151 Österreicher wurden aus der Krisenregion im Nahen Osten nach Hause geholt – Grund genug für Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, sich dabei besonders zu inszenieren. Das hat nicht nur ein parlamentarisches Nachspiel, auch mit der Aufführung selbst machte sie sich eher lächerlich, wie einige Kommentatoren finden.
Empfang mit rot-weiß-roter Weste
Nach allen Komplikationen im Außenamt – wie berichtet, saßen tausende Österreicher fest und konnten nicht ausgeflogen werden, weil die Bundesheer-Maschinen nicht einsatzfähig waren – konnte Meinl-Reisinger es sich nicht nehmen lassen, die heimgeholten Landsleute am Mittwoch persönlich am Wiener Flughafen zu begrüßen.
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Sie erwartete die Passagiere in einer rot-weiß-roten Weste auf dem Flugfeld, auch der offizielle Ministeriumsfotograf, Videografen und Social-Media-Betreuer waren dabei. Als das Flugzeug seine Parkposition erreicht hatte, übernahm die Ministerin das Bordtelefon und begrüßte die Passagiere. Geteilt wurde der Auftritt in den sozialen Netzwerken wie Instagram oder Facebook.
„Airshow der Außenministerin“
Die FPÖ nannte die Selbstdarstellung deshalb eine „Airshow der Außenministerin am Flughafen Wien-Schwechat“. „Im Bereich der Flugsteige dürfen sich ausschließlich Passagiere sowie Dienstpersonal des Flughafens aufhalten, auf Rollfeldern ausschließlich Passagiere sowie Bodenpersonal“, erinnerte FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz auch an die strengen Sicherheitsmaßnahmen auf dem Flughafen. Er will deshalb den skurrilen Auftritt der Ministerin mit einer parlamentarischen Anfrage aufklären.
PR-Aktion erinnerte an „Dschungelcamp“
Auch die Kronen Zeitung kommentierte das Theaterstück: Wien-Ressortleiter Michael Pommer sah sich an die TV-Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ – besser bekannt als „Dschungelcamp“ – erinnert. Dort müssen mehr oder weniger abgehalfterte Prominente Prüfungen absolvieren, wie etwa Geschlechtsteile von Tieren verspeisen.
„Peinliche Show“ sorgte für Fremdscham
Pommers Vergleich: Nach „mehreren handwerklichen Fehlern bei der Eskalation im Nahen Osten“ hätte Meinl-Reisinger sich dort zur „Dschungelcamp-Königin“ gemacht – „eine peinliche Show, die beim Fremdschämen fast so erröten ließ wie die EU-Schwimmweste“, die einem auch nichts mehr bringe, wenn einem von Haus aus das Wasser bis zum Hals stehe. Die gute Nachricht für Meinl-Reisinger sei: Sie wollte in die Zeitung und hätte das auch geschafft – „wenn auch als Kasperl der Woche“.