Man kann sich das nicht ausdenken: Gil Ofarim hat 2021 eine Antisemitismus‑Affäre selbst erfunden und damit einem Hotelmitarbeiter massiv geschadet – das steht nicht zur Debatte, es ist gerichtsfest dokumentiert. Trotzdem wurde er 2026 zum RTL‑Dschungelcamp‑König gekrönt. Eine Pointe des absurden Fernsehens? Ja. Aber diese mediale Groteske, diese Obszönität wird nun aus dem Dschungelcamp‑Milieu noch um eine Eskalationsstufe weitergedreht.

In seinem RTL‑Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“ spekulierte Comedy‑Autor Micky Beisenherz – routiniert, selbstreferenziell, im vertrauten Tonfall der rot‑grünen Medienschickeria – dass doch alles ganz anders gewesen sein könnte 2021 in dem Leipziger Hotel. Es könne ja sein, so der Subtext, dass es dort zuvor antisemitische Ausfälle gegen Ofarim gab, bevor dieser seine Falschbehauptung öffentlich machte. Dieses „Vielleicht“ steht in klarem Gegensatz zu Zeugenaussagen, Ermittlungen und dem eigenhändigen Geständnis des Sängers vor Gericht.