Ein E-Mail-Dokument vom 19. März 2015 aus dem später veröffentlichten Epstein-Bestand wirft Fragen auf, die bis heute nicht abschließend beantwortet sind. In der Korrespondenz mit dem Betreff „Preparing for pandemics“ geht es um ein geplantes Treffen zur Pandemie-Vorbereitung. Diskutiert werden „nächste Schritte“ sowie die mögliche offizielle Einbindung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), einschließlich eines „Co-Brandings“. Jeffrey Epstein erscheint in der Weiterleitungskette dieser Kommunikation.
One of the most important Epstein documents exposed was an email conversation from March 19, 2015, with the subject „Preparing for Pandemics“ between Jeffery Epstein, Terje Rod-Larsen, and Walter Kemp, disscussing the „next steps“ to involve the WHO and the ICRC, who are also all… pic.twitter.com/EKG3i0vATd
— The SCIF (@TheSCIF) February 16, 2026
Isoliert betrachtet ist Pandemie-Vorsorge nichts Ungewöhnliches. Internationale Organisationen, Stiftungen und sicherheitspolitische Thinktanks beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit Szenarien globaler Gesundheitskrisen. Spätestens nach SARS und H1N1 war klar, dass die nächste Pandemie nur eine Frage der Zeit sein würde, so propagierte es jedenfalls BIG-Pharma die daraus enorme Nutzen ziehen.. Auch prominente Akteure wie Bill Gates warnten bereits Jahre vor COVID-19 öffentlich vor unzureichender Vorbereitung.
Doch die Beteiligung Jeffrey Epsteins verleiht dem Dokument eine andere Dimension. Epstein war kein Virologe, kein Gesundheitsexperte und kein offizieller Vertreter einer internationalen Institution. Er war ein Finanzier mit weitreichenden Verbindungen in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft – und zugleich eine Figur, die später wegen schwerster Verbrechen verurteilt wurde. Dass sein Name in einer strategischen Diskussion über Pandemie-Vorbereitung auftaucht, ist mindestens erklärungsbedürftig.
Hinzu kommt, dass das Netzwerk um das International Peace Institute, WHO-nahe Strukturen und philanthropische Großstiftungen vielfach personell und finanziell verflochten ist. Die Gates Foundation etwa zählt zu den bedeutenden Geldgebern globaler Gesundheitsprogramme und arbeitet eng mit der WHO zusammen. Diese strukturellen Überschneidungen sind dokumentiert. Sie belegen jedoch keine geheime Koordination – wohl aber ein dichtes Geflecht einflussreicher Akteure, das außerhalb demokratischer Transparenzmechanismen operiert.
Der entscheidende Punkt ist weniger die Frage, ob eine Pandemie „geplant“ wurde – dafür gibt es bis jetzt noch keinen belastbaren Beleg, aber jede Menge Indizien –, sondern warum eine Person wie Epstein Zugang zu Gesprächen über globale Gesundheitsstrategie hatte. Welche Rolle spielte er konkret? War er potenzieller Geldgeber, Netzwerker oder lediglich Empfänger einer Weiterleitung? Wurde das geplante Treffen tatsächlich durchgeführt, und wenn ja, in welchem Rahmen?
In Zeiten wachsender Skepsis gegenüber globalen Institutionen genügt bereits die Wahrnehmung intransparenter Eliten-Netzwerke, um Vertrauen zu untergraben. Die Verbindung von mächtigen Philanthropen, internationalen Organisationen und diskreditierten Figuren wie Epstein erzeugt zwangsläufig Misstrauen – selbst dann, wenn keine strafrechtlich relevante Koordination nachweisbar ist.
Transparenz wäre hier das wirksamste Gegenmittel. Vollständige Offenlegung der Hintergründe, der Agenda und der tatsächlichen Rolle der Beteiligten könnte viele Spekulationen entkräften. Solange jedoch zentrale Fragen offenbleiben, werden Dokumente wie diese weiter als Symbol für ein globales Entscheidungsgefüge gelesen, das demokratischer Kontrolle nur begrenzt zugänglich ist.