Über die Qualität der ORF-Sportjournalisten wird oft diskutiert. Im Interview mit dem neuen Skistar Julia Scheib am Dienstag wurde den Zusehern einmal mehr vor Augen geführt, dass die Reporter mit investigativem Journalismus tatsächlich nichts am Hut haben.
In der Vergangenheit ist etwas passiert
In der Regel beschränken sich die Fragen an die Skifahrer darauf, wie sie sich im Lauf gefühlt haben und – wenn es eine Schrecksekunde gegeben hat – wie sie damit umgegangen sind. Das war auch im Gespräch mit Julia Scheib so, als sie nach dem ersten Durchgang des Riesenslaloms (RTL) auf dem Kronplatz in Südtirol am dritten Platz liegend vor das Mikro geholt wurde. Und plötzlich sagte Scheib etwas Überraschendes:
Da ist ein bissl was passiert in der Vergangenheit, dass ich nicht so befreit fahren konnte.
Keine Nachfrage des Journalisten
Jetzt erwarteten sich die ORF-Seher eine Nachfrage des Interviewers, denn alle wollten wissen, was denn da passiert ist in der Vergangenheit. Doch diese Nachfrage wurde nicht gestellt – der Journalist ließ die Sprtbegeisterten am Fernsehen völlig im Unklaren.
Im Übrigen raste Julia Scheib im zweiten Durchgang des Riesenslaloms mit einem entfesselten Lauf doch noch zum Sieg und in Richtung RTL-Gesamtweltcup.