Der albanische Kultur und Sportverein „17 Shkurti“ hat dem ÖVP-EU-Abgeordneten Lukas Mandl eine Parteispende zukommen lassen. Allein das ist schon merkwürdig. Aber nach einem Telefonat mit der Vereins-Obfrau ist die Geschichte noch kurioser. 

Entdeckt im Rechenschaftsbericht der ÖVP

Auf die Spende in der Höhe von 2.500 Euro ist unzensuriert nach Durchsicht des ÖVP-Rechenschaftsberichts 2024 an den Rechnungshof gestoßen. Auf Seite 186 unter dem Kapitel „Erträge aus Geldspenden“ taucht der Albanische Kultur und Sportverein auf, der uns zu weiteren Recherchen ermuntert hat. 

Geld für Wahlkampfveranstaltung

Unter der Telefonnummer, die auf der Homepage des Vereins angegeben ist, erreichten wir die Obfrau, Kaltrina Durmishi. Auf die Frage, warum der Albanische Kultur und Sportverein „17 Shkurti“ Lukas Mandl 2.500 Euro gespendet hat, antwortete sie:

Das war keine Spende. Es war eine Wahlkampfveranstaltung für den EU-Wahlkampf von Lukas Mandl in Baden, für den wir einen Beitrag geleistet haben.

Spende widerspricht Vereinszweck

Widerspricht das nicht dem Vereinszweck, fragten wir nach:

Ja, das tut es. Aber wir haben es außerhalb des Vereinszwecks gemacht und extra einen Spendentopf aufgestellt. 

Obfrau Durmishi verneinte zudem, dass der Verein öffentliche Förderung bezieht. „17 Shkurti“ werde allein von Mitgliedern und Sponsoren finanziert. 

Verbandelt mit der ÖVP

Interessantes Detail am Rande: Durmishi, die Mandl als ihren persönlichen Freund bezeichnet, arbeitete früher für Raiffeisen, heute ist sie für die Erste Bank tätig. Die Schweizer Zeitung albinfo.ch präsentierte sie 2015 als Integrations-Vorbild – und schrieb: „Einst als Flüchtlingskind gekommen, verwaltet Kaltrina Durmishi in Österreich heute Milliarden Euros“.



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