In ihrer aktuellen Kolumne für den exxpress fordert die die freiheitliche EU-Abgeordnete Petra Steger ein Umdenken in der Europäischen Union. Ihr zentrales Anliegen: Europa muss wieder den Bürgern gehören – nicht einer abgehobenen politischen Klasse, die sich zunehmend von den Menschen entfernt
Wem gehört Europa?
Wenn heute über die EU im Jahr 2026 gesprochen wird, gehe es fast nur noch um komplizierte Vertrags-Fragen, institutionelle Richtlinien und neue Schlagworte aus Brüssel. Doch, so Steger, die Menschen draußen beschäftige längst eine andere Frage: Wem gehört Europa überhaupt noch – den Bürgern oder den Eliten? Immer mehr Menschen hätten das Gefühl, dass Europa nicht länger für Hoffnung steht, sondern für Überforderung, Bevormundung und Dauerkrisen.
Einsatz für den Frieden – statt Milliarden für Konflikte
Dabei, betont Steger, müsse das nicht so sein. Europa könne wieder näher an seine Bürger rücken, wenn es sich auf seine ursprünglichen Werte besinne – etwa auf den Frieden als echtes politisches Ziel. Statt Milliarden in ferne Konflikte zu lenken, deren Ausgang niemand mehr überblickt, sollte das Geld dort investiert werden, wo die Menschen es spüren: in Straßen, Schienen und Brücken, in eine Infrastruktur, die das tägliche Leben verbessert.
Sichere und bezahlbare Energie
Auch bei der Energiepolitik sieht Steger massiven Reformbedarf. Niemand in Europa solle Angst haben müssen, ob er sich das Heizen leisten kann. Energie müsse wieder Sicherheit und Bezahlbarkeit bedeuten – statt ideologisch begründeter Verknappung auf dem Rücken der Bevölkerung. Nur verlässliche Rahmenbedingungen könnten Unternehmen motivieren, zu investieren, Arbeitsplätze zu schaffen und Wohlstand zu sichern.
Ein Europa, auf das man stolz sein kann
Ein weiterer Kernpunkt: Mut zur Innovation. Europa dürfe seine Tüftler, Forscher und Unternehmer nicht länger durch Bürokratie lähmen, sondern müsse Freiräume schaffen, um mit den USA und China technologisch Schritt zu halten. Das Ziel: ein starkes, selbstbewusstes Europa, auf das man wieder stolz sein könne.
Europa ist kein vergangener Traum
Zugleich brauche Europa wieder Sicherheit – im wörtlichen wie im symbolischen Sinn. Geschützte Grenzen, sichere öffentliche Räume und ein Leben ohne permanente Bedrohung sollten selbstverständlich sein. Erinnerungen an unbeschwerte Sommernächte oder Weihnachtsmärkte ohne Betonbarrieren zeigen für Steger, dass solch ein Europa kein vergangener Traum, sondern ein realistisches Ziel ist.
Debattenkultur: Argumente statt Zensur
Im Zentrum steht für sie die Freiheit – politisch, gesellschaftlich und geistig. Freiheit heiße, unterschiedliche Meinungen zu akzeptieren und Bürgern zuzutrauen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Der Volkswille, so Steger, dürfe nicht länger von Kommissionsbeschlüssen überrollt werden. „Ein starkes Europa hält unterschiedliche Ansichten aus. Es setzt auf Argumente statt auf Zensur, auf Offenheit statt auf Kontrolle. Wer seinen Bürgern vertraut, muss keine Angst vor freien Debatten haben“, betont sie.
Respekt vor Arbeit, Geld und Leben
Am Ende gehe es aber vor allem um Respekt: Respekt vor der Arbeit, vor dem Geld und vor dem Leben der Menschen. Steuergeld sei kein Spielgeld, sondern hart erarbeitet – und müsse mit diesem Bewusstsein eingesetzt werden. Nur dann könne sich zeigen, ob die EU wieder auf den richtigen Weg zurückfinde.
Für Petra Steger ist das keine romantische Utopie, sondern eine Frage der Vernunft. Sie spricht von einem Europa der Bürger, der Verantwortung und der Realität – einem Europa, das wieder den Europäern gehört.