Am vergangenen Samstagabend gab Schlagersänger Heino in Brandenburg vor einem begeisterten Publikum ein Solidaritätskonzert: Hintergrund war der Rauswurf eines Feuerwehrmannes. Der hatte letztes Jahr eine alte Gesangsaufnahme des Deutschlandlieds von Heino bei der Deutschen Meisterschaft im Feuerwehrsport vorgespielt. Zu hören war dabei auch die verpönte, aber nicht verbotene erste Strophe. Der Feuerwehrmann verlor daraufhin seine Ämter.

Rund 800 Besucher feierten mit Heino (87) im brandenburgischen Bad Belzig: Der beliebte Volksmusikstar zeigte mit seinem Konzert seine Solidarität mit einem Feuerwehrmann, der wegen eines Vorfalls bei der Deutschen Meisterschaft im Feuerwehrsport im nordsächsischen Torgau im August 2025 rausgeschmissen worden war. Der Feuerwehrmann spielte damals als Wettkampfrichter eine Aufnahme von Heino aus den 70er Jahren, wo dieser das Deutschlandlied samt der ersten Strophe („Deutschland, Deutschland über alles“) gesungen hatte. Die prompte Konsequenz: Der Mann verlor seine Ämter.

„Man hat versucht, mir einen Rechtsextremismus-Stempel aufzudrücken“, kritisierte der Feuerwehrmann, der angibt, dieses Lied als ersten Treffer auf YouTube gefunden und für die Eröffnung der Meisterschaft heruntergeladen zu haben. Den Feuerwehrverband interessierte das nicht: Die Sanktionen blieben bestehen.

Heinos Manager Helmut Werner kommentierte: „Es ist wichtig, dass wir heute hier sind und Flagge zeigen und uns hier einmischen.“ Der Feuerwehrmann habe eine zweite Chance verdient. 

Heino schrieb zu einem Video des Auftritts auf Instagram:

Gestern war ich mit meiner „Made in Germany“-Tournee in Bad Belzig, in den Wohnort des Feuerwehrmanns, der meiner Meinung nach eine zweite Chance verdient hat. Ich fand auch nicht gut, dass bei den Feuerwehr-Meisterschaften alle 3 Strophen des Deutschlandliedes gespielt wurden – aber den Feuerwehrmann von allen Ehrenämtern zu entbinden, finde ich übertrieben! Es war eine tolle Stimmung im seit Monaten ausverkauften Haus. Danke Bad Belzig!

Quelle: Instagram

Beim Konzert jubelte das Publikum auch zum Partylied “Layla” („Ich hab ‘n Puff und meine Puffmama heißt Layla / Sie ist schöner, jünger, geiler“), das wegen Sexismusvorwürfen als politisch inkorrekt gilt. Unter den feiernden Zuhörern war auch die Schlagersängerin Melanie Müller, die wegen angeblichen Zeigens des Hitlergrußes vom Landgericht Leipzig zu einer Geldstrafe von 3.500 Euro verurteilt worden war und den “Rechtsextremismus-Stempel” aus eigener leidvoller Erfahrung kennen dürfte. Sie wehrt sich weiterhin gegen den Vorwurf.

Schwarz-Rot-Gold gehört bei Heinos Auftritten dazu. Auch der Feuerwehrmann schwenkte am Ende des Konzerts eine Deutschlandfahne: „Ich denke mal, dass ungefähr das halbe Publikum heute hier aus Feuerwehrkameraden der deutschen Feuerwehrsportszene besteht, die mich unterstützen“, schätzte er. Er will nach seinem Rauswurf zukünftig in einer neuen und von ihm mitgegründeten Feuerwehrsport-Gemeinschaft jährliche Meisterschaften organisieren. Beim Landesfeuerverband stößt das auf wenig Gegenliebe: Man befürchtet eine Spaltung der Feuerwehrwelt. Fragt sich, wer damit angefangen hat.





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