Energiekrise: In Kuba hat die Regierung in Havanna Notfallmaßnahmen angekündigt. Wie Vizeregierungschef Oscar Pérez-Oliva Fraga am 6. Februar im Staatsfernsehen sagte, wird in staatlichen Unternehmen die Vier-Tage-Woche eingeführt.

Zudem würden der Benzinverkauf und der Bus- und Zugverkehr eingeschränkt. Durch die ab dem 9. Februar geltenden Vorgaben solle Kraftstoff eingespart werden, um „die Lebensfähigkeit unseres Landes und die Grundversorgung zu gewährleisten“.

Die kubanische Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren dank des venezolanischen Öls, das Kuba im Austausch für Ärzte, Lehrer und andere Fachkräfte erhält, nur mühsam über Wasser gehalten.

Sparen zugunsten ausländischer Devisen

Weitere Sparmaßnahmen sehen verkürzte Schultage sowie eine reduzierte Anwesenheitspflicht an Universitäten vor. Auch einige touristische Einrichtungen blieben geschlossen, kündigte Fraga an.

So solle sichergestellt werden, dass es weiterhin ausreichend Kraftstoff zur Stromproduktion und Lebensmittelherstellung gebe. Zudem liege der Fokus auf Aktivitäten, die ausländische Devisen ins Land brächten.

Am 4. Februar 2026, Müll in den Straßen von Havanna.

Foto: Yamil Lage/AFP via Getty Images

Nach der Gefangennahme des sozialistischen venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro zu Jahresbeginn bei einem US-Militäreinsatz hatte US-Präsident Donald Trump deutlich gemacht, dass er auch andere Länder in der Region beobachtet – darunter Kuba.

Trump ließ die Öllieferungen aus Venezuela nach Kuba unterbinden, von denen das Land in hohem Maße abhängig war. Er riet Havanna „dringend, einen Deal abzuschließen, bevor es zu spät ist“, warnte der US-Präsident damals.

Ende Januar verschärfte Trump den wirtschaftlichen Druck auf Kuba: Staaten, die Erdöl an das Land liefern, drohte er in einem Dekret mit zusätzlichen US-Zöllen. Die kubanische Regierung bezeichnete dies als „brutalen Akt der Aggression“.

Am 1. Februar sagte Trump, dass seine Regierung derzeit mit den „höchsten Vertretern“ in Havanna über ein Abkommen spreche. Die kubanische Regierung teilte daraufhin mit, es gebe Kontakte mit Washington, von einem Dialog könne jedoch nicht die Rede sein.

Mexiko will ein Schiff mit Hilfsgütern schicken

Mexiko kündigte gestern Hilfsgüter für Kuba an. Ihre Regierung bereite eine Schiffslieferung vor, die vor allem Lebensmittel und weitere von Havanna erbetene Güter auf die Karibikinsel bringen solle, sagte Präsidentin Claudia Sheinbaum vor Journalisten.

Das Schiff werde spätestens am 9. Februar auslaufen. Zudem liefen „diplomatische Bemühungen“, die Öllieferungen nach Kuba ermöglichen sollen, ohne dass die USA Mexiko durch Sanktionen bestraften, sagte Sheinbaum.

Das kommunistisch regierte Kuba steckt in seiner schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Seit Ende 2024 gab es fünf landesweite Stromausfälle, die teilweise mehrere Tage dauerten.

Immer wieder haben die Menschen mit Blackouts zu kämpfen, die mitunter mehr als 20 Stunden dauern. Der nur etwa 145 Kilometer von der Südspitze des US-Bundesstaats Florida entfernte Karibikstaat unterliegt seit 1962 einem US-Wirtschaftsembargo. (afp/ks)



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