Der ORF hat seinen Transparenzbericht für 2025 vorgelegt: Alle Jahresbruttogehälter über 170.000 Euro müssen offengelegt werden – mit insgesamt 62 Personen auf der Liste, genau wie im Vorjahr. Mehre Millionen Euro bekommen alleine die ersten zehn Spitzenverdiener.
Pius Strobl ist neuer Gagen-Kaiser
Nach dem Ausstieg von Robert Kratky führt nun ORF-Manager Pius Strobl als Gagen-Kaiser mit 468.856,32 Euro (ohne Nebenverdienste), steht aber auch im Skandal um eine angebliche 2,4-Millionen-Euro-Pensionsrückstellung, die er gerichtlich einfordern will. Auf Platz zwei liegt der zurückgetretene Generaldirektor Roland Weißmann mit 427.500,04 Euro. Sein Rücktritt folgte schweren Vorwürfen sexueller Übergriffe, die er bestreitet und mit einer Gegenanzeige wegen Erpressung quittiert hat. Weiter hinten: Johannes Aigelsreiter (339.824,84 Euro), Peter Schöber (311.964,24 Euro plus Nebenverdienst), Kathrin Zierhut-Kunz (285.137,40 Euro), Michael Wagenhofer (283.028,42 Euro) und Eva Schindlauer (279.972 Euro).
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Wolf auf Platz acht
Armin Wolf, stellvertretender Chefredakteur und „ZiB-2″-Moderator, landet auf auf Platz acht mit 275.390,89 Euro plus rund 8.820 Euro monatlichem Nebenverdienst. Die Plätze neun und zehn gehen an Michael Hajek (271.871,13 Euro) und Martin Biedermann (270.382,27 Euro).
Wehrschütz bekommt mehr als Chefredakteure
Die aktuelle Generaldirektorin Ingrid Thurnher liegt auf Platz elf mit 270.270 Euro (als damalige Radio-Direktorin) und lehnt nun Strobls Luxusforderungen ab. Am unteren Listenende der Mega-Verdiener: Kameramann Wolfgang Hirschl mit 170.176,92 Euro, knapp über der Schwelle.
Auffällig ist, dass Korrespondent Christian Wehrschütz (215.929,60 Euro) mehr verdient als Chefredakteure wie Johannes Bruckenberger (193.227,14 Euro) oder Gabriele Waldner-Pammesberger (191.003,26 Euro). Auch Prominente wie Andi Knoll (190.611,87 Euro), Andreas Pfeifer (174.683,94 Euro), Hanno Settele (174.922,28 Euro), Elisabeth Totzauer (211.182,52 Euro), Alexander Hofer (220.000 Euro) oder Stefanie Groiss-Horowitz (270.270 Euro) findet man in der Liste.
3,2 Millionen Euro für zehn ORF-Mitarbeiter
Allein die Top 10 ORF-Spitzenverdiener 2025 kosten die Gebührenzahler also rund 3,2 Millionen Euro pro Jahr – finanziert durch monatliche Zwangsbeiträge jener Österreicher, die Gagen mitfinanzieren, die für sie utopisch sind, merkte FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker an. Besonders pikant sei dabei: Armin Wolf trage den Titel „stellvertretender Chefredakteur“ ohne echte Führungsfunktion oder Chefredakteur zum Vertreten – rein für höhere Gehaltsstufe erfunden. Dazu kassiere er monatlich 8.820 Euro Nebenverdienst, mehr als viele in drei Monaten verdienen.
Rot-grüne Netzwerke und Mobbing-Vorwürfe
Noch skandalöser findet er Gagen-Kaiser Pius Strobl, der kein Journalist sondern Ex-Grüner (Mitbegründer, Bundesgeschäftsführer 1988–90) sei, und durch rot-grüne Netzwerke aufgestiegen sei. Sein rot-grünes Karrieregeflecht und die 2,4-Millionen-Pensionsrückstellung (versus 1.500 Euro Durchschnittspension) würden neue Debatten entfachen. Peter Schöber (ORF-III-Chef, SPÖ-nah) werde von Mitarbeitern Mobbing und verbale Entgleisungen vorgeworfen – bleibe aber mit 311.964 Euro plus Nebenverdienst im Amt.
Exemplarisch das Robert-Ziegler-Drama: Als niederösterreichischer Landesdirektor wurde ihm ÖVP-nahe Manipulation unterstellt, demütigte mutmaßlich Redakteure (50 Mitarbeiter bestätigten). Die Folge war keine Entlassung, sondern Strafversetzung in die ORF-Zentrale mit Spitzengehalt: .”Wer beim ORF ÖVP-Hofberichterstattung betreibt, Mitarbeiter demütigt und nachweislich gegen das ORF-Gesetz verstößt, wird nicht gefeuert, sondern strafversetzt und weiterhin fürstlich bezahlt. Das ist das System Küniglberg”, erklärte Hafenecker.
Postenschacher, Intransparenz und ideologische Schlagseite
Die ORF-Spitzengehälter offenbaren für Hafenecker ein tief verwurzeltes Problem: Der ORF sei kein unabhängiger Rundfunk mehr, sondern ein politisch durchsetztes Versorgungssystem für gut vernetzte Akteure aus SPÖ, Grünen und ÖVP. Postenschacher, Intransparenz und ideologische Schlagseite würden Hand in Hand gehen mit üppigen Gehältern – während draußen immer mehr Menschen jeden Euro zweimal umdrehen müssten, ehe sie ihn ausgeben können.
Mehr als Viertel der Zwangsgebühren für Pensionen und Abfindungen
Im ORF-Budget von rund einer Milliarde Euro (davon 676 Millionen aus Zwangsgebühren) fließen 118 Millionen in Pensionsrückstellungen und 156 Millionen in „Golden Handshakes“ – zusammen 274 Millionen für Privilegien statt Programm. „Mehr als ein Viertel der gesamten Zwangsgebühren-Einnahmen versickert in Pensionen und Abfindungen – das ist kein öffentlich-rechtlicher Rundfunk, das ist eine staatlich finanzierte Selbstbedienungsanstalt“, kritisierte der blaue Mediensprecher.
Freiheitliche weiter für Gehaltsdeckelung
Die FPÖ als stärkste Nationalratsfraktion fordert eine gesetzliche Gehaltsdeckelung: Kein ORF-Manager solle mehr verdienen als der Bundespräsident. Weiters: Altverträge kündigen, Sonderpensionen abschaffen, alle Nebeneinkünfte offenlegen und eine parteilose Prüfkommission einsetzen.
Hafenecker brachte es auf den Punkt:
Dieses System ist nicht mehr zu reparieren, es muss neu aufgestellt werden – schlanker, transparenter und vor allem ohne Zwangsfinanzierung. Die FPÖ wird dafür sorgen, dass diese überfällige Reform endlich kommt. Solange aber die Verlierer-Koalition an diesem aufgeblähten Apparat festhält und die Zeche weiter der Bürger zahlt, wird sich an diesen Missständen nichts ändern.