Am 25. April 2013 haben wir uns einen kleinen Scherz erlaubt und eine – wie wir dachten – leicht erkennbare Satire mit dem Titel: Geschlchterforscher fordert: Liebeslieder verbieten veröffentlicht. Der Text der Satire findet sich am Ende dieses Beitrags. Indes: anders als von uns erwartet, gab es eine ganze Reihe von Lesern des Textes, die das Verbot von Liebesliedern, u.a. wegen der darin enthaltenen Stereotype für bare Münze genommen haben.

Schon damals gab es also gute Gründe, die religiösen Phanatikern, die sich hinter „Ismen“ verstecken, von denen sie behaupten, sie würden ihr jeweiliges Leben durch Rassismus, Sexismus, Ableismus, … Sonstismus beeinträchtigen, zu jeder Form kleingeistiger und im Wesentlichen bösartiger Intoleranz gegenüber Andersdenkenden für fähig zu halten.

Und wie so oft, hat uns die Realität überholt.
Der Telegraph berichtet, dass unter der neuen „Employment Bill“ des Labour-Kults von Herr Starmer, eine Hinterlassenschaft von Angela Rayner, die letzte Woche Gesetz / Act wurde, Pub Besitzer gezwungen sein werden, Lieder, die von ihren Angestellten für beleidigend gehalten werden, von denen sie sich im Hinblick auf die heilige Dreifaltigkeit geschützter Merkmale von Geschlecht, Hautfarbe oder Alter angegriffen fühlen, aus ihrem Pub zu verbannen, denn sie, die Wirte, sie müssen – so will es der Employment Act – jede mögliche Anstrengung unternehmen, um ihre Angestellten vor dem zu schützen, was diese Angestellten für verbale Angriffe halten und als beleidigend empfinden könnten.

Man sieht, zu welchen Idiotien religiöse Eiferer wie die Labours fähig sind.

Das Ganze muss vor dem Hintergrund der im Vereinigten Königreich verbreiteten Sitte, vor Weihnachten in einem Pub zu sitzen, und Weihnachtslieder zu singen, gesehen werden. Die Tradition könnte die erste sein, die der „Employment Bill“, zum Opfer fällt, denn bereits jetzt gibt es Leute, die Jingle Bells für rassistisch halten, weil es angeblich rassistische Wurzeln hat, die „Do They Know It’s Christmas?“ für die armen Afrikaner stereotypisierend und Baby It’s Cold Outside für sexistisch halten.

Es gibt alle möglichen Arten von Irren, die entsprechende „Rechte“ unter dem neuen „Employment Act“ geltend machen können. Dass davon auch ein Lied betroffen sein wird, das von Band AID 1984 im Rahmen der Versuche, eine Hungerkatastrophe in Äthiopien über Spenden zu lindern, zeigt sehr deutlich, was eigentlich die Grundlage solcher irren Regulationen – wie sie Eingang in den Employment Act gefunden haben, ist: Narzissmus im Extrem, der keine die eigene Befindsamkeit und sei sie noch so lächerlich, unter dem Vorwand, man wolle „Afrikaner schützen“, höher ansiedelt als die reale Hilfe für Afrikaner, den Entstehungskontext des angeblich so furchtbaren Liedes …

Eine der vielen Ausdrucksformen, die Wahnsinn heutzutage findet…

Damit wir alle wissen, wovon hier die Rede ist, hier die drei Weihnachslieder, an denen mentale beeinträchtigte Leute, die nichts so sehr hassen, wie andere, denen es gut geht, Anstoß nehmen. Und natürlich haben wir die „rassistischste“ Version von Jingle Bells besorgt, der wir Herr werden konnten

Das Ganze fügt sich natürlich hervorragend in den Krieg, der derzeit gegen Weihnachten geführt wird, ein. Wir haben vor wenigen Tagen über die lange Reihe der Versuche, Weihnachten zu beseitigen, geschrieben. Man stelle sich nur vor, ein Muslim fühlt sich durch das Singen christlicher Lieder in einem Pub, angegriffen …

Und nun – wie versprochen – unsere Satire aus dem Jahre 2013, von der wir dachten, sie sei so weit jenseits der Normalität angesiedelt, dass sie a) als Satire leicht erkennbar ist und b) nicht Realität werden wird.

So kann man sich täuschen:

Genderforscher fordert: Liebeslieder verbieten!

Berlin, rp.

Der Berliner Geschlechterforscher und Theologe David Thaler hat sich mit einer radikalen Forderung an die Öffentlichkeit gewendet: "Liebeslieder raus aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk", so fordert Thaler. 

mxpre5239Liebeslieder, so Thaler, feierten in den meisten Fällen Heterosexualität und machten Homosexuellen deutlich, dass sie kein normaler Bestandteil moderner Gesellschaften seien.

Diese Form der Homophobie, so Thaler, vergifte das öffentliche Klima und störe den öffentlichen Frieden. Schwule und Lesben sollten nicht länger aushalten müssen, dass man sie öffentlich diffamiere und ausgrenze. Nichts anderes geschehe in Liebesliedern in denen mehr oder weniger offen die Freuden z.B. heterosexueller Aktivitäten gefeiert würden.

Der Vorschlag Thalers ist im Zentrum für Interdisziplinäre Frauen und Geschlechterforschung der TU-Berlin und am Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität Berlin auf Zustimmung getroffen. So hat Anna Lisa Müller vom Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung darauf hingewiesen, dass in Liebesliedern nicht nur heterosexuelle Beziehungen als gesellschaftliche Norm dargestellt würden, sondern hedonistische Motive im Vordergrund stünden. Dies sei immer dann der Fall, wenn auf private Motive an einer Beziehung, die häufig im sexuellen Bereich liegen würden, und eben nicht auf soziale Motive an einer Beziehung wie z.B. den Dienst an der Gemeinschaft und die Sicherung des Fortbestands des Volkes, verwiesen werde.

Auch Thomas Schelle vom Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien findet den Vorschlag von Thaler gut und richtig und ist darüber hinaus der Meinung, dass es höchste Zeit war, gegen das Feiern einer überbordenden Männlichkeit, wie sie in Liebesliedern stattfinde, vorzugehen. Vor allem in Reggae und Hip Hop gingen  das „Sexuelle“ und eine überbordende Männlichkeit eine intime Beziehung ein, die im Hip Hop mittlerweile dazu geführt habe, dass Eltern vor den „explicit lyrics“ gewarnt würden.

Bald in Deutschland verboten?

Schlimmer noch, so Schelle, sei es im Reggae.

Bob Marley, einer der Protagonisten dieser Südseeinsel-Musik sage in einem Liedtext explizit. „I am willing and able, and I throw my cards on the table“. Dieses Feiern von Fähigkeit und von Leistungskraft, das dem unmenschlichen System des Kapitalismus eigen sei, und man müsse Marley aufgrund seines Erfolgs und des damit verbundenen Umsatzes als Kapitalist sehen, auch wenn er im Slum aufgewachsen sei, dürfe in einer modernen und durchgegenderten Gesellschaft nicht mehr als gesellschaftliche Normalität zur besten Sendezeit im Rundfunk verbreitet werden. Auch sei der martialische Akt, Karten auf den Tisch zu werfen, einer modernen Genderlichkeit nicht mehr angemessen.

Dies gelte auch für Liedtexte, in denen höchste Leistungskraft in eindeutigen heterosexuellen Situationen gefeiert würden, wie dies in „I want to make you sweat“ von Jacob Miller (Inner Circle) der Fall sei. In einer Zeit, in der Homosexualität zur gesellschaftlichen Normalität geworden sei, sei ein Feiern heterosexueller Leistungskraft ebenso wenig angezeigt wie es angezeigt sei, das aktiv Männliche einem passiv Weiblichen, wie dies im Lied von Miller der Fall sei, gegenüber zu stellen. Es müsse endlich Schluss sein mit der Bevorzugung heterosexueller und Diskriminierung homosexueller Lebensweisen, so Schelle abschließend.

Mit dieser Forderung schließt sich Schelle explizit Thaler an, der seinen Vorstoß wie folgt zusammefasst: „Wir können nicht länger einen großen Teil der Bevölkerung durch Liebeslieder verstören, die einen heterosexuellen Lebensentwurf feiern, der von diesem Teil der Bevölkerung nicht geteilt wird“. Dies, so Thaler, sei diskriminierend, homophob und sexistisch und deshalb sofort zu beenden. Die Chance zur Durchsetzung seiner Forderung schätzt er als gut ein. Das derzeitige gesellschaftliche Klima sei günstig um Queer-Ideen durchzusetzen. Sei erst einmal das Verbot für Liebeslieder in öffentlich rechtlichen Sendern durchgesetzt, dann könne man private Sender zur „Compliance“ anhalten, wie dies bei der Frauenquote auch gelungen sei, bei der öffentliche Arbeitgeber Vorreiter gewesen seien.

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