US-Präsident Trump warnte gestern das iranische Regime, dass das Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus abläuft – und droht mit möglichen Angriffen auf die Ölquellen, Kraftwerke und Ölinfrastruktur der Insel Chark. Derweil überzog der Iran die benachbarten Golfstaaten und Israel erneut mit heftigen Luftangriffen.
Die Entwicklungen im Nahen Osten vom 5. April:
Trump hält Einigung weiter möglich
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken gedroht – und sich zugleich zuversichtlich gezeigt, dass noch vor Ablaufen eines von ihm gestellten Ultimatums am Montag eine Einigung erreicht werden könnte. „Ich glaube, dass es für morgen gute Chancen gibt. Sie verhandeln gerade“, sagte Trump am Sonntag dem Fernsehsender Fox News. „Wenn sie nicht schnell eine Einigung erzielen, werde ich alles in die Luft jagen und das Öl übernehmen.“
Zuvor hatte der US-Präsident auf seinem Onlinedienst Truth Social dem Iran mit verstärkten Angriffen auf Kraftwerke und Brücken gedroht, wenn das von ihm gestellte Ultimatum für eine Einigung bis Montag überschritten werden sollte.
Oman berät mit Iran über Straße von Hormus
Der Iran und der Oman bemühen sich um eine Regelung für die Schifffahrt in der für den globalen Energiehandel zentralen Straße von Hormus. Nach Angaben der omanischen Nachrichtenagentur erörtern Vertreter der Außenministerien beider Länder sowie Fachleute Optionen, „wie unter den derzeitigen Umständen in der Region ein reibungsloser Durchgang durch die Straße von Hormus gewährleistet werden kann“.
Der Zeitpunkt der Gespräche fällt mit einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump zusammen.
Opec-Staaten beraten über Ölproduktion
Bei erneuten iranischen Angriffen auf den Golfstaat Kuwait sind nach Angaben der staatlichen Ölgesellschaft mehrere Ölförderanlagen beschädigt worden. Die Angriffe hätten „in mehreren Anlagen zu Bränden geführt und schwere Sachschäden verursacht“, erklärte die Ölgesellschaft Kuwaits. Angesichts der Auswirkungen des Iran-Krieges auf die weltweiten Ölpreise wollten derweil acht Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) über eine Änderung ihrer Produktionsquoten beraten.
Die V8-Gruppe, zu der die führenden Ölproduzenten Saudi-Arabien, Russland und mehrere Golfstaaten gehören, wollten bei dem Treffen am Sonntag darüber entscheiden, ob die Ölproduktion mit Blick auf die steigenden Ölpreise im Mai weiter erhöht werden soll. Für den April hatte die Opec-plus-Gruppe bereits eine Erhöhung um 206.000 Barrel pro Tag angekündigt.
Trump kündigt Pressekonferenz an – Dienstag „der Tag der Kraftwerke und der Brücken“
Der in einer riskanten Militäraktion im Iran gerettete US-Kampfjet-Pilot ist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump „schwer verwundet“.
Der Soldat sei „schwer verwundet und wirklich mutig“, erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social, nachdem er ihn zuvor lediglich als „verletzt“, aber „wohlauf“ bezeichnet hatte.
Zugleich drohte der US-Präsident dem Iran mit verstärkten Angriffen auf Kraftwerke und Brücken, „Dienstag wird der Tag der Kraftwerke und der Tag der Brücken, alles in einem.“
Zudem kündigte Trump eine Pressekonferenz mit Vertretern der US-Armee im Oval Office in Washington an. Diese werde am Montag um 13.00 Uhr (Ortszeit, 19 Uhr MESZ) stattfinden.
Israel half bei der US-Rettungsmission
Internetsperre im Iran – die längste jemals
Die Sperre des Internetzugangs für die Iraner dauere „nun bereits den 37. Tag in Folge“ an, erklärte die Organisation Netblocks im Onlinedienst X. Sie übertreffe damit „alle anderen vergleichbaren Vorfälle an Schwere“ und sei „nun die längste landesweite Internetsperrung“ weltweit.
Die iranischen Behörden hatten den Internetzugang am 28. Februar abgeschaltet.
Netblocks verwies darauf, dass auch in der Vergangenheit das Internet in einigen Ländern über längere Zeiträume hinweg zeitweise oder regional begrenzt abgeschaltet worden sei – nie aber so lange ein gesamtes Land betroffen war.
Das kommunistisch regierte und international abgeschottete Nordkorea war der Organisation zufolge überhaupt noch nie an das weltweite Internet angeschlossen. In China kontrolliert und zensiert die Regierung völlig das Internet.
Golfstaaten melden Angriffe
Die Luftabwehr der Vereinigten Arabischen Emirate reagierte laut dem Verteidigungsministerium auf iranische Angriffe mit Raketen und Drohnen.
Die Behörden in Bahrain meldeten einen Brand in einer Raffinerie „als Folge iranischer Aggression“.
Betroffen ist laut „Al Jazeera“ die BAPCO-Raffinerie angegriffen, ein Kraftstofftank sei von einer Drohne bedroht wurden. Diese Raffinerie ist Bahrains wichtigste Anlage für Kraftstoffe und extrem wichtig für den Energiesektor.
In Abu Dhabi brennt die petrochemische Anlage Borouge, nachdem mehrere Trümmer von abgeschossenen Drohnen auf diese gefallen waren. Der Betrieb der Anlage wurde eingestellt.
Israel spricht von 120 Angriffen
Das israelishe Militär erklärt, gestern mehr als 120 „des iranischen Terrorregimes im zentralen und westlichen Iran“ angegriffen zu haben. Dazu gehörten Standorte von ballistischen Fakten, Lager- und Startplätze für Drohnen sowie Luftanwehrstellungen.

Pessach in Jerusalem: Strenge Zugangsregeln zur Altstadt wegen Irankrieg.
Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
Iran meldet mehrere Abschüsse bei US-Rettungsaktion
Das iranische Militär hat nach eigenen Angaben ein Flugzeug und zwei Hubschrauber der US-Armee abgeschossen, die an dem Rettungseinsatz für einen über dem Iran abgestürzten Kampfjet-Piloten beteiligt waren. Die Abschüsse seien im Süden von Isfahan erfolgt, teilte das zentrale Einsatzkommando Chatam al-Anbija mit.
Es handele sich um „zwei Hubschrauber vom Typ Black Hawk und ein Militärtransportflugzeug vom Typ C-130“. Diese stünden „nun in Flammen“. Die US-Rettungsaktion bezeichnete das iranische Militär als „gescheitert“.
Iranischen Medien zufolge wurden bei der US-Rettungsaktion im Südwesten des Iran fünf Menschen getötet. Zunächst war unklar, ob es sich um Zivilisten oder iranische Militärangehörige handelte.
Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor erklärt, sie hätten ein an dem US-Rettungseinsatz beteiligtes Flugzeug abgeschossen. Der Abschuss sei in der Region Isfahan erfolgt, meldete die Nachrichtenagentur „Tasnim“ unter Berufung auf die Revolutionsgarden.
Hisbollah: Israelisches Kriegsschiff mit Rakete großer Reichweite angegriffen
Die pro-iranische Hisbollah im Libanon hat einen Angriff mit einer Rakete großer Reichweite auf ein israelisches Kriegsschiff für sich reklamiert.
Sie habe das israelische Schiff 68 Seemeilen (rund 125 Kilometer) vor der libanesischen Küste mit einem Marschflugkörper angegriffen, teilte die vom Iran unterstützte Miliz mit. Das Kriegsschiff habe sich angeblich „auf Angriffe auf libanesisches Gebiet vorbereitet“.
Es ist das erste Mal seit ihrem Eintritt in den Irankrieg, dass die Hisbollah den Einsatz einer solchen Rakete für sich reklamiert.
Zwei Hinrichtungen im Iran
Im Iran sind am Sonntag zwei Menschen hingerichtet worden, die wegen ihrer Beteiligung an regierungskritischen Protesten Anfang des Jahres verurteilt worden waren.
„Mohammad-Amin Biglari und Schahin Wahedparast wurden gehängt, nachdem der Fall erneut geprüft und das Urteil vom Obersten Gerichtshof bestätigt worden war“, hieß es auf der Website der iranischen Justiz, Misan Online. Die beiden Männer waren demnach an den Protesten gegen die iranische Führung beteiligt, die am 8. und 9. Januar ihren Höhepunkt erreicht hatten.
Laut den iranischen Behörden wurden im Zusammenhang mit den Protesten mehr als 3.000 Menschen getötet, nach ihren Angaben handelte es sich mehrheitlich um Angehörige der Sicherheitskräfte und Unbeteiligte. Im Ausland ansässige NGOs warfen den Sicherheitskräften hingegen vor, absichtlich auf Demonstranten geschossen zu haben.
Nach Angaben der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation HRANA wurden mehr als 7.000 Menschen getötet, vor allem Demonstranten. Die Zahl der Toten könnte jedoch deutlich höher liegen, manche sprechen von Zehntausenden Toten.

Die Blockade der Straße von Hormus setzt die Ölversorgung weltweit unter Druck.
Nach dem Abschuss eines US-Kampfjets über dem Iran ist laut US-Präsident Donald Trump auch das zweite Crewmitglied gerettet worden. „Wir haben ihn“, schrieb Trump am Sonntag im Onlinedienst Truth Social.
Das US-Militär habe den Offizier in „einer der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen in der Geschichte der Vereinigten Staaten“ gerettet, er könne „voller Freude mitteilen“, dass der Soldat zwar verletzt, aber „wohlauf“ sei.
„Er wird sich wieder erholen“, schrieb Trump weiter über das gerettete Besatzungsmitglied. Weiter erklärte Trump, er habe das US-Militär angewiesen, „dutzende von Flugzeugen, ausgerüstet mit den tödlichsten Waffen der Welt, zu entsenden“, um den Piloten aufzuspüren.
Es sei „das erste Mal in der Geschichte des Militärs, dass zwei US-Piloten getrennt voneinander tief im feindlichen Gebiet gerettet wurden“, erklärte der US-Präsident. Er fügte hinzu, dass beide Einsätze „ohne einen einzigen amerikanischen Toten oder Verletzten“ abgeschlossen worden seien. Der Pilot des Jets war bereits am 3. April gerettet worden.
Der gerettete Offizier wurde zur medizinischen Versorgung nach Kuwait geflogen. Zwei US-Transportflugzeuge, die für die Evakuierung der Rettungskräfte genutzt wurden, mussten an einem abgelegenen iranischen Stützpunkt zurückgelassen und zerstört werden, um nicht in iranische Hände zu fallen.
Keine hochauflösenden Satellitenbilder mehr
Das US-Unternehmen für Satellitenbilder Planet Labs wird bis auf weiteres keine hochauflösenden Luftaufnahmen der vom Krieg im Nahen Osten betroffenen Gebiete mehr veröffentlichen.
Das Unternehmen erklärte, die US-Regierung habe Anbieter von Satellitenbildern aufgefordert, eine „unbefristete Zurückhaltung von Bildmaterial“ umzusetzen. Daher werde rückwirkend zum 9. März 2026 „auf ein Modell des kontrollierten Zugangs umgestellt“, erklärte das Unternehmen in einer an Kunden versandten Nachricht, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.
Das 2010 von ehemaligen Wissenschaftlern der US-Raumfahrtbehörde NASA gegründete Unternehmen geht davon aus, dass die neue Regelung bis zum Ende des Konflikts in Kraft bleibt.
Am 10. März hatte das Unternehmen angekündigt, wegen des Krieges einen zweiwöchigen Zugriffsstopp auf seine Nahost-Bilder zu verhängen und damit eine ursprünglich 96-stündige Verzögerung zu verlängern. Vantor, der andere große Anbieter von Satellitenbildern, hatte ebenfalls umfangreiche Einschränkungen angekündigt.
Das im Iran vermisste Besatzungsmitglied des abgeschossenen US-Kampfjets wurde von US-Suchtrupps gefunden.
US-Spezialkräfte hätten den Waffenoffizier gerettet, berichtete das US-Nachrichtenportal „Axios“ am frühen Morgen unter Berufung auf drei US-Beamte. Der arabische Sender „Al Jazeera“ meldete, der Vermisste sei geborgen, jedoch aufgrund andauernder Kämpfe noch nicht in Sicherheit und außer Landes. Eine offizielle Bestätigung gab es bisher nicht.
Iranische Medien berichten von hohen Geldsummen, die für seine Ergreifung versprochen worden sein sollen. Sollte der Iran das Besatzungsmitglied zuerst finden, wäre das „ein großer Gewinn“ für Teheran, sagte Laurel Rapp, Direktorin des Nordamerika-Programms der Denkfabrik Chatham House, dem britischen Sender BBC.
Der Iran hätte dann „ein sehr starkes Druckmittel“. Rapp sprach deshalb von einer „kritischen Mission“ für die US-Streitkräfte.
Drohnenangriffe auf Kuwait – erheblicher Sachschaden
Bei iranischen Drohnenangriffen auf Kuwait sind nach Behördenangaben in der Nacht zum Sonntag zwei Kraftwerke mit angeschlossener Wasserentsalzungsanlage erheblich beschädigt worden. Landesweit gibt es 80 Entsalzungsanlagen, die das Emirat zu 90 Prozent mit Trinkwasser versorgen.
Es sei „erheblicher Sachschaden“ entstanden, erklärte das kuwaitische Elektrizitäts- und Wasserministerium. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen.
Zuvor hatte die kuwaitische Armee nächtliche Drohnen- und Raketenangriffe gemeldet. Die Luftabwehr sei im Einsatz, um „auf die Bedrohung durch feindliche Raketen und Drohnen zu reagieren“.
Unter anderem wurde ein Ölkomplex im Süden, laut „Al Jazeera“ der Hauptsitz von Kuwait Petroleum, getroffen. Hier befindet sich auch das Ölministerium.
Dem kuwaitischen Finanzministerium zufolge wurde bei einem iranischen Drohnenangriff auf die Hauptstadt Kuwait-Stadt am Abend des 4. April auch ein Regierungskomplex „erheblich“ beschädigt. In dem Gebäude sind mehrere Ministerien – auch das Finanzministerium – untergebracht. Besuche in dem Gebäudekomplex seien ausgesetzt, es gilt Homeoffice.
Attacken in Aserbaidschan?
Der Iran wirft Israel seit längerem vor, das Territorium des Nachbarlands Aserbaidschan für Geheimdienstoperationen und Angriffe zu nutzen. Nun seien laut Angaben der iranischen staatlichen Nachrichtenagentur „Tasnim“ bei Angriffen im Nordwesten des Irans drei Menschen getötet worden.
Drei weitere Menschen seien bei den Attacken auf die Ortschaften Dschafarabad und Germi in der an Aserbaidschan angrenzenden Provinz Ardabil verletzt worden.
Aserbaidschan hatte dem Iran zugesichert, sein Staatsgebiet werde nicht für Angriffe auf das Nachbarland genutzt. Anfang März waren mehrere Drohnen in der aserbaidschanischen Region Nachitschewan abgestürzt. Aserbaidschan machte dafür den Iran verantwortlich. Teheran wies dies zurück und beschuldigte Israel. Israel ist ein wichtiger Waffenlieferant für Aserbaidshan.

Die USA und Israel setzen ihre Angriffe fort.
Foto: Vahid Salemi/AP/dpa
Erneute iranische Raketenangriffe auf Israel
Der Iran hat Israel in der Nacht zum Sonntag nach Militärangaben erneut mit Raketen angegriffen. Die Armee habe aus dem Iran auf Israel abgefeuerte Geschosse ausgemacht, erklärten die israelischen Streitkräfte in Online-Netzwerken. Die Luftabwehrsysteme seien im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren.
Insgesamt habe es seit Mitternacht acht Wellen iranischer Angriffe gegeben, teilte das israelische Militär am Abend mit. Auch aus dem Libanon und aus dem Jemen seien jeweils eine Rakete auf Israel abgefeuert worden.
Trump: „Viele militärische Anführer“ des Iran bei Angriff auf Teheran getötet
Bei einem Luftangriff auf die iranische Hauptstadt Teheran kamen nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zahlreiche hochrangige Militärvertreter des Iran ums Leben.
„Viele der militärischen Anführer des Iran, die das Land schlecht und unklug geführt haben, werden – neben vielem anderen – durch diesen massiven Angriff in Teheran ausgeschaltet“, schrieb Trump am Samstagabend im Onlinedienst Truth Social.
Zum Zeitpunkt des von ihm erwähnten Angriffs machte Trump keine Angaben.
Mit Material der Nachrichtenagenturen