Wie ich neulich zwei JU-Mitglieder aus Rheinland-Pfalz in Berlin kennenlernte, welche Rolle der „Antizionismus-Skandal“ für das Abschneiden der Linkspartei spielt und worüber ich am Donnerstagabend in Frankfurt am Main diskutiere

Hallo,

Neulich traf ich in einer Bar einen jungen Mann und eine junge Frau, die Mitglieder der Jungen Union in Rheinland-Pfalz sind. Sie waren auf Klassenfahrt in Berlin, wir kamen über die Landtagswahl ins Plaudern. Das CDU-Nachwuchsduo beeilte sich zu erklären, Spitzenkandidat Gordon Schnieder sei nicht ihr Fall. Sie mochten den Bruder von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder nicht; ich deutete das als Zeichen, dass SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer am Ende also doch noch das Rennen machen würde. So kann man sich täuschen!

Freitag-Autor Stephan Hebel hat das SPD-Debakel mit 26 Prozent gegenüber 31 Prozent für die CDU in seinem Kommentar in Zusammenhang mit Cem Özdemirs Wahlkampf in Baden-Württemberg gebracht. Die Grünen kommen auf acht Prozent, die Linke nur auf 4,4 Prozent. Warum es für Heidi Reichinneks Partei nicht von Nachteil sein muss, den Einzug in zwei Landtage im Südwesten verpasst zu haben, erklärt Sebastian Friedrich in seiner Analyse der Ernüchterung nach dem Hype. Und angesichts des AfD-Ergebnisses von knapp 20 Prozent in Rheinland-Pfalz lohnt es sich, Christian Barons Text über seine „Rückkehr nach Kaiserslautern“ (nochmal) zu lesen.

Zur Analyse der SPD-Niederlage

Zur Lage der Linken

Zu Christian Barons Text über Kaiserslautern

1. Heute wichtig

2. Made My Day

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Das Wochenende bei der Leipziger Buchmesse: Noch mehr als die JU-Bekanntschaft in der Bar sind mir die Begegnungen auf der Leipziger Buchmesse am vergangenen Samstag in Kopf und Herz hängen geblieben. Dank an alle Leserinnen und Leser für all das Lob an unserem Stand, dass der Freitag einzigartig und unverzichtbar sei! Leipzig ist immer einer der Höhepunkte im Berufsjahr eines Freitag-Redakteurs. Die Zeit dort und der treffende Kommentar meines Kollegen Philipp Haibach zum Auftritt von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer in Leipzig tragen locker über den Montag.

3. Kultur-Tipp

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➜ Gut zu diskutieren: Leben Sie in oder nahe von Frankfurt am Main? Dann kommen Sie doch am Donnerstagabend in die Evangelische Akademie, Römerberg 9: Ich diskutiere dort von 18 Uhr an mit Gina Rosa Wollinger, Podcasterin und Professorin für Soziologie und Kriminologie an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen, sowie dem Amtsleiter der Branddirektion Frankfurt, Markus Röck, die Frage: „Alles auf Angriff? Über Aggression in der Gesellschaft“, die sich auch gegen Rettungskräfte richtet. Das Ganze im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gegenlicht“ von Freitag, Evangelischer Akademie und Journal Frankfurt.

➜ Alle Informationen finden Sie unter diesem Link.

4. Lese-Empfehlung

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Noch mehr Kriminalitätsfragen aus Frankfurt am Main: Max Czollek im Gespräch mit dem „Tatort“-Team Melika Foroutan und Edin Edin Hasanović: Gut, dass es die Mediatheken des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gibt! Denn den Tatort habe ich infolge des Rheinland-Pfalz-Wahlsonntagabends verpasst. Werde ihn aber noch in der Mediathek ansehen. Wegen der Empfehlungen aus dem Freitag-Kollegium und wegen des lesenswerten Interviews, das Max Czollek mit dem Schauspiel-Duo Melika Foroutan und Edin Hasanović geführt hat. Sie spielen in ihrer mittlerweile dritten Tatort-Folge „Fackel“ die Ermittlerinnen Maryam Azadi und Hamza Kulina. „Der Polizei ein Gesicht zu geben, ist seltsam, auch wegen Hanau“ und dem rechtsextremen Terroranschlag dort, sagt Foroutan.

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Edin Hasanović: Wäre ich nicht Schauspieler geworden, wäre ich wohl bei der Kripo gelandet. Ich habe jede Doku gesehen und meine zu wissen, wie man eine Waffe hält. Ich habe um diese Gimmicks gekämpft im Tatort, die Waffe und die Handschellen. Da wird ein kleiner Traum für mich wahr.

Max Czollek: Und du, Melika?

Melika Foroutan: Da sind wir völlig unterschiedlich. Ich komme aus Iran, einem Land mit sehr viel Polizeipräsenz und Polizeigewalt. Und auch als Bürgerin in Deutschland habe ich einen kritischen Blick auf die Polizei, weil sie als Organ der Exekutive eben auch Repressionen einsetzen kann.

Hasanović: Das heißt ja nicht, dass ich der Polizei gegenüber nicht kritisch bin. Das schließt aber meine Faszination nicht aus.

Foroutan: Ich verstehe Edin. Das Bild der Polizei, mit dem man aufwächst, aus amerikanischen Filmen und Serien etwa, ist prägend. Sie wird als cool und tough dargestellt. Ich habe schon darüber nachdenken müssen, was es bedeutet, eine Polizistin zu spielen. Und was es für das Bild der Polizei bedeutet, wenn ich ihr ein Gesicht gebe. Ab und an habe ich dabei ein seltsames Empfinden.

Czollek: Weshalb denn?

Foroutan: Im Raum Hessen, wo wir ermitteln, gibt es viele hochproblematische Fälle. In Hanau, wo neun junge Menschen durch einen rassistischen Mordanschlag starben, stellte sich heraus, dass mehrere der Polizisten, die unmittelbar nach der Tat zum Tatort geschickt wurden, in rechtsextremen Chatgruppen waren. Die Verwicklungen von Polizei und Sicherheitsbehörden im NSU-Komplex gelten als einer der größten Skandale der deutschen Nachkriegsgeschichte.

zum ganzen Interview

Ich widme mich jetzt gleich den bayerischen Kommunalwahlergebnissen. Die versprechen wegen der CSU-Niederlagen zum Beispiel in München noch mehr Sprengstoff für die Koalition aus CDU, CSU und SPD in Berlin. Überrascht hat mich das Ergebnis in meiner Heimatstadt Augsburg: Der SPD-Herausforderer hat gegen die CSU-Oberbürgermeisterin gewonnen, lese ich in der Augsburger Allgemeinen.

Viele Grüße,

Ihr

Sebastian Puschner

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