Für die SPÖ geht es weiter bergab: Von 28 bis 30 Prozent in den Umfragen 2022 auf aktuell nur noch 17 bis 18 Prozent – hochgerechnet über 500.000 verlorene Wähler. Fast ein Viertel dieser Abgänge, rund 120.000 Stimmen, wanderten laut der OGM-Erhebung direkt zur FPÖ – was historisch selten, aber leicht zu erklären ist.

Berufstätige wenden sich von Sozialdemokratie ab

In Längsschnittanalysen war ein solcher direkter Strom von SPÖ- zu FPÖ-Wählern kaum je beobachtet worden. OGM-Analyst Johannes Klotz betonte, dass vor allem berufstätige SPÖ-Wähler diesen Schritt wagen, was die Verunsicherung im roten Lager unterstreicht. Während ein Drittel der Abgänge zu den Grünen ging und knapp zehn Prozent (vor allem Jüngere) zur KPÖ, bleibt der FPÖ-Zufluss mit 25 Prozent der Verluste der größte Einzelposten.

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Flügelkämpfe in der SPÖ

OGM-Chef Wolfgang Bachmayer sieht interne Flügelkämpfe als Ursache: links mit SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler, rechts mit dem burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, in der Mitte mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig. Eine Trendwende brauche ein breit ansprechendes Programm mit einem von den meisten akzeptierten Kopf und mehr Geschlossenheit in der Partei, so Klotz.

Kein Zufall, sondern deutliches Signal

In der FPÖ wundert sich kaum jemand über diese Zahlen. Der steirische Landeshauptmann Mario Kunasek erklärte: Jahrelang seien die Sorgen der Menschen ignoriert worden, jetzt würden die Zahlen eine klare Sprache sprechen. Dass 120.000 der 500.000 ehemaligen SPÖ-Wähler zu den Freiheitlichen gewechselt sind, ist für ihn kein Zufall – sondern ein „deutliches Signal“:

Die Menschen wollen keine Ausreden mehr. Sie wollen Sicherheit, Fairness und Respekt. Sie wollen eine Politik, die ihre Heimat schützt und ihre Leistung anerkennt. Während andere nur reden und beschwichtigen, hört die FPÖ zu und spricht Klartext.

Sozialforscher erklärt blauen Zustrom

Während Kunasek dazu aufruft, FPÖ-Mitglied zu werden, mehren sich auch andere prominente Stimmen aus dem ehemaligen roten Lager. Wie berichtet, hatte auch der ehemals langjährige SPÖ-Wähler und Sozialforscher Bernhard Heinzlmaier sich als Freiheitlicher „geoutet“ – und den Gesinnungswechsel ausführlich begründet: Er bezeichnet die Sozialdemokraten als „plemplem“ und kritisierte, dass die Verlierer-Ampel die drängenden Probleme der Bevölkerung – Teuerung, Ukraine-Krieg, öffentliche Gewalt – nicht löse und das Vertrauen der Menschen verloren habe.

Zudem sieht er die SPÖ in der Verharmlosung von Linksextremismus, etwa durch die Ignoranz gegenüber der „Antifa“, problematisch. Auch Nichtregierungsorganisationen (NRO/NGOs), die dank staatlicher Finanzierung politisch aktiv sein können, hätten zu seiner Abkehr beigetragen.



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