Kurz vor den Präsidentschaftswahlen im südamerikanischen Kolumbien eskaliert die Gewalt. Ein Sprengstoffanschlag im westlichen Departamento Cauca forderte zahlreiche Menschenleben. Für die Bluttat verantwortlich gemacht wird eine Abspaltung der Rebellengruppe FARC.
Knapp einen Monat vor der am 31. Mai stattfindenden Präsidentenwahl in Kolumbien ereignete sich im Ort Cajibío im südwestlichen Departamento Cauca ein blutiger Terroranschlag. Laut Angaben der örtlichen Behörden forderte der Anschlag mindestens 14 Todesopfer und mehr als 38 Verletzte. Unter den Verletzten sind auch fünf Minderjährige.
Medienberichten zufolge explodierte am Samstagnachmittag (Ortszeit) ein mit Sprengstoff gefüllter Gaszylinder am Abschnitt El Túnel auf der Panamericana-Straße und zerstörte einen Kleinbus vollständig. Die Explosion beschädigte auch mehrere andere Fahrzeuge erheblich. Augenzeugen wollen beobachtet haben, dass zuvor bewaffnete Männer Fahrzeuge gestoppt und blockiert hätten.

Octavio Guzmán, der Gouverneur von Cauca, sprach auf der Plattform X von einer terroristischen Eskalation, die wahllos die Zivilbevölkerung getroffen hätte. Das Netz der lokalen Krankenhäuser stoße an seine Grenzen. Cauca ist eines der ärmsten Departamentos Kolumbiens und hat den höchsten Anteil an indigener Bevölkerung. Unter den Opfern des Terroranschlags sollen sich auch Indigene befinden.
Bereits in den vergangenen Tagen war es im Südwesten Kolumbiens zu Anschlägen gekommen: Am Freitagmittag gab es eine Autobombenexplosion in der Nähe eines Armeebataillons südlich der Stadt Cali, der Hauptstadt des Nachbar-Departamentos Valle del Cauca. Drei Menschen sollen dabei verletzt worden sein. Am Freitagabend folgte dann eine weitere Attacke auf ein kolumbianisches Ingenieursbataillon in der Stadt Palmira. Dabei warfen die Täter Gaszylinderbomben aus einem Fahrzeug. Es gab keine Verletzten.
In Jamundí griffen am Samstagmorgen Militante eine Polizeistation mit Gewehrfeuer und Granaten an. Etwa zur gleichen Zeit ereignete sich ein Drohnenangriff auf ein Luftsicherheitsradar in El Tambo. Der Oberbefehlshaber der kolumbianischen Streitkräfte bezeichnete die Häufung terroristischer Anschläge als verzweifelte Reaktion auf eine erfolgreiche Offensive der Armee gegen militante Gruppierungen.
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro machte für den jüngsten Terroranschlag mit seiner Vielzahl von Todesopfern „Narco-Terroristen“ verantwortlich, also kriminelle Drogenkartelle aus dem Umkreis von FARC-Abspaltungen, wie zum Beispiel die Gruppe „Jaime Martínez“. Diese Dissidenten der FARC-Guerilla hatten das Friedensabkommen von 2016, das den jahrzehntelangen Bürgerkrieg in Kolumbien beenden sollte, nicht anerkannt.
Konkret benannte Petro als Verantwortliche für den Terroranschlag den Guerilla-Anführer Iván Mordisco sowie Marlón (bürgerlicher Name: Iván Jacobo Idrobo Arredondo). Iván Mordisco gehört zu den meistgesuchten Personen in Kolumbien ‒ auf seine Ergreifung ist mittlerweile eine Belohnung von fünf Milliarden Pesos, also über eine Million Euro, ausgesetzt.

Der kolumbianische Präsident verurteilte den Terroranschlag scharf und stellte ihn in die Nähe des Faschismus: „Angst ist das Instrument des Faschismus, um an die Macht zu gelangen, und das der Drogenkartelle, um die Bevölkerung zu kontrollieren.“ Petro forderte die weltweite Verfolgung dieser Gruppe und kündigte an, ihre Anführer vor dem Internationalen Strafgerichtshof anzuklagen.
Derweil geht die Gewalt in Kolumbiens Südwesten weiter: In Palmira im Departamento Valle del Cauca warfen unbekannte Täter auf einem Motorrad vergangene Nacht einen Sprengsatz auf eine Tankstelle. Der Anschlag verletzte mindestens sechs Personen.
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