Von Kai Rebmann

Eine gehörige Portion an Kreativität und noch mehr kriminelle Energie bewies ein 27-jähriger Deutscher, der Ausländern wohl seit Monaten dabei half, sich Aufenthaltstitel oder womöglich sogar deutsche Pässe zu erschleichen. Aufgeflogen ist der mutmaßliche Betrüger vor wenigen Tagen bei einer Sprachprüfung in Deutschland, an der der Mann wohl im Auftrag eines 38-jährigen Afghanen teilnahm, um diese in dessen Namen abzulegen und – natürlich – zu bestehen, um so die Voraussetzungen für eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis zu erfüllen.

Dumm nur für den vermeintlichen Prüfling: Auch Beamte der Grenzschutzpolizei waren bei der Prüfung anwesend und entlarvten die vorgelegten Dokumente als plumpe Fälschung. Oft genug kommen Betrüger mit solchen Maschen aber auch durch, Grund sind nicht zuletzt fehlendes oder nicht ausreichend qualifiziertes Personal in den Ausländerbehörden.

Das wird nicht zuletzt dadurch deutlich, dass es sich bei dem Deutschen offenbar um einen Serientäter handelt. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen ist dieser in den vergangenen Monaten in mehreren ähnlich gelagerten Fällen bundesweit in Erscheinung getreten und hat damit einer bisher noch unbekannten Zahl ausländischer Auftraggeber zu Aufenthaltstiteln und womöglich sogar deutschen Pässen verholfen.