Auf den 15-Punkte-Vorschlag der USA reagiert der Iran mit einem eigenen Fünf-Punkte-Gegenvorschlag. Teheran fordert ein Ende des Krieges, Entschädigungen für Kriegsschäden und die Anerkennung der iranischen Souveränität über die Straße von Hormus.

Trump verlängerte zum zweiten Mal die Frist, innerhalb derer der Iran die Straße von Hormus wieder öffnen soll, bevor die USA Angriffe auf iranische Energieanlagen starten. Er gab Teheran bis zum 6. April Zeit – derweil gehen die Gespräche weiter.

Das Pentagon prüft die Entsendung von zusätzlichen 10.000 US-Soldaten – ein amphibisches Angriffsschiff, die „USS Tripoli“, traf mit rund 3,500 Seeleuten und Marines am 27. März in der Region ein. Ein weiteres Angriffsschiff ist auf dem Weg.

 

Die Entwicklungen im Nahen Osten vom 29. März:

 

Hoher Wegezoll: 2 Millionen Dollar, abgerechnet in Chinesischem Yuan

Die Islamischen Revolutionsgarden haben die Straße von Hormus laut „AlJazeera“ in etwas verwandelt, das einem Kontrollpunkt ähnlich.

„Nicht feindliche Schiffe“, die passieren wollen, müssen demnach Frachtdaten, Besatzungslisten und Ziele an vom Iran bestimmte Vermittler schicken. Dann erhielten sie einen Freigabecode und werden durch iranische Hoheitsgewässer eskortiert.

Mindestens zwei Schiffe haben Berichten zufolge dafür bezahlt – zwei Millionen Dollar pro Durchfahrt, abgerechnet in chinesischem Yuan.

Laut Marine Traffic drehten zwei große Containerschiffe der chinesischen staatlichen Schifffahrtsgesellschaft Cosco Shopping um, als sie versuchten, die Straße von Hormus zu durchfahren. Betroffen waren die CSCL Indian Ocean und die CSCL Arctic Ocean.

Die Islamischen Revolutionsgarden sagten am 27. März, dass es drei Containerschiffe zum Umkehren gezwungen habe. Der Namen des dritten Schiffes ist derzeit unbekannt.

Syrische Armee wehrt Drohenangriff ab

Die syrische Armee hat nach eigenen Angaben einen Drohnenangriff aus dem Nachbarland Irak auf einen der letzten US-Stützpunkte in Syrien abgewehrt.

„Heute wurde die US-Militärbasis in Kasrak mit vier Drohnen angegriffen, die von irakischem Territorium aus gestartet worden waren“, erklärte Vize-Verteidigungsminister Sipan Hamo beim Onlinedienst X. Die Drohnen seien abgeschossen worden, Verletzte habe es nicht gegeben.

Gestern sagte die syrische Armee, dass sie eine Drohnenangriff aus dem Irak auf den Stützpunkt al-Tanf abgewehrt habe. In al-Tanf im Südosten Syriens waren bis Februar US-Soldaten stationiert.

Zuvor hatte es nach syrischen Angaben einen ähnlichen Angriff auf eine weitere Militärbasis im Nordosten des Landes gegeben. Ein irakischer Beamter hatte damals gesagt, dass eine bewaffnete Gruppe hinter der Attacke gesteckt habe. Im Zusammenhang damit wurden im Irak vier Menschen festgenommen.

Beschädigung von Nachrichtensender in Teheran

Bei einem israelischen Raketenangriff auf die iranische Hauptstadt Teheran ist ein Büro des katarischen Nachrichtensenders „Al Arabi“ beschädigt worden. Der Sender schrieb am Sonntag im Kurzbotschaftendienst X, eine israelische Rakete habe das Gebäude getroffen, in dem sich die Redaktionsräume befinden.

Dabei sei „erheblicher Schaden“ entstanden, die Live-Berichterstattung sei deswegen unterbrochen worden. Aufnahmen aus dem Inneren des Gebäudes zeigten zerbrochene Scheiben, Glas und Trümmerteile. Aufnahmen von außen zeigten Trümmerteile auf den Straßen und beschädigte Gebäude.

Iran meldet Angriff auf Hafen von Bandar Shamir

Israel und die USA haben laut iranischen Staatsmedien einen Hafen nahe der Straße von Hormus angegriffen. Bei dem Angriff auf den Kai des Hafens von Bandar Chamir seien fünf Menschen getötet und vier weitere Menschen verletzt worden, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur „Irna“.

Teheran reagiert mit 5-Punkte-Vorschlag auf US-15-Punkte-„Aktionsliste“

Bei einer Kabinettssitzung in Washington am 26. März erklärte der Nahost-Sonderbeauftragte Steve Witkoff, Washington habe Teheran eine 15-Punkte-„Aktionsliste“ übermittelt, von der sich die USA erhoffen, dass sie als Rahmen für einen möglichen Waffenstillstand dienen könnte.

Der Vorschlag umfasst Beschränkungen für das iranische Atomprogramm, das im Mittelpunkt der Spannungen mit den Vereinigten Staaten und Israel steht, sowie die Wiederöffnung der Straße von Hormus.

Der Iran regierte mit einem eigenen Fünf-Punkte-Gegenvorschlag. Teheran fordert ein Ende des Krieges, Entschädigungen für Kriegsschäden und die Anerkennung der iranischen Souveränität über die Straße von Hormus.

Im Laufe des 26. März verlängerte Präsident Donald Trump zum zweiten Mal die Frist, innerhalb derer der Iran die Straße von Hormus wieder öffnen muss, bevor die USA Angriffe auf iranische Energieanlagen starten. Er gab Teheran bis zum 6. April Zeit, wobei er erklärte, dass die Gespräche zwischen den USA und dem Iran weitergehen.

Beim Vorrücken der israelischen Armee im Süden des Libanon ist erneut ein israelischer Soldat getötet worden. Der 22-jährige Fallschirmjäger sei „bei Kampfhandlungen im Südlibanon gefallen“, erklärte die Armee am Sonntag. Der Soldat war das fünfte Todesopfer in den Reihen der israelischen Armee bei den Kämpfen mit der Hisbollah.

Anfang März feuerte die vom Iran unterstützte Hisbollah als Reaktion auf die Tötung von Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Soldaten über die Grenze. Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz will die Armee im Libanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen.

Bei den Kämpfen wurden am Samstag nach Angaben der libanesischen Armee drei Journalisten der Hisbollah getötet. Die Hisbollah hat Angriffe auf israelische Streitkräfte angekündigt, die in der Grenzregion vorrücken.

Pakistan bemüht sich um Deeskalation

Heute kommen auf Einladung Pakistans die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei in Islamabad zu zweitägigen Gesprächen zusammen, um über eine mögliche Deeskalation des Krieges zu beraten.

Die Außenminister sollen auch Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif treffen. Dieser hatte in einem Telefonat mit Irans Präsidenten Massud Peseschkian „Pakistans starke Verurteilung der anhaltenden Angriffe Israels auf den Iran“ bekräftigt.

Zudem habe er ihn über Pakistans Bemühungen informiert, mit den USA, befreundeten Golfstaaten und weiteren islamischen Ländern einen Dialog und eine Deeskalation zu erleichtern. So tauscht Islambad Botschaften zwischen den USA und dem Iran aus.

Nach Aussagen von Bundesaußenminister Johann Wadephul gibt es Vorbereitungen für ein direktes Treffen zwischen Vertretern der USA und Irans. „Das soll wohl in der nächsten Zeit recht kurzfristig in Pakistan stattfinden“, sagte er im „Deutschlandfunk“. Es habe nach seinen Informationen indirekte Kontakte gegeben. Er nannte das „erste Zeichen der Hoffnung, der Zuversicht“.

Iran droht mit Angriffen auf US-Universitäten

Der Iran drohte mit Angriffen gegen US-Universitäten in der Region als Vergeltung für die mutmaßliche Bombardierung iranischer Universitäten.

Wenn die US-Regierung wolle, dass ihre Universitäten in der Region von Vergeltungsmaßnahmen verschont bleiben, müsse sie bis Montag 12 Uhr mittags Teheraner Zeit die Bombardierung von Universitäten verurteilen, zitierte die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur „Fars“ auf der Plattform X eine Erklärung der iranischen Elitestreitmacht.

Nach iranischen Angaben waren zuvor die Technische Universität Isfahan und die Universität für Wissenschaft und Technologie in Teheran Ziel von Bombardierungen geworden. Über Opfer gab es keine Angaben.

Iran lässt pakistanische Schiffe durch Straße von Hormus

Der Iran lockert nach pakistanischen Angaben für bestimmte Schiffe seine Blockade der für die Energieversorgung wichtigen Straße von Hormus.

„Die iranische Regierung hat zugestimmt, 20 weiteren Schiffen unter pakistanischer Flagge die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu gestatten“, teilte Pakistans Vize-Premierminister und Außenminister Ishaq Dar auf X mit.

Nach seinen Worten werden täglich zwei dieser Schiffe die Meerenge passieren. Dar sprach von einem bedeutenden Schritt in Richtung Frieden.

Der Schritt wird von Beobachtern als vertrauensbildende Maßnahme im Rahmen der Vermittlungen zur Deeskalation im Nahen Osten gesehen.

Weitere US-Marines im Nahen Osten eingetroffen

Mehr als 3.500 US-Seeleute und Marines an Bord der USS Tripoli sind im Nahen Osten eingetroffen, während das Pentagon seine Truppenpräsenz in der Region weiter verstärkt.

Das US-Zentralkommando (CENTCOM) teilte am 28. März mit, dass die USS Tripoli ihr Zuständigkeitsgebiet erreicht habe. Das amphibische Angriffsschiff dient als Flaggschiff der Tripoli Amphibious Ready Group und der 31st Marine Expeditionary Unit, einer kombinierten Streitmacht, die aus Land-, Luft- und Seestreitkräften besteht.

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Als eines der neuesten und leistungsfähigsten amphibischen Angriffsschiffe der US-Flotte ist die USS Tripoli dafür ausgelegt, eine größere Luftflotte aufzunehmen, darunter F-35-Stealth-Kampfflugzeuge, V-22-„Osprey“-Tiltrotor-Flugzeuge und andere Kampfflugzeuge. Sie war in Japan stationiert, bevor sie vor knapp zwei Wochen den Befehl erhielt, in den Nahen Osten zu verlegen.

Laut CENTCOM bringt die „Tripoli“ neben den an Bord befindlichen Marines auch Transportflugzeuge, Kampfflugzeuge und amphibische Angriffskapazitäten in die Region.

Die „USS Boxer“, ein weiteres amphibisches Angriffsschiff, wurde zusammen mit der 11. Marine Expeditionary Unit ebenfalls von San Diego aus in die Region beordert.

CENTCOM gab keine weiteren Details darüber bekannt, wo die zusätzlichen US-Streitkräfte stationiert werden sollen.

Die iranische Hauptstadt Teheran ist am frühen Sonntagmorgen von heftigen Explosionen erschüttert worden.

Wie ein AFP-Reporter berichtete, waren um 7.20 Uhr (Ortszeit, 5.50 Uhr MESZ) im Norden der Stadt mindestens zwei Detonationen zu hören, während die Luftabwehr im Einsatz war. Es war nicht ersichtlich, welche Orte getroffen wurden.

Erneut Angriffe auf Golfstaaten

Unterdessen dauern die iranischen Gegenangriffe an. Mehrere Golfstaaten meldeten erneut Schäden nach Angriffen aus dem Iran.

  • In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde bei einem iranischen Raketen- und Drohnenangriff ein Metallwerk schwer beschädigt. Das Werk befindet sich in der Khalifa Industrial Zone Abu Dhabi. Es gab Verletzte.
  • In Bahrain sind zwei Mitarbeiter des Aluminiumwerks Alba bei Luftangriffen verletzt worden.
  • Die Armee von Kuwait meldete ebenfalls „feindliche Raketen- und Drohnenangriffe“, diese wurden und werden abgefangen. Einige der gestrigen Angriffe hätten auf die Umgebung des internationalen Flughafens von Kuwait gezielt und erhebliche Schäden am Radarsystem verursacht. Verletzte gebe es nicht.
  • In Katar wurden mehrere aus dem Iran gestarteten Drohnen abgefangen.
  • In der kurdischen Autonomieregion im Norden des Iraks wurde die Residenz des Präsidenten Nechirvan Barsani angegriffen.
  • In der Region Kurdistan wurde laut „Rudaw“ mehr als ein halbes Dutzend Drohnenangriffe registriert. Bislang hat sich niemand zu den Angriffen bekannt.

Proteste gegen den Krieg – in Israel

Hunderte Menschen in Tel Aviv und weiteren israelischen Städten haben gegen den Krieg demonstriert. Polizisten gingen in Tel Aviv am Samstagabend gewaltsam gegen Demonstranten vor und stießen sie zu Boden, mindestens ein Teilnehmer wurde in den Würgegriff genommen. Das berichten AFP-Reporter.

Die Proteste wahre nicht genehmigt; aus Furcht vor iranischen Angriffen sind größere Menschenansammlungen in Israel derzeit verboten.

Die Polizei erklärte, die „illegale Demonstration“ sei aufgelöst worden. 13 Menschen wurden demnach festgenommen. Auch in Haifa gab es laut Polizei fünf Festnahmen, nachdem Protestteilnehmer eine Straße blockiert hatten.

Die Organisatoren von der jüdisch-arabischen Gruppe Standing Together erklärten, die Polizei habe Anweisung, Demonstranten festzunehmen und „Widerstand zu unterdrücken“. Die Regierung fürchte eine Ausweitung der Protestbewegung.

Seit Beginn des Iran-Kriegs durch Angriffe der USA und Israels am 28. Februar gehen in Israel allwöchentlich Menschen auf die Straße. Anfangs nahmen nur einige Dutzend Menschen an den Protesten aus, inzwischen wächst die Teilnehmerzahl.

Insgesamt unterstützen laut einer aktuellen Umfrage derzeit 78 Prozent der Israelis jüdischen Glaubens den Iran-Krieg, gegenüber nur 19 Prozent Zustimmung bei der arabischen Minderheit in Israel. Der Anteil der Kriegsgegner insgesamt stieg der Umfrage zufolge von vier Prozent Anfang März auf jetzt knapp elf Prozent.

Mit Material der Nachrichtenagenturen





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