Die Staaten, die offiziell als Vermittler auftreten, haben sich hinter den Kulissen längst positioniert.
Wie Reuters berichtet, drängen Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Kuwait, Katar und Oman Washington aktiv dazu, den Krieg nicht abzubrechen – sondern ihn zu Ende zu führen. Ziel ist nicht Deeskalation, sondern die nachhaltige Zerschlagung iranischer Fähigkeiten.
Die Botschaft ist eindeutig: Kein Waffenstillstand ohne strategische Niederlage Teherans.
Abdulaziz Sager, Vorsitzender des Gulf Research Center, formuliert es offen: Iran habe „jede rote Linie überschritten“. Für die Golfstaaten geht es längst nicht mehr um Diplomatie, sondern um ihre wirtschaftliche Existenz – und um die Kontrolle über die Straße von Hormus.
Das ist keine Allianz aus Zwang.
Das ist eine strategische Konvergenz.
Washington braucht die politische Legitimation der Region.
Die Golfstaaten brauchen amerikanische Feuerkraft.
Spätestens nach Angriffen auf Flughäfen, Energieanlagen und Wirtschaftszentren ist diese Achse gefestigt. Die Verlängerung des Einsatzes der USS Gerald R. Ford zeigt: Die USA stellen sich auf einen langen Konflikt ein.
Gleichzeitig eskaliert die Rhetorik aus Teheran.
Der neue Oberste Führer Irans macht unmissverständlich klar:
Die Straße von Hormus bleibt geschlossen. Falls nötig, würden weitere Fronten eröffnet.
Zugleich fordert er die Schließung aller US-Stützpunkte in der Region – und droht offen mit Angriffen.
Der „Feind“ werde einen Preis zahlen, den Iran selbst bestimmen werde.
Irans neuer Oberster Führer: Die Straße von Hormuz bleibt geschlossen; falls nötig, werden andere Fronten geöffnet. Alle US-Basen in der Region sollten unverzüglich geschlossen werden, und diese Basen werden angegriffen werden. Der Feind wird den Preis zahlen, und wir werden die Entschädigung einfordern, die wir benötigen.
🚨 BREAKING
IRAN’S NEW SUPREME LEADER:
The Strait of Hormuz will remain closed, if necessary other fronts will be opened
All US bases should immediately be closed in the region, and those bases will be attacked
The enemy will pay the price and we will seek the compensation… pic.twitter.com/rqZikAGUy4
— Iran Observer (@IranObserver0) March 12, 2026
Damit verschiebt sich der Konflikt über die maritime Dimension hinaus – hin zu einem möglichen regionalen Flächenbrand.
Parallel zerfallen die diplomatischen Kanäle.
Mit dem Tod von Ali Larijani verliert Iran einen der letzten Akteure mit belastbaren Verbindungen in die Golfstaaten. Gleichzeitig signalisiert Außenminister Abbas Araghchi, dass Teheran bereit sei, „so lange wie nötig“ Widerstand zu leisten.
Militärisch setzt Iran auf Struktur statt Führung.
Die sogenannte „Mosaik-Doktrin“ der Revolutionsgarden erlaubt es regionalen Kommandos, unabhängig von zentralen Befehlen zu operieren. Ein System, das darauf ausgelegt ist, selbst bei Ausfall der Führung funktionsfähig zu bleiben – und genau damit klassische militärische Strategien unterläuft.
Das Ergebnis ist ein Konflikt ohne klaren Endpunkt.
Die Golfstaaten fordern die vollständige Neutralisierung Irans.
Die USA bereiten sich auf einen langen Einsatz vor.
Und Teheran signalisiert Bereitschaft zur Ausweitung des Krieges.
Deeskalation ist unter diesen Bedingungen keine Option mehr – sondern ein Szenario, das auf keiner Seite ernsthaft verfolgt wird.