In der Nacht auf Montag verteuerte sich ein Barrel zeitweise um rund 29 Prozent und näherte sich damit der Marke von 120 Dollar. Ein solches Niveau wurde zuletzt im Sommer 2022 erreicht. Zwar sank der Preis anschließend wieder etwas, dennoch lag er am Montagmorgen mit mehr als 115 Dollar deutlich über dem Schlusskurs vom Freitag. Insgesamt ergibt sich seit Beginn des Krieges im Iran vor gut einer Woche ein Anstieg von beinahe 60 Prozent.
Auch die amerikanische Referenzsorte WTI legte massiv zu. Der Preis kletterte zeitweise um rund 21 Prozent auf fast 120 Dollar. Später stabilisierte er sich bei etwa 113 Dollar pro Barrel. Seit Beginn der militärischen Angriffe der USA und Israels auf den Iran beträgt der Preisanstieg damit ungefähr 70 Prozent. Noch Ende Februar lag der Preis für ein Barrel bei rund 70 Dollar. Diese Entwicklung wirkt sich unmittelbar auf Verbraucher aus. In Deutschland sind die Preise für Benzin und Diesel bereits deutlich gestiegen, was viele Haushalte direkt belastet.
Straße von Hormus ist der Engpass
Ein zentraler Unsicherheitsfaktor ist die Straße von Hormus. Diese schmale Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gehört zu den wichtigsten Transportwegen für Öl weltweit. Normalerweise wird etwa ein Fünftel des global gehandelten Rohöls durch diese Passage transportiert. Seit den militärischen Spannungen in der Region fahren jedoch deutlich weniger Tanker durch das Gebiet. Auch Flüssiggaslieferungen, etwa aus Katar, nutzen diese Route.
Der Energieminister von Katar, Saad al Kaabi, warnte bereits vor möglichen Folgen einer weiteren Eskalation. Sollte sich die Lage verschärfen, könnten mehrere Förderländer am Persischen Golf ihre Produktion innerhalb weniger Wochen stoppen. In einem solchen Fall wäre ein Ölpreis von 150 Dollar pro Barrel denkbar.
US Präsident Donald Trump versuchte die Situation zu relativieren. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte er, die aktuellen Preissteigerungen seien nur vorübergehend. Sobald die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm beseitigt sei, würden die Preise wieder sinkenden. Aus seiner Sicht sei der wirtschaftliche Preis gering im Vergleich zu mehr Sicherheit.
Für Deutschland kommt der starke Anstieg der Energiepreise zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Wirtschaft kämpft bereits mit strukturellen Problemen, während die Inflation weiterhin hoch ist. Höhere Kosten für Energie könnten diesen Druck noch verstärken. Steigende Preise für Kraftstoffe, Gas und Strom wirken sich direkt auf Verbraucher und Unternehmen aus. Dadurch sinkt die Kaufkraft vieler Haushalte zusätzlich. Besonders für Menschen mit geringem Einkommen wird die Situation dadurch schwieriger.