Auf den 15-Punkte-Vorschlag der USA reagiert der Iran mit einem eigenen Fünf-Punkte-Gegenvorschlag. Teheran fordert ein Ende des Krieges, Entschädigungen für Kriegsschäden und die Anerkennung der iranischen Souveränität über die Straße von Hormus.
Trump verlängerte zum zweiten Mal die Frist, innerhalb derer der Iran die Straße von Hormus wieder öffnen muss, bevor die USA Angriffe auf iranische Energieanlagen starten. Er gab Teheran bis zum 6. April Zeit – derweil gehen die Gespräche weiter.
Das Pentagon prüft die Entsendung von zusätzlichen 10.000 US-Soldaten – ein amphibisches Angriffsschiff, die „USS Tripoli“, traf als Flaggschiff mit rund 3,500 Soldaten am 27. März in der Region ein. Ein weiteres amphibisches Angriffsschiff ist auf dem Weg.
Die Entwicklungen im Nahen Osten vom 29. März:
Teheran reagiert mit 5-Punkte-Vorschlag auf US-15-Punkte-„Aktionsliste“
Bei einer Kabinettssitzung in Washington am 26. März erklärte der Nahost-Sonderbeauftragte Steve Witkoff, Washington habe Teheran eine 15-Punkte-„Aktionsliste“ übermittelt, von der sich die USA erhoffen, dass sie als Rahmen für einen möglichen Waffenstillstand dienen könnte.
Der Vorschlag umfasst Beschränkungen für das iranische Atomprogramm, das im Mittelpunkt der Spannungen mit den Vereinigten Staaten und Israel steht, sowie die Wiederöffnung der Straße von Hormus.
Der Iran regierte mit einem eigenen Fünf-Punkte-Gegenvorschlag. Teheran fordert ein Ende des Krieges, Entschädigungen für Kriegsschäden und die Anerkennung der iranischen Souveränität über die Straße von Hormus.
Im Laufe des 26. März verlängerte Präsident Donald Trump zum zweiten Mal die Frist, innerhalb derer der Iran die Straße von Hormus wieder öffnen muss, bevor die USA Angriffe auf iranische Energieanlagen starten. Er gab Teheran bis zum 6. April Zeit, wobei er erklärte, dass die Gespräche zwischen den USA und dem Iran weitergehen.
Beim Vorrücken der israelischen Armee im Süden des Libanon ist erneut ein israelischer Soldat getötet worden. Der 22-jährige Fallschirmjäger sei „bei Kampfhandlungen im Südlibanon gefallen“, erklärte die Armee am Sonntag. Der Soldat war das fünfte Todesopfer in den Reihen der israelischen Armee bei den Kämpfen mit der Hisbollah.
Anfang März feuerte die vom Iran unterstützte Hisbollah als Reaktion auf die Tötung von Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Soldaten über die Grenze. Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz will die Armee im Libanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen.
Bei den Kämpfen wurden am Samstag nach Angaben der libanesischen Armee drei Journalisten der Hisbollah getötet. Die Hisbollah hat Angriffe auf israelische Streitkräfte angekündigt, die in der Grenzregion vorrücken.
Pakistan bemüht sich um Deeskalation
Heute kommen auf Einladung Pakistans die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei in Islamabad zu zweitägigen Gesprächen zusammen, um über eine mögliche Deeskalation des Krieges zu beraten.
Die Außenminister sollen auch Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif treffen. Dieser hatte in einem Telefonat mit Irans Präsidenten Massud Peseschkian „Pakistans starke Verurteilung der anhaltenden Angriffe Israels auf den Iran“ bekräftigt.
Zudem habe er ihn über Pakistans Bemühungen informiert, mit den USA, befreundeten Golfstaaten und weiteren islamischen Ländern einen Dialog und eine Deeskalation zu erleichtern. So tauscht Islambad Botschaften zwischen den USA und dem Iran aus.
Nach Aussagen von Bundesaußenminister Johann Wadephul gibt es Vorbereitungen für ein direktes Treffen zwischen Vertretern der USA und Irans. „Das soll wohl in der nächsten Zeit recht kurzfristig in Pakistan stattfinden“, sagte er im „Deutschlandfunk“. Es habe nach seinen Informationen indirekte Kontakte gegeben. Er nannte das „erste Zeichen der Hoffnung, der Zuversicht“.
Iran droht mit Angriffen auf US-Universitäten
Der Iran drohte mit Angriffen gegen US-Universitäten in der Region als Vergeltung für die mutmaßliche Bombardierung iranischer Universitäten.
Wenn die US-Regierung wolle, dass ihre Universitäten in der Region von Vergeltungsmaßnahmen verschont bleiben, müsse sie bis Montag 12 Uhr mittags Teheraner Zeit die Bombardierung von Universitäten verurteilen, zitierte die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur „Fars“ auf der Plattform X eine Erklärung der iranischen Elitestreitmacht.
Nach iranischen Angaben waren zuvor die Technische Universität Isfahan und die Universität für Wissenschaft und Technologie in Teheran Ziel von Bombardierungen geworden. Über Opfer gab es keine Angaben.
Iran lässt pakistanische Schiffe durch Straße von Hormus
Der Iran lockert nach pakistanischen Angaben für bestimmte Schiffe seine Blockade der für die Energieversorgung wichtigen Straße von Hormus.
„Die iranische Regierung hat zugestimmt, 20 weiteren Schiffen unter pakistanischer Flagge die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu gestatten“, teilte Pakistans Vize-Premierminister und Außenminister Ishaq Dar auf X mit.
Nach seinen Worten werden täglich zwei dieser Schiffe die Meerenge passieren. Dar sprach von einem bedeutenden Schritt in Richtung Frieden.
Der Schritt wird von Beobachtern als vertrauensbildende Maßnahme im Rahmen der Vermittlungen zur Deeskalation im Nahen Osten gesehen.
Weitere US-Marines im Nahen Osten eingetroffen
Mehr als 3.500 US-Seeleute und Marines an Bord der USS Tripoli sind im Nahen Osten eingetroffen, während das Pentagon seine Truppenpräsenz in der Region weiter verstärkt.
Das US-Zentralkommando (CENTCOM) teilte am 28. März mit, dass die USS Tripoli ihr Zuständigkeitsgebiet erreicht habe. Das amphibische Angriffsschiff dient als Flaggschiff der Tripoli Amphibious Ready Group und der 31st Marine Expeditionary Unit, einer kombinierten Streitmacht, die aus Land-, Luft- und Seestreitkräften besteht.
Als eines der neuesten und leistungsfähigsten amphibischen Angriffsschiffe der US-Flotte ist die USS Tripoli dafür ausgelegt, eine größere Luftflotte aufzunehmen, darunter F-35-Stealth-Kampfflugzeuge, V-22-„Osprey“-Tiltrotor-Flugzeuge und andere Kampfflugzeuge. Sie war in Japan stationiert, bevor sie vor knapp zwei Wochen den Befehl erhielt, in den Nahen Osten zu verlegen.
Laut CENTCOM bringt die „Tripoli“ neben den an Bord befindlichen Marines auch Transportflugzeuge, Kampfflugzeuge und amphibische Angriffskapazitäten in die Region.
Die „USS Boxer“, ein weiteres amphibisches Angriffsschiff, wurde zusammen mit der 11. Marine Expeditionary Unit ebenfalls von San Diego aus in die Region beordert.
CENTCOM gab keine weiteren Details darüber bekannt, wo die zusätzlichen US-Streitkräfte stationiert werden sollen.
Die iranische Hauptstadt Teheran ist am frühen Sonntagmorgen von heftigen Explosionen erschüttert worden.
Wie ein AFP-Reporter berichtete, waren um 7.20 Uhr (Ortszeit, 5.50 Uhr MESZ) im Norden der Stadt mindestens zwei Detonationen zu hören, während die Luftabwehr im Einsatz war. Es war nicht ersichtlich, welche Orte getroffen wurden.
Erneut Angriffe auf Golfstaaten
Unterdessen dauern die iranischen Gegenangriffe an. Mehrere Golfstaaten meldeten erneut Schäden nach Angriffen aus dem Iran.
- In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde bei einem iranischen Raketen- und Drohnenangriff ein Metallwerk schwer beschädigt. Das Werk befindet sich in der Khalifa Industrial Zone Abu Dhabi. Es gab Verletzte.
- In Bahrain sind zwei Mitarbeiter des Aluminiumwerks Alba bei Luftangriffen verletzt worden.
- Die Armee von Kuwait meldete ebenfalls „feindliche Raketen- und Drohnenangriffe“, diese wurden und werden abgefangen. Einige der gestrigen Angriffe hätten auf die Umgebung des internationalen Flughafens von Kuwait gezielt und erhebliche Schäden am Radarsystem verursacht. Verletzte gebe es nicht.
- In Katar wurden mehrere aus dem Iran gestarteten Drohnen abgefangen.
- In der kurdischen Autonomieregion im Norden des Iraks wurde die Residenz des Präsidenten Nechirvan Barsani angegriffen.
- In der Region Kurdistan wurde laut „Rudaw“ mehr als ein halbes Dutzend Drohnenangriffe registriert. Bislang hat sich niemand zu den Angriffen bekannt.
Mit Material der Nachrichtenagenturen











