Gestern konnte man den Eindruck bekommen, ein großer Staatsmann, ein Volksheld sei auf Staatsbesuch in Deutschland:
Er wurde gefeiert von seinen „Landsleuten“, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen, Deutschland ihrem geliebten, von ihrem Führer „Ahmed Hussein al-Shaara“ zu gloreich kalifatischen Zeiten geleiteten Syrien vorziehen.
Böse Zungen behaupten, Bürgergeld habe etwas damit zu tun.
Böse Zungen!
Syrians are welcoming their leader Jolani in Berlin, while their fellow Muslims are attacking Christians in Syria.
Syria has been under total jihadi rule for over a year now, like they always wanted. So why don’t they leave Germany and go back home?pic.twitter.com/74wBsUoLQp
Wie auch immer, al-Shaara wurde mit allen militärischen Ehren in Deutschland empfangen, das Land, aus dem er Zusagen über mehr als 200 Millionen Euro „Hilfe“ mitgenommen hat.
Sein Besuch hat sich also für ihn gelohnt.
Nicht nur wird al-Shaara mit allen Ehren empfangen, auch Bundeskanzler Friedrich Merz hat keinerlei Berührungsängste gegenüber diesem Mann
Berührungsängste, die er gegenüber Deutschen, die aus seiner Sicht der falschen Partei angehören, bei jeder Gelegenheit stolz verkündet:
Ist das der Kanzler von jener Partei, die stolz erzählt, dass man AfD-Leute auf dem Flur vom Bundestag nicht mal grüßt?pic.twitter.com/HZKLsqJ8ph
Die Seltsamkeiten nehmen zu, wenn man sich vergegenwärtigt, wer Ahmed Hussein al-Shaara eigentlich ist.
Denn eigentlich heißt Ahmed Hussein al-Shaara nicht Ahmed Hussein al-Shaara. Den Namen hat er sich gegeben, um von seiner Vergangenheit als Abu Mohammed al-Jolani abzulenken. Denn al-Jolani ist ein Terrorist der übelsten Sorte, der am 29. Oktober 1982 in Ryadh, Saudi-Arabien das Licht der Welt erblickt hat – als Sohn einer syrischen Familie, die von den Golan Höhen geflohen ist, daher al-Jolani.
2003 zieht es al-Jolani in den Kampf. Als „foreign fighter“ geht er in den Irak und schließt sich dort zunächst Saraya al-Mujahideen, wenig später einem von seinem damaligen Mentor Abu Musab al-Zarqawi gegründeten Ableger von al-Qaeda an.
Al-Jolani ist ein Terrorist der ersten Stunde im Irak.
2006 wird er von US-Truppen gefangengenommen. Die nächsten fünf Jahre verbringt al-Jolani in Haft. Dort trifft er Abu Bakr al-Baghdadi, den Gründer von ISIS im Irak, der ihn damit beauftragt, einen Ableger von ISIS in Syrien zu gründen, was al-Jolani nach seiner Entlassung aus US-Haft dann auch tut. Jabhat al-Nusra wird 2013 gegründet, explizit als Ableger von damals noch al-Qaeda. Schon 2013 sind die Leistungen von Jabhat al-Nusra so beeindruckend, dass die Organisation von den USA als Terrororganisation eingestuft und al-Jolani mit einem Preisgeld versehen wird:
Im selben Jahr, 2013, schwört al-Jolani al-Qaeda, damals unter Fürhung von Ayman al-Zawahiri, Gefolgschaft und bricht mit al-Baghdadi. Aber die Gefolgschaft reicht nur bis 2016. Al-Jolani bricht mit al-Qaeda und „rebranded“ seine eigene Terrororganisation, die nunmehr als Jabhat Fatah al-Sham firmiert. 2017, nach weiteren Zusammenschlüssen mit anderen Mörderbanden, wird daraus Hay’at al Tahrir al-Sham, die Terrororganisation, die für die Blitzoffensive, mit der Bashar al-Assad beseitigt wurde, verantwortlich zeichnet und als deren Führer Abu Mohammed al-Jolani im Januar 2025 zum „Übergangs“-Präsidenten ernannt wird, ein Amt, das er – trotz versprochener Wahlen – bis heute ausübt.
Als Chef einer Terrororganisation muss man sich einen Namen machen und vor allem muss man sich in Szene setzen, was Abu Mohammed al-Jolani dann auch entsprechend getan hat:
Aus den vielen Errungenschaften, die den neuen Bekannten / Freund von Friedrich Merz auszeichnen, haben wir eine Reihe besonders bemerkenswerter Taten ausgewählt, die beleuchten, mit wem wir es hier eigentlich zu tun haben.
2013: Die Mörderbande von al-Jolani überfällt die Stadt Sadad und richtet ein Massaker unter der christlichen Bevölkerung an. Mindestens 44 Menschen werden exekutiert, wie viele ermordet wurden, ist unklar.
2015: Die Mörderbande von al-Jolani überfällt Eshtabray, das mehrheitlich von Aleviten bewohnt wird. Mindestens 200 Aleviten werden ermordet, viele verschwinden oder werden in die Sklaverei verkauft.
2015: Damit nicht zufrieden, stürmen al-Jolanis Terroristen das Dorf „Qalb“ und richten ein Massaker unter Drusen an. 23 Morde können dokumentiert werden, viele weitere nicht.
2016: Zara’a, ein von Aleviten bewohnter Ort wird von al-Jolanis Mörderbande überrannt: 49 dokumentierten Opfern stehen zahllose undokumentierte gegenüber.
2013 übernimmt al-Jolani mit seiner Bande effektiv die Regierung in der Syrischen Region Idlib. Exekutionen wegen Homosexualität oder Häresie (Apostasy) sind an der Tagesordnung, so wie die von Idlib ausgehenden Selbstmordattentate, die viele Tote in Syrien fordern, von al-Jolani zur normalen Erscheinung gemacht werden. Auch Opposition zu al-Jolanis Zwangsherrschaft wird unterdrückt. Wer aufmuckt, wird ermordet.
An den Zielen des Hasses, der religiöse Triebkraft bei Leuten wie al-Jolani zu sein scheint, hat sich seit er „Übergangs“-Präsident wurde, nicht verändert:
Die ersten Ziele von Vergeltung sind Kurden, die von den nun Regierungs-Mordbanden al-Jolanis angegriffen und in einen blutigen Konflikt verwickelt werden.
Aleviten in den Küstenregionen von Latakia, Tartus und Homs sehen sich als nächste zur Zielscheiben gemacht. Die „Regierungs“truppen von al-Jolani gehen von Tür zu Tür und ermorden irgendwo jenseits von 1.500 Aleviten. 40 Ortschaften sind von dem nun: Regierungsterror betroffen.
Christen sehen sich verstärkt Angriffen ausgesetzt. Brand- und Bombenanschläge auf Kirchen, wie die Mar-Elias Kirche in Damaskus verbinden die Ausübung der eigenen Religion mit Lebensgefahr. Christen werden ermordet, verschleppt (enden also entweder als Leiche oder als Sklave), christliche Bauten werden in Brand gesetzt, die Zahl der Toten steigt stündlich und die Lage ist so unsicher, dass der Patriarch der Griechisch-Orthodoxen Kirche alle Osterfeierlichkeiten in Syrien abgesagt hat:
Er ist ein in Deutschland willkommener „Staatsmann“ im neuen Namensgewand, der Ahmed Hussein al-Shaara, der sich indes nicht vom Terroristen Abu Mohammed al-Jolani unterscheidet. So wenig sich die Zielgruppen, deren Angehörige al-Jolanis Banden ermorden, verändert haben: Aleviten, Christen, Drusen, Kurden.
Kein Problem für Friedrich Merz und die gewohnten deutschen Händedrücker, die offenkundig keine Angst haben, dass etwas, von dem vielen Blut, das al-Jolani in Ausübung seiner Tätigkeit als Chef-Terrorist vergossen hat, an ihnen kleben bleibt.
Als deutscher Steuerzahler bist du mit den 200 Millionen nun mitschuldig an Folter, Hinrichtungen, Cemiewaffeneinsätzen, Krankenhausangriffen, Kopfabschneiden und Verbrechen gegen die Menschlichkeit pic.twitter.com/BlyuWcaEIB
Wie sollte es auch? Merz und Steinmeier sind offenkundig moralische Vakua.
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