Eine scharfe Kritik an der US-Außenpolitik im Jahr 2026

In einer intensiven Folge des Podcasts Judging Freedom vom 7. Januar 2026 mit Moderator Judge Andrew Napolitano gab der pensionierte US-Armee-Oberst Douglas Macgregor eine düstere Einschätzung der Außenpolitik der Trump-Administration ab.

Unter dem Titel „Trump Is Sleepwalking Into Another War“ (Trump schlafwandelt in den nächsten Krieg hinein) zeichnete Macgregor das Bild eines Amerikas, das in undeclarierte Kriege, aggressive Interventionen und eskalierende Spannungen mit Großmächten wie Russland und China verwickelt ist.

Macgregor, ein bekannter Kritiker neokonservativer Einflüsse in Washington, warnte vor einem gefährlichen Kurs, der durch impulsive Entscheidungen, wirtschaftlichen Opportunismus und das Unterschätzen der Grenzen militärischer Einschüchterung geprägt sei.

Das Gespräch begann mit grundsätzlichen Reflexionen über undeclarierte Kriege und den Verlust von Freiheiten, bevor es schnell zu aktuellen Brennpunkten überging: Israels Aktionen im Libanon, die US-Intervention in Venezuela, russische Reaktionen in der Ukraine und im Nahen Osten sowie spekulative Pläne bezüglich Grönlands.

Macgregor betonte durchgängig den Triumph der Neocons – Figuren wie Marco Rubio und Stephen Miller –, die die Politik in Richtung Konfrontation statt Diplomatie lenken.

Dieser Artikel fasst die zentralen Punkte des Transkripts zusammen und analysiert die von Macgregor geäußerten Warnungen vor Eskalationsrisiken, fehlender Strategie und potenziell breiteren Konflikten.

Der Triumph der Neocons und die Eskalation im Nahen Osten

Macgregor bewertete die Neokonservativen als triumphierend in der US-Außenpolitik. Er verwies auf die Evakuierung russischer Bürger aus Israel als Indiz für eine drohende Konfrontation mit dem Iran.

Israel versuche, verbliebene Hezbollah-Strukturen im Libanon endgültig zu zerschlagen, die libanesische Regierung einzuschüchtern und den Südlibanon langfristig zu annektieren. Gleichzeitig bereite sich Israel auf einen Schlag gegen den Iran vor und suche Stabilität in Syrien – alles mit US-Unterstützung.

Die russische Evakuierung diene nicht nur dem Schutz eigener Bürger (viele davon jüdisch-russischer Herkunft), sondern verschaffe Moskau auch Handlungsfreiheit, falls es in den Konflikt eingreife. Russland wolle den Iran als unabhängigen Staat erhalten und sei noch immer geschockt vom Umsturz in Syrien.

Macgregor sieht hier eine Kette verbundener Krisen: Libanon, Israel, Iran und Syrien – alle abhängig von US-Hilfe für Israel.

Die Venezuela-Intervention: Ein improvisierter Coup mit unklaren Folgen

Ein zentraler Punkt war die US-Militäroperation vom 3. Januar 2026, bei der Präsident Nicolás Maduro und seine Frau entführt wurden. Macgregor kritisierte den Mangel an Planung: Es habe keine strukturierten Szenarien oder eine Rechtsgrundlage gegeben.

Trump habe spontan erklärt, die USA würden Venezuela „eine Weile führen“, ohne zu wissen, wie.

Trotz Medienberichten gebe es keine Massenjubel in Venezuela; die Bevölkerung sei nicht begeistert. Die neue Interimspräsidentin Delcy Rodríguez sei hart und unberechenbar. Ölkonzerne würden gedrängt, mit ihr zu verhandeln, doch die Förderung werde Jahre dauern.

Russland und China hätten bereits profitiert und ihre Interessen gesichert.

Die 14.000 bis 16.000 US-Truppen in Puerto Rico seien als „Stabilisierungstruppe“ gedacht, doch es fehle an Klarheit über ihren Auftrag. Macgregor warnte vor einem „gigantischen Hinterhalt“, falls Bodentruppen eingesetzt würden.

Trump suche nun einen Ausweg, der sein Prestige wahrt – möglicherweise durch Kooperation statt direkter Herrschaft.

Russlands Sicht: Vertrauensverlust und Vorbereitung auf Gegenmaßnahmen

Macgregor beschrieb, dass der Kreml Trump und die USA als unzuverlässig und täuschend wahrnehme. Russland fühle sich in seinen Sicherheitsinteressen in der Ukraine und in seinen kommerziellen Belangen in Venezuela ignoriert.

Die Beschlagnahme russischer Tanker und eine mögliche CIA-Beteiligung an Anschlägen hätten den Zorn weiter verstärkt.

Russland bereite wirtschaftliche und finanzielle Gegenmaßnahmen vor, ohne direkt militärisch zu eskalieren. Angriffe auf westliche Firmen in der Ukraine seien als Warnsignale zu verstehen.

Europa stelle jedoch das größere Problem dar: Fantasien von Truppen in der Westukraine würden ernst genommen, was Russland zu massiver Aufrüstung veranlasse.

Ukraine: Auf dem Weg zu einem totalen Krieg?

Macgregor prognostizierte ein Ende der „speziellen Militäroperation“ durch einen umfassenden Krieg Russlands, um jeden Widerstand zu brechen – einschließlich der Einnahme von Odessa und Kiew.

Europa müsse endlich direkt mit Russland verhandeln, wie es Viktor Orbán fordere. Vermittlungsversuche durch Kushner oder Witkoff seien nutzlos und gescheitert.

Europa sehe Trump als unberechenbar und suche Wege, ihn einzudämmen. Trump selbst genieße die Einschüchterungstaktik, unterschätze jedoch deren Grenzen.

Grönland: Symbol für imperiale Überdehnung

Macgregor kritisierte Trumps Fixierung auf Grönland. Die USA verfügten dort bereits über Basen und Zugang; eine Militarisierung oder Annexion sei unnötig.

Ein Ressourcenvertrag würde ausreichen. Doch Trump sehe den „Baseballschläger“ der US-Streitkräfte als Instrument guter Geschäfte – ein Ansatz, der irgendwann auf Widerstand stoße.

Fazit: Eine Politik ohne Plan und mit hohen Risiken

Macgregor zeichnete das Bild einer chaotischen, transaktionalen Politik, in der sich alles um Deals, Profit und Einschüchterung drehe.

Die Venezuela-Operation sei improvisiert, die Nahost-Politik eskalierend, die Ukraine-Strategie gescheitert. Trump erkenne zwar Intelligenz, lasse sich jedoch von Neocons leiten.

Ohne Kurskorrektur drohe ein neuer großer Krieg – nicht durch Planung, sondern durch Schlafwandeln.

Das Gespräch endete mit Dank und dem Hinweis auf kommende Gäste. Macgregors Warnungen bleiben aktuell: In einer Welt voller Spannungen könnte 2026 zum Jahr der Eskalation werden.



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