Es ist schon etwas her. In Vergessenheit geraten. Aber wir erleben derzeit eine Art Neuauflage in Irland. Vollkommen unberichtet in Shitstream-Medien.
Eine kleine Chronologie.
Am 7. April 2026 starten Konvoys aus Traktoren, Lkws und Bussen blockieren die Zufahrtsstraßen nach Dublin, Cork, Galway, Limerick, Sligo und in andere Städte Irlands. Öllager werden blockiert, in Dublin sind weite Teile der Innenstadt, darunter O’Connell Street dicht.
In der Nacht zum 8. April und am 8 April blockieren Bauern und Lkwfahrer mit ihren Fahrzeugen die Whitegate Oil Refinery in Cork, die einzige Raffinerie Irlands, die rund 40% des Inlandbedarfs deckt. Die Blockaden in Städten, vornehmlich in Dublin und die Konvoys auf den Straße gehen weiter.
Heute, am 9. April dauern die Proteste an, mit Blockaden in Dublin und vielen anderen Städten. Die Ausweitung der Blockaden auf unbestimmte Zeit wird angekündigt.
Es geht um die hohen Spritpreise, die die Regierung von Taoiseach Michaél Martin durch ein kleines Paket von 340 Millionen Euro abfedern wollte, vollkommen unzureichend, wie die Demonstranten sagen und vor allem vor dem Hintergrund, dass dieselbe Regierung Milliarden von Euro aufwendet, um illegale Migranten und andere Zuwanderer ohne Arbeit und ohne Chance auf dem Arbeitsmarkt durchzufüttern, ein Affront, der auch als solcher empfunden wird:
Die Demonstranten fordern eine Reduktion der rund 60% Steuern, die auf Sprit erhoben werden, ein Streichen der CO2-Abgaben auf Sprit und unmittelbare Hilfen, um die Kosten der Preisexplosion bei Sprit abzufedern.
Die Reaktion der Verantwortlichen, allen voran der Herrschaften, die sich als Regierung fühlen, besteht vornehmlich darin, die Demonstranten zu beschimpfen. Die Blockade der einzigen Raffinerie sei ein Akt der Sabotage, so hat Taoiseach Michaél Martin gesagt, ansonsten bedient er sich Vokabeln wie „wrong“, „unacceptable“, um die Aktionen zu qualifizieren, droht mit dem Einsatz der Armee gegen die eigenen Bürger, mit Strafen gegen die Verantwortlichen und weigert sich gleichzeitig, mit den Organisatoren des Protests zu reden, weil er Angst vor den Bürgern hat, deren Aktionen andere Regierungsmitglieder als „sinister“ und „verachtenswert“ bezeichnen.
Und warum wollen sich diese großartigen Regierenden nicht mit den Demonstranten treffen, um zu reden?
Weil die Demonstranten keine handverlesenen Spezel sind, keine Leute, die in ihren jeweiligen Organisationen dafür gegroomt wurden, Bürgern vorzumachen, sie hätten eine Vertretung, sondern normale Bürger, wie James Geoghegan, der die ganze Aktion mit einigen Posts auf TikTok ins Rollen gebracht hat, oder Dave Mulcahy und John Dullern, die den Ball, den Geoghegan geworfen hat, aufgenommen und weiterverteilt haben. Sie gelten als Organisatoren, sind aber zu sehr Bürger, zu generisch, als dass Leute wie Martin mit ihnen reden wollten.
Der Grund dafür ist einfach: Martin und seine Clique haben Angst vor Menschen. Sie leben in ihrem Politschutzraum unter ihresgleichen und davon, dass sie vor Außenkontakt geschützt werden.
Gleichzeitig wissen Sie nun, warum die Polit-Cliquen, die Europäische Regierungen bilden, gegen soziale Netzwerke agieren. Wo kämen wir hin, wenn sich Bürger dezentral und ohne sich zu kennen, nur über ein gemeinsames Ärgernis oder eine gemeinsame Sorge verbunden, über soziale Netzwerke organisieren und vor allem koordinieren und mobilisieren könnten, wenn, mit anderen Worten, Regierungen eine TATSÄCHLICHE KONTROLLE UND OPPOSITION erwüchse.
Richtig: In eine Demokratie. Und dahin wollen diese Leute auf keinen Fall, denn dort wären sie verantwortlich.
Hier noch ein paar Impressionen aus Irland, die in deutschen Medien nicht vorkommen:
Blockade der Zufahrt zum Hafen von RosslareDublinWexford Road, Dublin, heute
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