Von Kai Rebmann

Kaum ein Mythos wird im „besten Deutschland aller Zeiten“ so emsig gepflegt wie jener der vermeintlichen Unabhängigkeit der Justiz. Schließlich seien vor Gericht ja doch alle gleich, so heißt es zumindest. Dass das aber schon lange nur noch ein frommer Wunschtraum ist, zeigte sich in den vergangenen Jahren immer wieder, und besonders oft dann, wenn es um Politiker als Kläger, aber auch Beschuldigte ging und geht.

Fakt ist, dass jede Staatsanwaltschaft zunächst dem jeweiligen Innenministerium unterstellt ist, sei es auf Landes- oder Bundesebene. Und so erklärt sich dann wohl auch das oftmals rigorose Durchgreifen der Justiz bei noch so harmlos anmutenden „Vergehen“, wenn diese sich gegen gewählte Volksvertreter richten und eine bisweilen auch sarkastische bis sehr zugespitzte Form der Kritik beinhalten. Nie zuvor wurden die Staatsanwaltschaften mit derart vielen Strafanzeigen von Politikern überhäuft, deren Fell immer dünner zu werden scheint und die den kritischen Diskurs deshalb lieber einfach abwürgen, anstatt sich zumindest inhaltlich damit auseinanderzusetzen oder gar sich selbst und ihr eigenes Handeln zu hinterfragen.

Ganz oben in dieser Liga spielt bekanntlich Robert Habeck (Grüne) mit. Der Ex-Minister der krachend gescheiterten Ampel scheint ein ganz besonders inniges Verhältnis zu den hiesigen Staatsanwaltschaften zu pflegen. In der Regel tritt Habeck dabei als Kläger auf, um einfache Bürger wegen Nichtigkeiten anzuschwärzen und diesen in der Konsequenz eine Hausdurchsuchung im Morgengrauen zu bescheren.