Können Sie sich noch an Janosch Dahmen und Daniel Günther erinnern, die während der Plandemie so eifrig dabei waren, Mitbürger zu verfolgen und sich bis zum Zwang um die Gesundheit „der Menschen“ zu kümmern, ungefragt und ohne entsprechenden Auftrag?

Wenn nicht, dann haben wir ein paar Erinnerungen:

Leute, wie Dahmen und Günther können sich ihrer politische Relevanz nur selbst versichern, wenn sie andere bevormunden können, ihre Position dazu ausnutzen können, „den Menschen“ Vorschriften zu machen, wie „die Menschen“ zu leben haben, welche Produkte sie in welcher Menge zu sich zu nehmen haben, welchen medizinischen Interventionen sie sich und ihre Kinder zu unterziehen haben…

Günther und Dahmen gehören zu Leuten, die man als Geissel der Menschheit ansehen muss, Leute, die von sich der Überzeugung sind, sie wüssten besser als andere, was für „die Menschen“ gut ist und die immer in erster Linie stehen, wenn es darum geht, ein Abgabensystem gegen diejenigen zu verteidigen, die es finanzieren und dann – zwangsläufig – auch nutzen wollen.

Auf die Idee, statt „die Menschen“ durch ständige Bevormundung zu entmündigen, für sich selbst verantwortlich sein zu lassen, etwa dadurch, dass Krankenversicherung umfassend privatisiert wird und die Folgen des eigenen Lebensstils in die Kosten der Krankenversicherung einfließen, sind diese kollektivistischen Helden noch nie gekommen. Sie können auf eine solche Idee nicht kommen, weil der psychologische Nutzen dann entfallen würde, den sie aus der Bevormundung anderer Menschen, deren Herabwürdigung zu Objekten, über die man, die selbsterklärte „Elite“, bestimmen müsse, weil diese dummen Menschen, wenn man sie alleine lässt, falsche Entscheidungen, also aus Sicht von Helden wie Dahmen und Günther falsche Entscheidungen treffen. Hybris im extrem, gut zusammengefasst von Dr. habil. Heike Diefenbach.

Dass Leute wie Dahmen und Günther Kontrolle und Überwachung anderer benötigen, um sich eine politische Selbstwirksamkeit und vermutlich darüber hinausgehend eine generelle Selbstwirksamkeit „Ich kontrolliere, also bin ich“, zuweisen zu können, eine Notwendigkeit, weil sie offenkundig außer Stande sind, die eigene Persönlichkeits(-attrappe) positiv zu begründen, sieht man an der derzeitigen Diskussion über eine „Zuckersteuer“.

Steuern sind ein beliebtes Mittel, um „den Menschen“ nicht nur Agency zu entziehen, denn man entscheidet für sie und über ihre Köpfe hinweg, Steuern engen auch den finanziellen Möglichkeitsraum derjenigen ein, die ihnen unterzogen werden und schränken auf diese Weise ihre ökonomische Freiheit ein.

Steuern sind schon deshalb eines der wichtigsten Mittel im totalitären Werkzeugkasten.

Und, einmal ehrlich, wenn Sie hätten vorhersagen müssen, welche Position Dahmen und Günther im Rahmen der Diskussion über Sinn und Unsinn einer Zuckersteuer einnehmen, hätten sie nicht – wie wir – 100% richtig mit ihrer Vorhersage gelegen?

Selbst wenn man Dahmen zugestehen muss, dass er damit Recht hat, dass Unternehmen, die von sich behaupten, sie würden Nahrungsmittel herstellen, Industriefrass produzieren, der voller gesundheitsgefährdender Stoffe ist, dazu gleich mehr, ist die Konsequenz einer „Steuer“ sicher nicht der Weg, den man in einer freien Gesellschaft geht, denn eine freie Gesellschaft ist auf INDIVIDUELLE SELBSTVERANTWORTUNG nicht auf KOLLEKTIVE BEVORMUNDUNG gebaut.

Doch zurück zu Günther, der seine Ansicht unter anderem mit einem Verweis auf Großbritannien und die dort seit 2018 eingeführte „Zuckersteuer“, die Softdrinks betrifft, begründet, und eine Studie, die vor rund zwei Jahren in der ZEIT mit den folgenden absurden Behauptungen gefeiert wurde, anführt:

“ In einer Frage ist das Vereinigte Königreich allerdings wesentlich weiter als viele entwickelte Staaten des Westens: Der Verzehr von Zucker ist den letzten Jahren zurückgegangen, besonders unter Kindern ist der Zuckerkonsum drastisch gesunken.

Eine Studie von Wissenschaftler.. mehrerer britischer Universitäten hat jetzt nachgewiesen, dass eine 2018 eingeführte Zuckersteuer auf Softdrinks wie Coca-Cola, Sprite, Fanta und Red Bull maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen hat. Das ist eine Erleichterung nicht nur für Eltern, sondern auch für die Regierung, die im staatlichen Gesundheitssystem NHS für die Folgeerscheinungen eines hohen Zuckerkonsums aufkommen muss. Denn hoher Zuckerkonsum erhöht das Risiko für Fettleibigkeit, Diabetes oder Herzschäden.“

Die Studie, die das gezeigt haben soll, ist diese Studie:

Der Zeitraum, der in dieser „Studie“ berücksichtigt wird, reicht von 2008 (nicht 2011 wie im Titel angegeben) bis 2019. Selbst wenn man den Autoren zugestehen würde, dass die Zuckersteuer zu Beginn des Jahres 2018 eingeführt wurde, was sie nicht wurde, sie trat im APRIL 2018 in Kraft, bliebe am Ende ein Beobachtungszeitraum von zehn Jahren vor Einführung, einem Einführungsjahr und einem Jahr nach Einführung. Aus einer solchen Zeitreihe etwas über Veränderungen, die von der Zuckersteuer im UK verursacht worden sein sollen, aussagen zu wollen, das ist schon entweder frech oder fortgeschrittenes Teeblätterlesen.Vor allem wenn man bedenkt, dass die rund 500 Erwachsenen und Kinder, die jährlich im Rahmen von NDNS – National Diet and Nutrition Survey – gesampelt und dazu verdonnert werden, Tagebuch über ihren Konsum zu führen, jedes Jahr andere sind.

Dass Studien selbstberichteten Konsums, insbesondere vor dem Hintergrund der allen Befragten eigenen Trägheit und der Tatsache, dass ihnen bewusst ist, welche Konsumgewohnheiten von „Forschern“ schräg angesehen werden, auch nur ansatzweise die Realität wiederspiegeln, das wäre noch zu zeigen. Bislang suhlen sich diejenigen, die solchen Krempel erheben, in der Selbstzufriedenheit, wie sie mit „vielen Daten“ einhergeht.

Wir haben viel an der Methodik der Studie auszusetzen, aber wir ersparen Ihnen an dieser Stelle eine lange Abhandlung der Fehler und Versäumnisse, die diese Studie auszeichnen, zitieren stattdessen die Autoren:

„One year after the UK SDIL [Soft Drink Industry Levy] was implemented there was evidence of a reduction in the sugar content of soft drinks and households on average reduced the amount of sugar purchased from soft drinks by 8 g/week with no evidence of substitution with confectionary or alcohol. However, lack of available data meant it was not possible to examine substitution of purchasing other sugary foods and drinks, which has previously been suggested in some but not all studies. Household purchasing only approximates individual consumption because it captures only those products brought into the home, products may be shared unequally between household members, and it does not account for waste.“

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:

Ein Jahr nach Einführung der britischen SDIL gab es Anzeichen für einen Rückgang des Zuckergehalts in Erfrischungsgetränken, und die Haushalte reduzierten den Zuckerkonsum aus Erfrischungsgetränken um durchschnittlich 8 g/Woche, ohne dass Anzeichen für einen Ersatz durch Süßwaren oder Alkohol erkennbar waren.

Aufgrund fehlender Daten war es jedoch nicht möglich, den Ersatz durch den Kauf anderer zuckerhaltiger Lebensmittel und Getränke zu untersuchen, der zuvor in einigen, aber nicht allen Studien angeführt worden war. Der Kauf durch Haushalte entspricht nur annähernd dem individuellen Verbrauch, da er nur die nach Hause gebrachten Produkte erfasst, die Produkte möglicherweise ungleichmäßig unter den Haushaltsmitgliedern aufgeteilt werden und Abfälle nicht berücksichtigt werden.

Mit anderen Worten: Die Autoren machen Aussagen über den ZUCKERKONSUM von KINDERN, ohne Angaben über den tatsächlichen Zuckerkonsum von Kindern zu haben. Sie behaupten, eine Reduktion von ZUCKERKONSUM auf der Basis unvollständiger und willkürlich zugeschriebener Daten, was im vorliegenden Fall besonders schwerwiegend ist, denn die häufigste Reaktion auf Steuern ist Ausweichverhalten, weg von den besteuerten Produkten und hin zu Substituten, mit vielleicht mehr, vielleich weniger Zucker.

Wer weiss?
Die Autoren wissen es nicht.

Junk vom Feinsten.
Für Schreiber bei der ZEIT ist solcher Junk ein „Nachweis“: „Eine Studie von Wissenschaftler…n mehrerer britischer Universitäten hat jetzt nachgewiesen…“. Natürlich können wissenschaftliche Arbeiten nichts nachweisen, bestenfalls Zusammenhänge aufzeigen, die man dann auf ihre Validität und Reliabilität prüfen muss, ein Prozess, den die ZEIT-Autoren offenkundig nicht kennen. So wie sie von einem Blick in die Realität überfordert sind, in der man Daten finden kann, die zeigen, dass die angebliche Zuckerersparnis dazu geführt hat, dass die Briten nicht etwa dünner, sondern fetter werden:

Wir haben einen Blick in die letzte Veröffentlichung der Obesity Statistics in der Bibliothek des House of Commons geworfen und die Daten zur Entwicklung von Adipositas und Übergewichtigkeit für England und Schottland extrahiert, die Daten für Wales und Nordirland zeigen dieselbe Entwicklung, die man so zusammenfassen kann: Wenn die Einführung einer Zuckersteuer im Vereinigten Königreich im April 2018 einen Effekt hat, dann ist dieser Effekt keiner, der sich auf das Gewicht von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auswirkt, denn sie alle werden nach wie vor dicker…

Seit 1993 gibt es immer mehr Übergewichtige in der erwachsenen Bevölkerung Englands.

Auch Kinder, egal ob zum Schulstart (reception) oder nach 6 Schuljahren (year 6) untersucht, sind in ihrem Körperumfang immun gegen eine Zucker-Steuer.

Das gleiche Bild, etwas ausgeprägter, findet sich in Schottland.

Und von den dicken Schotten zu sprechen, ist nach Jahren der SNP-Regierung zur Normalität geworden, an der keinerlei Zuckersteuer etwas geändert hat.

Letztlich geht es auch nicht darum, „die Menschen“ zu verschlanken, sondern darum, den profitierenden Klassen neue Quellen von Steuermitteln zu erschließen, um auf diese Weise ihre überflüssige Existenz in Sorge um „die Menschen“ zu finanzieren. In gewisser Weise ist diese Diskussion auch ein Strohfeuer, denn wenn es Regierungen und besorgten Menschen tatsächlich darum ginge, die Ursachen der Gesundheitskrise westlicher Gesellschaften, die letztlich auch eine Übergewichtskrise ist, zu bekämpfen, sie würden sich in erster Linie gegen Industriefrass, gegen hochprozessierte angebliche Nahrungsmittel, die vor Kernölen nur so triefen und ansonsten alles enthalten, was kaum Nährwert aber viel Potential, die Gesundheit der Esser zu schädigen, hat, in Stellung bringen.

Und wo wir gerade dabei sind.
Um die Höchstmengen von Zucker in Softdrinks nicht zu überschreiten, wird Zucker mit Zuckerersatzstoff ersetzt, weil das Zeug nur dann drinkbar zu sein scheint, wenn es süß ist. Die Fettleibigkeit, der angeblich mit einer Zuckersteuer der Krieg erklärt wird, ist nicht nur durch eine Zuckersteuer NICHT verschwunden, sie wächst in Umfang und Ausmaß jährlich, der Ersatzstoff, der nun die Süße liefert, fördert zusätzlich Schlaganfall:

E968.
Oder Erythritol/Erythrit, so die Bezeichung eines der beliebtesten nicht nahrhaften Zuckerersatzstoffes, der seinen Weg in viele „Zero-Calorie“, zuckerfreien Soft-Drinks, von Coca Cola Zero, über Monster Energy-Drinks bis zu den meisten Eigenmarken der Supermarktketten gefunden hat. In der EU wurde Erythritol 2003 vom damaligen Scientific Committee on Food (SCF) als sicherer Nahrungsmittelzusatz eingestuft, 2006 wurde Erythritol als „neues Nahrungsmittel“ zum generellen Einsatz freigegeben. Seit die EFSA [European Food Safety Authority] den Stab vom SCF übernommen hat, wurde die erlaubte Menge des Zusatzes von Erythritol erhöht (1,6% des jeweiligen Gesöffs, 2015) und damit der Weg zum flächendeckenden Einsatz in Softdrinks geebnet, ehe 2023 die „empfohlene Menge“ des Konsums von Erythritol verringert wurde, denn das Zeug wirkt abführend…

Erythritol ist eines dieser Beispiele, bei denen man erhebliche Schwierigkeiten hat, die Frage, in wessen Interesse die EFSA eigentlich handelt, im Interesse der Gesundheit der Bürger oder im Interesse des Profits der Industrie, zugunsten von Bürgern zu beantworten.

Und weil das alles noch nicht reicht, kommt es nun knüppeldick in der folgenden Studie:

Die Studie ist eine „in-vitro Studie“, also eine in der Petrischale, keine am lebenden Subjekt. Dessen ungeachtet reihen sich die Ergebnisse in eine ganze Reihe ähnlicher Ergebnisse ein, die den Verdacht, dass Erythritol mehr Schaden als Nutzen anrichtet, nicht „sicher und effektiv“ ist, wie man bei der EFSA denkt, bestärken, etwa:

die ein erhöhtes Thrombose-Risiko mit dem Genuss künstlicher Zuckerersatzstoffe wie Erythritol zeigen oder

die ein erhöhtes Sterberisiko für Männer in ihren Analysen finden, ein Sterberisiko, das vor allem über Gewebeschäden, verursacht von artifiziellen Zuckerersatzstoffen allen voran: Erythritol und nachfolgend über Herzinfarkt oder Herzstillstand in den Tod führt.

Die in-vitro Studie von Berry et al. (2025) steht somit nicht alleine und führt fort, was Lim et al. (2024) gezeigt haben, und zwar für menschliche Zellen des Endothels im Gehirn, Hirnendothelzellen (hCMECS – Human Cerebral Microvascular Endothelial Cells). Die Autoren untersuchen den Schaden, den die Menge Erythritol, die sich in einer Dose Monster Energydrink oder Coca Cola Zero befindet, in Hirnendothelzellen anrichtet, und zwar anhand des messbaren oxidativen Stresses, der verringerten Verfügbarkeit von Stickstoffmonoxid und einer erhöhten Produktion von Endothelin-1, alles Marker für ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.

Anders formuliert: Die Autoren untersuchen, was passiert, wenn man eine Kultur menschlicher Hirnendothelzellen mit dem künstlichem Zuckerersatz Erythritol (Erythrit) versetzt und das Ergebnis ist … nun ja:

[Unsere Übersetzung:] „Das neue Ergebnis der vorliegenden Studie ist, dass der nicht-nährstoffhaltige Süßstoff Erythritol oxidativen Stress erhöht, die Bioverfügbarkeit von Stickstoffmonoxid verringert, die Endothelin-1-Produktion fördert und die fibrinolytische Kapazität in mikrovaskulären Endothelzellen des Gehirns in vitro beeinträchtigt. Die hier vorgestellten Ergebnisse stützen und erweitern experimentell epidemiologische Studien, die einen Zusammenhang zwischen Erythritol und einem erhöhten Schlaganfallrisiko belegen. Tatsächlich sind erhöhter oxidativer Stress, verminderte NO-Produktion, erhöhte ET-1-Systemaktivität und beeinträchtigte fibrinolytische Funktion zentrale Merkmale der zerebralen vaskulären Endothelfunktionsstörung und ursächliche Faktoren für die Entwicklung, den Schweregrad und den Ausgang eines ischämischen Schlaganfalls.

Dem gibt es nichts hinzuzufügen.


 

 

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