Der Iran griff einen US-Stützpunkt in Saudi-Arabien an, dabei wurden mehrere US-Soldaten verletzt; zudem wurde erstmals seit Kriegsbeginn eine Rakete aus dem Jemen auf Israel abgefeuert.
Gleichzeitig eskalierte ein politischer Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz über Deutschlands Rolle im Iran-Krieg. Die militärischen und diplomatischen Spannungen im Nahen Osten nehmen damit weiter zu.
Die Entwicklungen im Nahen Osten vom 28. März:
Amphibisches US-Angriffsschiff für rund 3.500 Soldaten in Golfregion eingetroffen
Das amphibische Angriffsschiff „USS Tripoli“ der US-Marine ist in der Golfregion eingetroffen. Das normalerweise in Japan stationierte Schiff sei am 27. März in der Region angekommen, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando Centcom heut im Onlinedienst X mit.
Die Verlegung des Schiffes schürt Spekulationen über einen möglichen Einsatz von US-Bodentruppen im Irankrieg.
Die „USS Tripoli“ sei das Flaggschiff eines Kontingents von „etwa 3.500“ Marineinfanteristen und Matrosen, erklärte Centcom. Zu der Gruppe gehörten auch „Transport- und Kampfflugzeuge sowie Ausrüstung für amphibische Angriffe“, hieß es weiter.
Vom Centcom veröffentlichte Fotos zeigten mehrere Seahawk-Hubschrauber auf dem Schiffsdeck sowie Osprey-Flugzeuge, die üblicherweise zum Truppentransport eingesetzt werden. Ein weiteres Bild zeigte einen F-35-Kampfjet.
US-Außenminister Marco Rubio hatte am Freitag erklärt, Washington könne seine Ziele im Iran auch ohne den Einsatz von Bodentruppen erreichen. US-Präsident Donald Trump hält sich bei dem Thema dagegen seit Wochen bedeckt.
Israel geht gegen iranische Rüstungsfabriken vor
Die israelische Armee hat mehrere iranische Rüstungsfabriken bombardiert. Dutzende israelische Kampfjets hätten in der Nacht die Infrastruktur des „iranischen Terrorregimes“ ins Visier genommen, darunter einen Industriekomplex zur Produktion und Entwicklung von Waffen für die Kriegsmarine sowie Fabriken zum Bau von Luftabwehrsystemen und anderen Rüstungsgütern, erklärte die Armee.
Israel habe seine Angriffe auf die iranische Rüstungsindustrie intensiviert, sagte Armeesprecher Effi Defrin. Ziel sei es, in den kommenden Tagen den größten Teil der Produktion auf lange Sicht lahmzulegen.
Drei Journalisten von Hisbollah-Sender getötet
Bei einem israelischen Angriff im Süden des Libanon sind drei Journalisten getötet worden, darunter ein bekannter Korrespondent des der Hisbollah-Miliz gehörenden Senders „Al-Manar“.
Nach Angaben der libanesischen Armee sowie der betroffenen Medien traf der Angriff das Fahrzeug der Journalisten in der Region Jezzine. Die israelische Armee bestätigte die Tötung des Al-Manar-Korrespondenten Ali Schoeib und erklärte, dieser habe einer Elite-Einheit der von Israel bekämpften proiranischen Hisbollah-Miliz angehört.
Schoeib habe „unter dem Deckmantel“ eines Journalisten agiert, erklärte die israelische Armee weiter. Demnach „tarnte“ er sich als Kriegsberichterstatter im Südlibanon für den Hisbollah-Sender „Al-Manar“.
In Wirklichkeit habe Schoeib „systematisch“ die Positionen von israelischen Soldaten im Südlibanon und entlang der Grenze zu Israel an die Hisbollah gemeldet.
Neben Schoeib seien eine Journalistin des Hisbollah-nahen Senders Al-Majadin sowie deren Bruder, ein Kameramann, getötet worden, erklärte die libanesische Armee. Die beiden Sender bestätigten den Tod ihrer Mitarbeiter.

Das Wrack eines zerstörten Fahrzeugs eines Journalistenteams, das bei einem israelischen Angriff getötet worden war (28. März 2026 am Rande einer Straße im Südlibanon).
Foto: Mahmoud Zayyat/AFP via Getty Images
Israel: Kampf gegen Hisbollah wird sehr lange dauern
Israelische Generäle und einige Minister sagen, dass der Kampf gegen die Hisbollah „sehr, sehr lange dauern werde – Monate, nicht Wochen“. Zudem sei ihnen bewusst, das sie die Hisbollah nicht zerschlagen oder entwaffnen können, so „Aljazeera“.
Viele in der Opposition, viele ehemalige Generäle, würden dabei auf Gaza verweisen. Nach dem Völkermord sei niemand in der Lage gewesen, die Hamas zu zerschlagen, geschweige denn vollständig zu entwaffnen. Im Moment bleibe Israel fast keine andere Wahl, als weiterzumachen.
Huthi-Miliz im Jemen greift mit Raketenangriff auf Israel an
Die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen hat ihren Eintritt in den Irankrieg verkündet. Die Miliz erklärte im Onlinedienst X, Raketen auf militärische Ziele in Israel abgefeuert zu haben. Die israelische Armee meldete den „Abschuss einer Rakete aus dem Jemen in Richtung der israelischen Gebiete“.
Der Kriegseintritt der Huthis könnte die Schifffahrt im Roten Meer beeinträchtigen und somit dem weltweiten Handel weiteren Schaden zufügen.
Die israelische Armee erklärte, die Luftabwehr sei im Einsatz. Örtlichen Medien zufolge konnte die Rakete aus dem Jemen abgefangen werden. Verletzte oder Schäden wurden nicht gemeldet.
Iranisches Militär: Ukrainische Drohnenabwehrsysteme in den Emiraten zerstört
Das iranische Militär hat nach eigenen Angaben in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Depot mit ukrainischen Systemen zur Drohnenabwehr zerstört.
Das Depot habe sich in Dubai befunden und der Unterstützung des US-Militärs gedient, erklärte das operative Zentralkommando der iranischen Streitkräfte am Samstag.
Die Ukraine wies die Angaben umgehend zurück. „Das ist eine Lüge“, sagte ein Sprecher des ukrainischen Außenministeriums. „Das iranische Regime führt oft solche Desinformationsoperationen aus – genau wie die Russen.“
Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, sein Land und die Emirate hätten eine Zusammenarbeit bei der Luftverteidigung beschlossen. Bereits am Donnerstag hatten die Ukraine und Saudi-Arabien bei einem Besuch Selenskyjs in dem Königreich ein Abkommen zur Luftverteidigung unterzeichnet.
Anfang des Monats hatte der ukrainische Präsident erklärt, mehr als 200 ukrainische Experten für die Drohnenabwehr befänden sich im Nahen Osten oder seien auf dem Weg dorthin. Sie sollten den Emiraten, Saudi-Arabien, Kuwait und Katar helfen.
Am Samstag teilten die iranischen Streitkräfte ferner mit, sie hätten ein US-Logistikschiff vor der Küste des Oman angegriffen. Das Logistikschiff habe die „aggressive US-Armee“ unterstützt.

Eine Frau beobachtet, wie Anwohner und Rettungskräfte die Trümmer eines Wohnhauses durchsuchen, das in den frühen Morgenstunden des 27. März 2026 in Teheran, Iran, von einem Luftangriff getroffen wurde.
Foto: Majid Saeedi/Getty Images
Pakistan kündigt Außenminister-Treffen zum Irankrieg an
Die Außenminister aus Pakistan, Saudi-Arabien, der Türkei und Ägypten wollen nach Angaben der pakistanischen Regierung in den kommenden Tagen über einen Ausweg aus dem Irankrieg beraten.
Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar schrieb am Samstag im Onlinedienst X, er freue sich, seine „Brüder im Amt des Außenministers“ in seinem Land willkommen zu heißen.
Sein Ministerium erklärte, die Außenminister würden sich am Sonntag und Montag in der Hauptstadt Islamabad aufhalten. Auch ein Treffen mit Premierminister Shehbaz Sharif sei geplant.
Im Irankrieg hat Pakistan zuletzt eine Vermittlerrolle zwischen dem Iran und den USA eingenommen. Islamabad verfügt über gute Beziehungen zu Teheran und den Golfstaaten sowie zu den USA.
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hatte am Freitag erklärt, er erwarte „sehr bald“ ein direktes Treffen zwischen Vertretern der USA und des Irans. Nähere Angaben machte der Minister nicht.
Israel greift erneut Ziele im Süden des Libanon an
Israel hat beim militärischen Vorgehen gegen die islamistische Hisbollah-Miliz erneut zahlreiche Ziele im Süden des Libanon angegriffen. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur berichtete von morgendlichen Luftangriffen auf Städte wie Madschdal Selm, Kafra, Adlun und Tulin.
In der Stadt Nabatije seien Wohngebäude, Geschäfte und eine Tankstelle getroffen worden. Die israelischen Streitkräfte sprachen von Angriffen auf die „terroristische Infrastruktur der Hisbollah“ im Libanon.
Schwere Schäden am Flughafen von Kuwait durch Drohnenangriff
Ein Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait hat zu schweren Schäden geführt. Die amtliche Nachrichtenagentur des Golfstaats berichtete unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde, bei dem Angriff sei das Radarsystem des Flughafens beschädigt worden. Menschen seien dagegen nicht zu Schaden gekommen.
Derweil berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP von einer schweren Explosion nahe des internationalen Flughafens von Erbil, der Hauptstadt der kurdischen Autonomieregion im Irak.
Ein Augenzeuge berichtete, Rauch steige auf. In Erbil befindet sich ein großer US-Konsulatskomplex. Auf dem Flughafen der nordirakischen Stadt sind zudem Soldaten der von den USA geführten Anti-Dschihadisten-Koalition stationiert.

Flugzeuge der Airline Emirates am 2. März 2026 auf dem Rollfeld des Dubai International Airport in Dubai. Der Flugbetrieb ist derzeit zum größten Teil ausgesetzt.
Huthi-Miliz greift erstmals sei Beginn des Irankriegs Israel an
Die mit Teheran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hat offenbar erstmals seit Beginn des Irankriegs Israel angegriffen. Die Miliz erklärte am Samstag im Onlinedienst X, Raketen auf militärische Ziele in Israel abgefeuert zu haben.
Zuvor hatte die israelische Armee erklärt, es sei „der Abschuss einer Rakete aus dem Jemen in Richtung der israelischen Gebiete festgestellt“ worden. Die Luftabwehr sei im Einsatz.
Israelischen Medienberichten zufolge konnte die Rakete mutmaßlich abgefangen werden. Verletzte oder Schäden wurden nicht gemeldet.
Mindestens ein Verletzter bei Drohnenangriff auf Hafen im Oman
Bei einem Drohnenangriff auf einen der größten Häfen des Oman ist mindestens ein Mensch verletzt worden.
Der Hafen von Salaha im Süden des Landes sei mit zwei Drohnen attackiert worden, erklärten die omanischen Behörden laut der amtlichen Nachrichtenagentur des Golfstaats. Dabei sei ein ausländischer Arbeiter verletzt worden. Außerdem sei „begrenzter“ Schaden an einem Kran entstanden.

Zum dritten Mal in zehn Tagen gab es laut IAEA einen Angriff nahe dem iranischen AKW Buschehr. (Archivbild)
Foto: Abedin Taherkenareh/epa/dpa
Straße von Hormus: Thailand einigt sich mit Teheran auf Durchfahrt von Öltankern
Thailand hat sich nach Angaben von Regierungschef Anutin Charnvirakul mit dem Iran auf die Durchfahrt seiner Öltankern durch die Straße von Hormus geeinigt.
Durch die Einigung werde „thailändischen Öltankern eine sichere Durchfahrt“ ermöglicht, erklärte Charnvirakul vor Journalisten in Bangkok. So könne die Sorge über Ölimporte und steigende Treibstoffpreise gemindert werden.
Viele asiatische Länder, darunter Thailand, sind besonders abhängig von Öl- und Gaslieferungen aus dem Nahen Osten.
Fünf Verletzte und Brände bei iranischem Luftangriff auf Industriegebiet in den Emiraten
Infolge eines iranischen Luftangriffs auf ein Industriegebiet in den Vereinigten Arabischen Emiraten sind mindestens fünf Menschen verletzt worden. Wie die Behörden in Abu Dhabi mitteilten, brachen zwei Brände durch herabfallende Trümmerteile einer abgefangenen iranischen Rakete aus. Fünf indische Staatsbürger seien verletzt worden.
Trump kritisiert Merz für Haltung im Irankrieg
US-Präsident Donald Trump hat Bundeskanzler Friedrich Merz für die ausbleibende Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus kritisiert.
Der Republikaner kritisierte bei einem Kongress in Miami im US-Bundesstaat Florida erneut zunächst die NATO-Verbündeten Frankreich und Großbritannien – und kam dann auf Deutschland zu sprechen: „Der deutsche Bundeskanzler – das sind alles meine Freunde – Friedrich. Der deutsche Bundeskanzler, er sagte: „Das ist nicht unser Krieg“.“ Trump schob nach, dass dann der Ukrainekrieg auch nicht der der USA sei.
Bereits am Vortag hatte Trump Deutschland kritisiert. Er habe es als „unangemessen“ empfunden, dass von deutscher Seite geäußert worden sei: „Das ist nicht unser Krieg.“
Trump nannte dabei allerdings keinen konkreten Namen und schrieb die Äußerung der Spitze zu („the head of Germany“). Der Satz stammt ursprünglich von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).
Merz hatte sich unlängst bei einem Besuch in Norwegen so geäußert: „Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden.“
Auf Trumps Kritik an Deutschland vom Vortag hatte die Bundesregierung zurückhaltend reagiert. „Wir kommentieren jetzt nicht jede Äußerung anderer Staatsoberhäupter und werden auch in diesem Fall diese Äußerung intern bewerten“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin. Man stehe im engen Kontakt mit der US-Regierung. „Aber es ist jetzt keine Äußerung, die uns den Schlaf raubt“, fügte er hinzu.
Merz attackierte später Trump für dessen Agieren im Irankrieg. „Was Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang“, sagte Merz auf dem „F.A.Z.-Kongress 2026“. „Das sind Eskalationen, die schon bedrohlich sind. Nicht nur für die Betroffenen, sondern für uns alle.“

Explosionen in der Ferne: Rauch nach Luftangriff auf Qlaileh steigt nahe Tyrus im Südlibanon auf
Foto: Hussein Malla/AP/dpa
Mindestens zwölf Verletzte bei iranischem Angriff auf US-Stützpunkt in Saudi-Arabien
Bei einem iranischen Luftangriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Saudi-Arabien sind Medienberichten zufolge mindestens zwölf US-Soldaten verletzt worden, darunter zwei Schwerverletzte.
Mindestens eine Rakete und mehrere Drohnen seien auf den Stützpunkt Prinz Sultan südöstlich von Riad abgefeuert worden, berichteten die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“. Dabei seien auch mehrere Tankflugzeuge beschädigt worden.
Zuvor sei eine Rakete in der Hauptstadtregion von Riad abgefangen worden, erklärte das saudiarabische Verteidigungsministerium im Onlinedienst X.
Israelische Armee meldet ersten Raketenbeschuss aus dem Jemen
Wie die israelische Armee mitteilte, wurde „der Abschuss einer Rakete aus dem Jemen in Richtung der israelischen Gebiete festgestellt“. Die Luftabwehr sei im Einsatz. Israelischen Medienberichten zufolge konnte die Rakete mutmaßlich abgefangen werden. Verletzte oder Schäden wurden nicht gemeldet.
Am Freitag hatte die Huthi-Miliz mit einem Eingreifen seiner Kämpfer in den Irankrieg gedroht. Die vom Iran unterstützte Miliz ist wie die islamistische Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah im Libanon Teil der iranischen „Achse des Widerstands“. Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.
Mit Material der Nachrichtenagenturen