wie der Betreiber Qatar Energy auf X mitteilte. Einsatzkräfte seien vor Ort, um den Schaden zu begrenzen. Es gebe keine Verletzten.
Laut dem Verteidigungsministerium in Doha setzte der Iran bei dem Angriff ballistische Raketen ein. Das Industriegebiet war bereits am Abend des 18. März vom Iran mit Raketen angegriffen worden. Der Betreiber sprach daraufhin auf der Plattform X bereits von Bränden und großen Schäden.
Katar gehört zu den größten Gasproduzenten der Welt und spielt eine Schlüsselrolle bei der globalen Versorgung mit Flüssiggas, das vor allem in Ras Laffan verschifft wird.
Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten kam es erneut zu iranischen Angriffen. Der Betrieb an der Gasanlage Habschan sei wegen Schäden, die durch herabfallende Trümmerteile abgefangener Raketen verursacht worden seien, eingestellt worden, erklärten die emiratischen Behörden.
Trump droht mit massivem Angriff auf Gasfeld „South Pars“
Sollte der Iran die „unkluge“ Entscheidung treffen, den katarischen Gaskomplex Ras Laffan erneut anzugreifen, werde die US-Armee „das gesamte South-Pars-Gasfeld in die Luft sprengen, in einem Ausmaß an Stärke und Macht, das der Iran noch nie zuvor gesehen oder erlebt hat“, erklärte US-Präsident Trump
Zugleich betonte er, dass Israel dieses Gasfeld nicht erneut angreifen werde – solange der Iran Katar nicht weiter attackiere.
Israel habe das „South Pars“-Gasfeld „aus Wut über die Ereignisse im Nahen Osten“ angegriffen, schrieb Trump weiter. Die USA hätten nichts von diesem Angriff gewusst. Katar sei in keiner Weise daran beteiligt gewesen. Leider habe der Iran „ungerechtfertigt und unfair“ Katars Flüssiggasanlagen angegriffen.
Das weltgrößte Gasfeld „South Pars“, das der Iran und Katar getrennt ausbeuten, liefert rund 70 Prozent der iranischen Gasversorgung. Die Anlagen wurden bei dem Angriff beschädigt.
Die israelische Armee äußerte sich dazu nicht.
Iran droht mit „vollständiger Zerstörung“
Die iranischen Revolutionsgarden drohten den Golfstaaten, ihre Öl- und Gasindustrien würden „vollständig zerstört“ werden, sollten Israel und die USA erneut die iranische Energieinfrastruktur angreifen. „Unsere Antwort wird weitaus schwerwiegender ausfallen als die Angriffe von heute Nacht“, erklärten die Revolutionsgarden.
Zuvor hatte die iranische Armee gedroht, „die Quelle der Aggression“ hart zu treffen. Sie erwäge, „die Kraftstoff-, Energie- und Gasinfrastruktur“ der Länder ins Visier zu nehmen, von denen aus die Angriffe gestartet worden seien.
Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte eine Liste „legitimer Ziele“, darunter Öl- und Gasanlagen in Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Saudi-Arabien behält sich militärische Reaktion vor
Saudi-Arabien behalte sich das Recht vor, „militärische Maßnahmen zu ergreifen, falls dies als notwendig erachtet wird“. Das sagt Außenminister Faisal bin Farhan in Riad nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus anderen Ländern in der Region. „Das Königreich wird diesem Druck nicht nachgeben, im Gegenteil, dieser Druck wird nach hinten losgehen“, fügte er hinzu.
Während gestern in Riad die Chefdiplomaten von rund einem Dutzend arabischen und mehrheitlich muslimischen Ländern Gespräche führten, fing die Luftabwehr weitere iranische Marschflugkörper abgefangen.
Faisal kritisierte die iranischen Angriffe während des Außenministertreffens. „Die Tatsache, dass Riad ins Visier genommen wird, während sich hier eine Reihe von Diplomaten treffen, ist, denke ich, das eindeutigste Signal dafür, was der Iran von Diplomatie hält“, sagte er. Teheran „glaubt nicht daran, mit seinen Nachbarn zu reden.“
Der saudiarabische Außenminister wies außerdem die Rechtfertigung Teherans, die iranischen Streitkräfte griffen US-Interessen in der Region an, als „schwach“ zurück. „Weder Saudi-Arabien noch die Golfstaaten werden Erpressung akzeptieren und Eskalation wird mit Eskalation beantwortet werden“, sagte er.
Katar weist Irans Militärattaché aus
Nach den jüngsten Attacken erklärte Katar die Militär- und Sicherheitsattachés der iranischen Botschaft sowie deren Mitarbeiter zu unerwünschten Personen und verwies sie des Landes.
Macron schlägt Moratorium für Angriffe auf zivile Infrastruktur vor
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schlägt vor, es müsse „unverzüglich ein Moratorium für Angriffe auf zivile Infrastruktur, insbesondere auf Energie- und Wasserinfrastruktur“ umgesetzt werden, erklärte Macron im Onlinedienst X.
Er habe sich nach Angriffen auf Gasanlagen im Iran und in Katar“ mit US-Präsident Donald Trump und dem Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, ausgetauscht.
Die Zivilbevölkerung und ihre grundlegenden Bedürfnisse sowie die Sicherheit der Energieversorgung müssten vor einer militärischen Eskalation geschützt werden, forderte Macron.
Japans Regierungschefin will mit Trump sprechen
Japans Regierungschefin Sanae Takaichi wird heute im Weißen Haus in Washington erwartet – und muss sich mit US-Präsident Donald Trump vermutlich über die jüngsten Meinungsverschiedenheiten im Zusammenhang mit dem Irankrieg auseinandersetzen.
Japan gehört wie Deutschland zu den westlichen Ländern, die sich Trumps Forderung nach einer Entsendung von Kriegsschiffen zum Schutz der Straße von Hormus im Iran-Krieg verweigerten.
Takaichi kündigte im Vorfeld des Treffens an, mit Trump „offen“ über den Irankrieg und dessen negative Folgen für Japan zu sprechen. Das Land hängt bei 95 Prozent seiner Ölimporte vom Nahen Osten ab – 70 Prozent gehen durch die Schifffahrtsstraße von Hormus.
Mit Material der Nachrichtenagenturen







