Seit dem 14. August 2024 ist bekannt, dass der Verdacht, Mario Voigt habe seine, mit Magma Cum Laude bewertete Dissertation, die in einer normalen Welt irgendwo in der Nähe von Rite rangieren würde, mit großzügiger und undeklarierter Übernahme der Gedanken anderer aufgewertet, habe plagiiert, mehr als begründet ist. An diesem Tag hat Stefan Weber die Ergebnisse seiner Plagiatsprüfung von Voigts Dissertation mit dem Titel „Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. George W. Bush gegen John F. Kerry“, ein Titel, der Füße einschlafen lässt, vorgelegt. Ergebnisse, die sehr deutlich zeigen, in welchem Ausmaß Voigt bei anderen abgeschrieben hat.

Ein kurzer Einblick in den Voigtschen Plagiarismus:

Teile des Voigten Plagiarismus nehmen die Form einer doppelten Täuschung an, denn er gibt nicht nur vor, Originalquellen gelesen zu haben, die er nicht gelesen hat, er verschweigt auch diejenigen, bei denen er sein angebliches Wissen über die Originalquellen abgeschrieben hat, übernimmt deren kompletten Apparat, alle zitierte Literatur, ihre, sofern vorhanden, Eigenleistung, ihre Gedanken und gibt sie als die seinen aus. Und weil Voigt offenkundig der Ansicht ist, er sei ein besonders gewiefter Dieb, klaut er bei Autoren, die in englischer Sprache publizieren und übersetzt, was sie geschrieben haben, um es als eigene Leistung auszugeben:

Quelle: Plagiatsgutachten.com


Quelle: Plagiatsgutachten.com

Links findet sich die „Arbeit“ von Mario Voigt, rechts das jeweilige Original. Der blaue Text wurde von Stefan Weber als Erläuterung oder Quellenangabe ergänzt. Die farblich hervorgehobenen Stellen zeigen die Stellen an, die abgeschrieben wurden. Offenkundig besteht die Eigenleistung von Voigt, neben dem Diebstahl der Ideen anderer, darin, die englischen Originaltexte zu übersetzen und dabei zu kürzen.

Dieses schäbige Verhalten, das in der Wissenschaft keinen Platz hat und zum Entzug eines erschlichenen Titels führen muss, ist weit verbreitet, besonders unter Polit-Gangstern scheint es weit verbreitet zu sein, weil diese armen Wichte wohl die einzigen sind, die noch glauben, ein Titel stelle etwas vor, mache aus einem intellektuellen Wurm einen Aristoteles.

Man muss als Gutachter, der damit beauftragt ist, die Eigenleistung von Voigt vom Anteil seiner Plagiate zu trennen nicht mehr viel tun. Stefan Weber hat die Arbeit bereits verrichtet. Man muss eigentlich nur nachlesen und prüfen, ob Weber vielleicht ewas übersehen hat. Eine Aufgabe, die zudem durch die Klarheit, mit der hier Plagiarismus betrieben wurde, erleichtert wird.

Dass ein Gutachter, wenn er will und seine Aufgabe ernstnimmt, sehr schnell zu einem Ergebnis kommen kann, wurde im Fall von Karl Theodor von Guttenberg gezeigt. Am 16. Februar 2011 wurde von Vroni-Plag die Auswertung veröffentlicht, die Guttenbergs Plagiarismus belegt. Am 23. Februar 2011 hat die Universität Bayreuth von Guttenberg seinen Doktortitel aberkannt.

Wenn man will, geht das ganz schnell.

Wenn man unter politischem Druck steht und trotzdem „will“, dann dauert es zuweilen länger, kann aber dennoch im Zeitraum von weniger als einem Jahr abgeschlossen werden. So geschehen bei Annette Schavan, deren Plagiarismus im Mai 2012 aufgeflogen ist. Am 5. März 2013 war sie ihren von der Heinrich Heine Universität in Düsseldorf verliehenen Titel los.

Wie gesagt, wenn man will, dann geht es ganz schnell.
Nur beim amtierenden Ministerpräsidenten des Freistaats Thüringen, der zwar seinen Titel nicht im Namen führt, seine Promotion aber im Lebenslauf weiter aufführt, geht nichts voran, blockt die TU-Chemnitz seit Monaten jeden Versuch, zu einem Ergebnis zu gelangen.

Am 14. Dezember 2024 hat Heinz Dietrich Pakusch auf „FragdenStaat“ die folgende, kurze Frage, an die TU-Chemnitz gerichtet:

Wann ist das Ergebnis in Sachen Plagiatsvorwürfe Mario Voigt zu erwarten?

Am 18. Januar 2025 hat Andreas Telaar etwas ausführlicher nach dem Stand der Dinge gefragt:

„Wann hören wir das Ergebnis von den Plagiat Vorwürfe von Mario Voigt?
In der Thüringer Allgemeine kann man darüber lesen das daß Ergebnis von 46 Plagiate gibt.
Wann Erfahren die Öffentlichkeit das Ergebnis?“

Beide, Pakusch und Telaar haben dieselbe Auskunft erhalten:

„das Verfahren zur Überprüfung der Plagiatsvorwürfe dauert derzeit an. Solche Verfahren unterliegen strikten rechtlichen und fachlichen Grundlagen, welche auch im vorliegenden Fall umfassend zur Anwendung kommen. Die Rechtsgrundlagen, auf die Sie Ihr Auskunftsersuchen stützen, sind im vorliegenden Fall nicht einschlägig. In diesem Zusammenhang müssen wir zudem darauf hinweisen, dass nicht am Verfahren beteiligten Privatpersonen auch darüber hinaus keine Auskunftsrechte zukommen.

Mit freundlichen Grüßen“

Einmal firmiert die Technische Universität Chemnitz, einmal die Universitätsbibliothek als Absender. Offenkundig gibt es einen Textbaustein, der bei Anfragen verwendet werden muss. Wir, ScienceFiles, haben uns am 12. Janaur 2025 nach dem Stand des Verfahrens erkundigt und die folgende gleichlautende Floskel zur Antwort erhalten:

Sehr geehrter Herr Klein,

das Verfahren zur Überprüfung der Plagiatsvorwürfe dauert derzeit an. Solche Verfahren unterliegen strikten rechtlichen und fachlichen Grundlagen, welche auch im vorliegenden Fall umfassend zu Anwendung kommen. In diesem Zusammenhang müssen wir zudem darauf hinweisen, dass nicht am Verfahren beteiligten Privatpersonen keine Auskunftsrechte zukommen.

Herzliche Grüße

Mario Steinebach

Seit nunmehr 482 Tagen verschanzt sich die Technische-Universität Chemnitz hinter der Behauptung, strikte rechtliche und fachliche Grundlagen kämen zur Anwendung und dahinter, dass diejenigen, die den Zirkus bezahlen, Privatpersonen (in unserem Fall zudem falsch) keine Auskunft erhalten.

Was glauben diese Leute eigentlich, wer sie sind?

SciFi-Support

Auch ScienceFiles muss finanziert werden.

Und es wird, angesichts stetig steigender Kosten, immer schwieriger, ScienceFiles zu finanzieren.

HELFEN Sie uns bitte dabei, den Laden am Laufen zu halten!

Es gibt drei Möglichkeiten, uns zu unterstützen:

Weitere Informationen finden Sie hier:

ScienceFiles-Unterstützung

Bei allen Unterstützern bedanken wir uns bereits an dieser Stelle sehr HERZLICH!

Wahlrecht.de

“ data-medium-file=“https://i0.wp.com/sciencefiles.org/wp-content/uploads/2025/12/Thueringen-Wahlumfrage.png?fit=300%2C93&ssl=1″ data-large-file=“https://i0.wp.com/sciencefiles.org/wp-content/uploads/2025/12/Thueringen-Wahlumfrage.png?fit=640%2C199&ssl=1″ class=“size-large wp-image-280849″ src=“https://i0.wp.com/sciencefiles.org/wp-content/uploads/2025/12/Thueringen-Wahlumfrage.png?resize=640%2C199&ssl=1″ alt=““ width=“640″ height=“199″ srcset=“https://i0.wp.com/sciencefiles.org/wp-content/uploads/2025/12/Thueringen-Wahlumfrage.png?resize=1024%2C319&ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/sciencefiles.org/wp-content/uploads/2025/12/Thueringen-Wahlumfrage.png?resize=300%2C93&ssl=1 300w, https://i0.wp.com/sciencefiles.org/wp-content/uploads/2025/12/Thueringen-Wahlumfrage.png?resize=768%2C239&ssl=1 768w, https://i0.wp.com/sciencefiles.org/wp-content/uploads/2025/12/Thueringen-Wahlumfrage.png?resize=665%2C207&ssl=1 665w, https://i0.wp.com/sciencefiles.org/wp-content/uploads/2025/12/Thueringen-Wahlumfrage.png?w=1242&ssl=1 1242w“ sizes=“auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px“/>

Quelle: Wahlrecht.de

Warum dauert es in Chemnitz so lange?

Sind es politische Ränkespiele, die das unvermeidbare Ergebnis der Plagiatsprüfung bei Voigts Dissertation hinauszögern?
Ist es finanzieller Druck auf die TU-Chemnitz?
Gibt es eine Weisung aus dem Kultusministerium oder gibt es TU-interne Gründe, die z.B. in der Person des Doktorvaters, Eckard Jesse, dessen Output an abgeschloseenen Promotionsverfahren rekordverdächtig ist, ihren Anfang nehmen?

Was auch immer der Grund dafür ist, dass die TU-Chemnitz seit 482 Tagen nicht zu Potte kommt, eines kann man jetzt schon sagen: Wissenschaftliche Lauterkeit und TU-Chemnitz sind inkommensurabel geworden. Dozenten, die ihre Studenten sanktionieren wollen, weil ihre Studenten KI mit der Erstellung einer Hausarbeit beauftragt haben oder sich eine Abschlussarbeit per Ideenklau zusammengebastelt haben, haben keine ethische Grundlage für Sanktionen an einer Hochschule, an der es offenkundig seit mehr als einem Jahr kein Problem ist, dass Plagiatoren mit akademischen Qualifikationen ausgestattet sind.


 

Falls Sie unsere Arbeit unterstützen, und dafür sorgen wollen, dass bei ScienceFiles auch weiterhin das Rad rund läuft, dann kaufen Sie uns doch einen Kaffee:

Oder unterstützen Sie uns auf einem der folgenden Wege
Unser herzlicher Dank ist Ihnen sicher!

DENN: ScienceFiles lebt von Spenden.
Helfen Sie uns, ScienceFiles auf eine solide finanzielle Basis zu stellen, damit Sie uns auch morgen noch lesen können!


Wir haben drei sichere Spendenmöglichkeiten:

Donorbox

Unterstützen Sie ScienceFiles


Unsere eigene ScienceFiles-Spendenfunktion

Zum Spenden einfach klicken

Unser Spendenkonto bei Halifax:

ScienceFiles Spendenkonto:
HALIFAX (Bitte angeben: Zahlungsempfänger: Michael Klein, Zahlungszweck: ScienceFiles-Spende / Schenkung):

  • IBAN: GB15 HLFX 1100 3311 0902 67
  • BIC: HLFXGB21B24

Folgen Sie uns auf Telegram.


Anregungen, Hinweise, Kontakt? -> Redaktion @ Sciencefiles.org






Source link