Während die FPÖ bei der NGO-Kontrolle Transparenz fordert, zeigte eine parlamentarische Anfrage der Blauen schier Unglaubliches: Der steirische Verein „RosaLila PantherInnen“ kassierte über Jahre öffentliche Förderungen in Millionenhöhe – und inszeniert sich dennoch als Opfer politischer „Kürzungen“.
Kaum überschaubare Förderpraxis
Mit der Plattform ngo-kontrolle.at hat die FPÖ ein Thema in den Fokus gerückt, das viele Österreicher seit Jahren beschäftigt: die kaum überschaubare Förderpraxis rund um linke NGOs und Interessensvereine, die sich aus öffentlichen Budgets bedienen – oft ohne echte Kontrolle, fast immer mit politischer Agenda. Ein besonders aufschlussreicher Fall findet sich in der Steiermark. Der LGBTIQ-Interessensvertretungsverein „RosaLila PantherInnen“ steht exemplarisch für ein Fördersystem, das über Jahre hinweg großzügig alimentiert wurde – und dennoch bei vergleichsweise kleinen Einschnitten lautstark Alarm schlägt.
Millionenzuwendungen aus Bund, Land und weiteren öffentlichen Stellen
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Laut einer parlamentarischen Anfragebeantwortung an die FPÖ-Nationalratsabgeordnete Lisa Schuch-Gubik durch Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) erhielt der Verein allein im Zeitraum 2019 bis 2024 Förderungen in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro aus dem Sozialministerium. Doch damit nicht genug. Parallel dazu flossen laut Förderungsberichten des Landes Steiermark rund 460.000 Euro an Landesmitteln. Hinzu kommen weitere Zuwendungen von mehreren Stellen der dunkelrot-rot-grün regierten Stadt Graz sowie EU- Förderungen, wie der Verein selbst auf seiner Homepage ausweist. In Summe ergibt sich damit ein Fördervolumen von mehr als 1,5 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln zwischen 2019 und 2024 – ohne Stadt und EU überhaupt einzurechnen.

Unter Schwarz-Rot stiegen Landesförderungen
Ein näherer Blick auf die Entwicklung der Landesförderungen zeigt dabei eine bemerkenswerte Dynamik. Während 2019 noch 42.750 Euro aus verschiedenen Ressorts des Landes Steiermark an den Verein flossen, stiegen die Beträge Jahr für Jahr deutlich an. 2020 waren es bereits 47.500 Euro, 2021 dann 53.000 Euro, 2022 schon 78.581 Euro und 2023 immerhin 85.900 Euro. Im Wahljahr 2024 schließlich griff die damalige schwarz-rote Landesregierung besonders tief in die Tasche: 153.430 Euro wurden überwiesen – nahezu eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Politisch genützt hat diese Förderschraube allerdings wenig. Die Wähler quittierten die ausufernde Steuergeldverteilung kritisch, die FPÖ gewann klar und zog als stärkste Kraft und Landeshauptmannpartei in die Landesregierung ein.
40.000 Euro weniger und die inszenierte Empörung
Umso erstaunlicher wirkt der öffentliche Aufschrei des Vereins, als das nunmehr freiheitlich geführte Sozialressort unter Landesrat Hannes Amesbauer (FPÖ) die sogenannte Basisförderung von rund 20.000 Euro für das zweite Halbjahr 2025 nicht mehr genehmigte. Die Mittel für das erste Halbjahr waren noch von SPÖ-Landesrätin Doris Kampus bewilligt worden. Auf Facebook war rasch von einer existenziellen Bedrohung die Rede, begleitet von Schlagworten wie „radikale Kürzungen in der Steiermark“ und dem emotionalen Appell: „Unsere Existenz ist kein Sparposten.“
Attacken auf den “Anti-Soziallandesrat” Amesbauer
Als auch der Antrag über 40.000 Euro für das Jahr 2026 keine Genehmigung erhielt, folgte die nächste Welle der Empörung auf den vereinseigenen Kanälen – inklusive persönlicher Attacken auf den „Anti-Soziallandesrat Amesbauer (FPÖ)“. Gleichzeitig freut man sich darüber, dass die Förderungen aus dem ÖVP-geführten steirischen Gesundheitsressort – das waren im Jahr 2024 immerhin fast 80.000 Euro – mit nur geringen Kürzungen erhalten bleiben. Angesichts der insgesamt lukrierten Fördersummen aus den Steuertöpfen wirkt die inszenierte Empörung über das nicht genehmigte Förderansuchen dreist. Denn unabhängig davon, aus welchem Ressort oder von welcher Ebene die Gelder stammen – es handelt sich stets um Steuergeld, erwirtschaftet von der hart arbeitenden Bevölkerung. In einer Presseaussendung des Landes Steiermark vom 14. November 2025 zu den Förderentscheidungen im steirischen Sozialressort sagte der freiheitliche Landesrat:
Ein Förderansuchen ist, wie es der Name schon sagt, kein Förderanspruch. Jedes Ansuchen wird sorgfältig und fachlich geprüft, bewertet und priorisiert. Erst danach kann – im Rahmen der budgetären Möglichkeiten – eine Entscheidung über eine Förderung getroffen werden. Es handelt sich also nicht um eine automatische Zusage oder gar um einen Rechtsanspruch. Ich habe nach meiner Amtsübernahme einige gravierende budgetäre Baustellen im Sozialressort vorgefunden. Teilweise wurden Mittel zugesagt, ohne dass klar war, ob diese tatsächlich verfügbar sind. Unsere soziale Verantwortung gilt in erster Linie den Kernbereichen des Sozialressorts.
Teurer „Tuntenball“ als Folge „existenzbedrohender“ Kürzungen
Besonders skurril wird die Debatte beim Blick auf den vereinseigenen „Tuntenball“. Wie der ORF berichtete, wurde der Ticketpreis von 80 auf 100 Euro erhöht. Begründung: der Wegfall öffentlicher Förderungen. Auf den Eintrittskarten selbst werden die angeblich „drastischen Streichungen im Sozialbereich“ beklagt und als Rechtfertigung für die empfindliche Preiserhöhung herangezogen. Der Reinerlös komme den Projekten des Vereins zugute – „nur so können wir unsere Arbeit fortführen“.
Ticketpreise für die eigene Klientel angehoben
Jeder ehrenamtliche Vereinsfunktionär, der selbst schon einmal Veranstaltungen organisiert hat, reibt sich hier verwundert die Augen. Trotz jahrelanger Förderungen in sechsstelliger Höhe wird der Wegfall eines von mehreren Fördergebern zum willkommenen Anlass, Ticketpreise für die eigene Klientel empfindlich anzuheben und politische Schuldzuweisungen gleich mitzuliefern.
FPÖ traf mit Kontrollen Nerv der NGOs
Der Fall „RosaLila PantherInnen“ macht deutlich, warum die FPÖ mit ihrer Forderung nach Transparenz, Kontrolle und Prioritätensetzung bei NGO-Förderungen einen Nerv trifft. Wer über Jahre hinweg großzügig aus öffentlichen Budgets finanziert wurde, sollte bei maßvollen Korrekturen nicht den Untergang beschwören. Verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeld sollte eine Selbstverständlichkeit gegenüber jenen sein, die dieses Geld Tag für Tag erarbeiten.