Im Streit mit Ungarn um die Druschba-Ölpipeline hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj über „Erpressung“ beschwert.

„Sie zwingen mich, die Druschba zu reparieren“, sagte Selenskyj vor Journalisten. „Ich habe unseren Freunden in Europa gesagt, dass man das als Erpressung bezeichnet“, fügte Selenskyj hinzu. Das Gespräch fand am 14. März statt, es galt eine Sperrfrist bis zum 15. März.

Die Druschba-Pipeline transportiert normalerweise russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei. Sie war nach ukrainischen Angaben im Januar bei einem russischen Angriff beschädigt und deshalb vorübergehend stillgelegt worden.

Ungarn und die Slowakei werfen Kiew vor, Reparaturen an der Leitung zu verzögern und die mutmaßlichen Schäden als Vorwand für eine Stilllegung zu nutzen.

Orban blockiert deswegen ein 90-Milliarden-EU-Darlehen

Ungarns Regierungschef Viktor Orban blockiert wegen der ausbleibenden Öllieferungen ein EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro und ein neues Sanktionspaket gegen Russland.

Um den Streit zu entschärfen, schlug die EU-Kommission die Entsendung eines eigenen Untersuchungsteams in die Ukraine vor.

„Ich sage es ganz offen: Ich bin dagegen“, sagte Selenskyj nun. Wenn sein Land wegen der Blockade des Darlehens keine Waffen kaufen könne, dann handele es sich um „Erpressung“.

Selenskyj sagte in dem Gespräch auch, die Ukraine sei bereit, mit jedem ungarischen Regierungschef zusammenzuarbeiten, der „kein Verbündeter“ des russischen Präsidenten Putin sei.

Er beschuldigte Orban, in seinem Land „anti-ukrainische Ressentiments zu verbreiten“, und behauptete, russische Kommunikationsexperten seien nach Ungarn gereist, um Orban beim Wahlkampf zu unterstützen.(afp/red)



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