In einem Linienbus ist es in der Schweiz zu einem tödlichen Brand gekommen. Eine Person habe wahrscheinlich vorsätzlich ein Feuer ausgelöst. Sechs Menschen kamen bei dem Brand am 10. März ums Leben, vier weitere und ein Sanitäter wurden verletzt. Drei der Verletzten schwebten am Abend noch in Lebensgefahr.

Die Identifizierung könnte laut Polizei mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die dazu notwendigen forensischen Arbeiten liefen, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei Freiburg der Nachrichtenagentur „Keystone-SDA“ heute.

Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren eröffnet, die Behörden im Kanton Freiburg im Westen der Schweiz wollen um 14 Uhr auf einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage informieren.

Das völlig ausgebrannte Wrack des Busses wurde in der Nacht geborgen. Nach umfangreicher Spurensuche wurde die Straße mitten im Ort wieder freigegeben. Auf dem Asphalt waren nur noch Brandspuren zu sehen, wie eine Reporterin des Senders SRF berichtete.

Brand kurz vor der Endstation

„Eine vorsätzliche Tat könnte die Ursache für dieses Drama sein“, teilte die Polizei bereits am späten Abend mit. „Möglicherweise wurde das Feuer vorsätzlich gelegt.“ Der Brand sei kurz vor der Endstation in der Ortschaft Kerzers im Kanton Freiburg ausgebrochen.

Bei einer ersten Pressekonferenz wurde die Polizei gefragt, ob es sich um einen Terroranschlag handeln könnte. Dazu könnte noch nichts gesagt werden, antwortete der Sprecher.

Nach dem tödlichen Busbrand in Kerzers sichern Forensiker Spuren am Wrack des Fahrzeugs.

Foto: Fribourg via Getty Images

Augenzeuge: Benzin absichtlich in Brand gesetzt

Die Zeitung „Blick“ zitierte einen Augenzeugen, nach dessen Angaben ein Mann Benzin im Bus ausgeschüttet und sich selbst in Brand gesetzt haben soll. Diese Angaben waren auch bei der Polizei eingegangen, wie eine Sprecherin sagte. Bestätigen könne sie das zunächst nicht.

Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin erklärte: „Es bestürzt mich und macht traurig, dass wiederum Menschen in der CH bei einem schweren Brand ums Leben gekommen sind.“

Die Hintergründe des Vorfalls würden nun geklärt. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. „Und ich denke an die Verletzten & die Rettungskräfte.“

Noch viele offene Fragen

Auch in der Nacht nach dem Vorfall blieben noch viele Fragen offen. Die Polizei sagte nicht, wie viele Menschen zum Zeitpunkt des Unglücks an Bord waren.

Es handelt sich um einen Bus des Unternehmens Postauto, das in der Schweiz vor allem ländliche Gebiete verbindet. Der Bus verkehrte auf einer Strecke zwischen der Ortschaft Düdigen und Kerzers. Kerzers liegt etwa 26 Kilometer westlich von Bern.

Unklar blieb auch, ob die Person, die den Brand möglicherweise ausgelöst hat, unter den Toten oder Verletzten ist. Zu ihrer Identität machte die Polizei zunächst keine Angaben. Die Identifizierung der Todesopfer war im Gange. Ob der Busfahrer unter den Opfern war, blieb ebenfalls offen.

Feuerwehrleute verdecken den ausgebrannten Bus.

Feuerwehrleute verdecken den ausgebrannten Bus.

Foto: Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

Meterhohe Flammen

In sozialen Medien kursierten dramatische Bilder und Videos von dem brennenden Bus. Darauf sind meterhohe Flammen zu sehen. Eine riesige Rauchsäule stieg in den Himmel. Die Feuerwehr löschte die Flammen, aber der Bus brannte völlig aus. An der Straße war später nur noch das Metallgerippe des Busses zu sehen.

Auf Bildern sind zahlreiche Menschen zu sehen, die den brennenden Bus mit Handy-Kameras filmen. Im Einsatz waren neun Krankenwagen sowie ein Rettungshubschrauber. Die Polizei rief mögliche Zeugen auf, sich zu melden.

Der Freiburger Staatsrat und Bundespräsident Guy Parmelin sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. (dpa/red)



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