Der Stadt St. Pölten droht ein verkehrspolitisches Horror-Szenario: Im Sommer könnte die niederösterreichische Hauptstadt ohne leistungsstarken öffentlichen Bus dastehen. Die FPÖ vermutet ein „politisches Spielchen“ der SPÖ vor der Gemeinderatswahl am 25. Jänner. 

Neuausschreibung nicht durchführbar

Die Einstellung des beliebten und gut frequentierten LUP-Stadtbusses drohe, weil SPÖ-Bürgermeister Matthias Stadler laut FPÖ-Verkehrslandesrat Udo Landbauer „entscheidungsfaul“ sei. Bisher gebe es nämlich keine Entscheidungen Stadlers, weder zu Leistungsumfang noch zur Technologie, weshalb die notwendige Neuauschreibung nicht gemacht werden könne. Wörtlich sagte Landbauer:

Falsche Schuldzuweisungen, nur um sich in einem Gemeinderatswahlkampf zu inszenieren, bringen die Bevölkerung sicher nicht ans Ziel.

NÖVAG untermauert Landbauers Vorwurf

Untermauert wird die Behauptung von Landbauer durch ein Schreiben der Betreibergesellschaft NÖVOG (Niederösterreichische Verkehrsorganisationsges.m.b.H.) vom 2. Dezember 2025 an die Stadt St. Pölten. Darin heißt es unter anderem:

Aufgrund der unklaren Finanzierungssituation wurde seitens der Stadt bis dato weder eine Entscheidung zur Technologie noch zum Umfang der Leistungskilometer getroffen, weshalb unsererseits noch keine konkreten Vorbereitungen zur Neuausschreibung des Stadtverkehrs erfolgen konnten. 

SPÖ-Bürgermeister wehrt sich gegen “Schwarzen Peter”

Droht St. Pölten also der Öffi-Super-GAU? SPÖ-Bürgermeister Stadler will sich den „Schwarzen Peter“ nicht umhängen lassen, sagte er der Kronen Zeitung. Seit März 2024 liege ein Konzept für das neue Stadtbus-System in verschiedenen Varianten vor, auf dessen Basis Gespräche über die Fortführung der Drittelfinanzierung mit Bund und Land geführt worden seien. 

Unrealistischer Wunsch ans Christkind

FPÖ-Landesrat Landbauer widerspricht: Von Seiten Stadlers wären Maximalforderungen mit hundertprozentigen Elektrobus-Flotten gestellt worden. Das würde eine Verfünffachung der nötigen Landesförderung bedeuten. Der Investitionsbedarf liege bei rund 26 Millionen Euro – „das ist ein Wunsch ans Christkind, ohne die budgetäre Realität anzuerkennen“, richtete Landbauer dem SPÖ-Stadtchef aus. 

Die Zeit drängt

Landbauer stellte zudem klar, dass er prinzipiell nicht gegen eine Elektrobus-Flotte sei, doch weil die Zeit dränge, um in St. Pölten keinen Verkehrsstillstand zu erleben, müsse rasch gehandelt werden. Er, Landbauer, könne sich realistischerweise vorerst eine Mischform (Elektro/Verbrenner) vorstellen. 



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