Die Fluggesellschaft Ryanair will wegen geplante Steuererhöhungen in Belgien tausende Flüge streichen.

Das Unternehmen werde in diesem Jahr 1,1 Millionen weniger Flugtickets mit Start oder Ziel am Flughafen Charleroi verkaufen, sollte die belgische Regierung geplante Steuererhöhungen nicht zurücknehmen, sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary am Mittwoch in Brüssel. 2027 könne eine weitere Million Passagiere wegfallen.

Flugsteuern verdoppelt

Ryanair begründet seine Drohungen mit geplanten Steuererhöhungen. Zum 1. Januar will die belgische Regierung die Steuer auf Flugtickets für Langstrecken von bislang 5 Euro auf 10 Euro verdoppeln.

Für Kurzstrecken von weniger als 500 Kilometer – zum Beispiel nach London, Paris oder Frankfurt – werden in Belgien bereits 10 Euro fällig.

O’Leary spricht von einer fünffachen Erhöhung im Vergleich zum Januar 2025. Damals hatte die Steuer für Langstreckenflüge bei 2 bis 4 Euro gelegen, es folgte im vergangenen Sommer bereits eine Erhöhung. „Nur die belgische Regierung könnte so dumm sein, die Flugsteuern um das Fünffache zu erhöhen“, polterte O’Leary.

Stadt Charleroi plant zusätzliche Steuer

Zusätzlich plant die Stadt Charleroi eine eigene Steuer von 3 Euro pro Passagier. Am dortigen Flughafen, gut 60 Kilometer südlich der Hauptstadt, starten und landen vor allem Billigflieger wie Ryanair, Wizzair und Pegasus.

Ryanair-Flugzeuge am Flughafen Brüssel-Charleroi Süd (BSCA) in Gosselies, Charleroi, am Dienstag, 13. Mai 2025.

Foto: Virginie Lefour/BELGA MAG/AFP via Getty Images

Die Fluggesellschaften dürften die Erhöhungen mehrheitlich an ihre Kunden weitergeben, sodass die Preise steigen.

Ryanair hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 11,6 Millionen Passagiere von und nach Belgien geflogen. Der Konzern rief den belgischen Regierungschef Bart de Wever und die Stadt Charleroi auf, ihre „dummen Steuererhöhungen“ zurückzunehmen. (afp/red)



Source link