Tausende Menschen im Berliner Südwesten starten am Montag ohne Heizung und Strom in die erste komplette Woche des neuen Jahres. Nach dem großen Stromausfall wegen eines Brandanschlags im Bezirk Steglitz-Zehlendorf bleiben mehrere Schulen geschlossen.
Polizei und Rettungskräfte helfen, wo sie können. Auch die Bundeswehr soll unterstützen, Berlin rief dazu eine sogenannte „Großschadenslage“ aus.
Noch tagelang könnten viele Haushalte ohne Strom sein. Eltern können auf Notbetreuung in anderen Schulen zurückgreifen. Auch Kitas sind betroffen.
Wer nicht bei Familie oder Freunden in anderen Teilen Berlins unterkommen konnte, für den bedeutet der Start in die erste komplette Woche des neuen Jahres: Bei Schnee ohne Strom, Heizung und warmes Essen zurechtkommen.
Die Schäden am Stromnetz sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin schwerwiegend und die Reparatur kompliziert: Erst am Donnerstagnachmittag könnten voraussichtlich alle Stromkunden wieder versorgt werden.
14.000 Haushalte wieder angeschlossen
Der Anschlag auf Kabel an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde sorgt seit dem frühen Samstagmorgen für den Stromausfall, von dem zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Unternehmen betroffen waren.
Inzwischen konnten 14.000 Haushalte und 500 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden, wie Stromnetz Berlin am Abend mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde.

Freiwillige des Technischen Hilfswerks in der Nähe des S-Bahnhofs Mexikoplatz während des Stromausfalls nach einem Brandanschlag auf Stromkabel am 4. Januar 2026 in Berlin.
Foto: Omer Messinger/Getty Images
Linksextremistischer Anschlag
Seit Sonntag steht für Politik und Behörden fest, dass es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt und Linksextremisten dahinterstehen. Ein bei den Behörden eingegangenes Bekennerschreiben mutmaßlicher Linksextremisten ist laut Senatorin Iris Spranger (SPD) und der Polizei authentisch.
Das lange Schreiben der mutmaßlichen Täter „Vulkangruppe“ trägt die Überschrift „Den Herrschenden den Saft abdrehen“. „In der Gier nach Energie wird die Erde ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört“, hieß es dort.
Das Gaskraftwerk in Lichterfelde sei „erfolgreich sabotiert“ worden. „Stromausfälle waren nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft“, so die Gruppe in dem Schreiben.

Ein Einsatzfahrzeug der Polizei steht an der Brandstelle einer Kabelbrücke vor dem Kraftwerk Lichterfelde. Nach dem Brand einer Kabelbrücke ist im Südwesten Berlins für 50.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe der Strom ausgefallen.
Foto: Michael Kappeler/dpa
Mehrere große Krankenhäuser in den Stadtteilen wurden zwar nach einem Tag wieder an das Stromnetz angeschlossen und mussten dank Notstromaggregaten nicht evakuiert werden.
Vom Stromausfall sind aber auch zahlreiche Pflegeeinrichtungen und pflegebedürftige Menschen in ihren Wohnungen betroffen. Feuerwehr und Hilfsorganisationen richteten Notunterkünfte ein. (dpa/ks)