Die Entscheidung darüber, ob Christian Kern am 7. März beim SPÖ-Parteitag gegen Andreas Babler kandidiert, sei noch nicht gefallen, sagt die Kronen Zeitung, obwohl der mächtige SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig seine Unterstützung für Babler kundgetan hat.
Ludwig ortet Kern in der Privatwirtschaft
Wie berichtet, sagte Ludwig in einem Oe24-Gespräch:
Also ich lese mit großer Aufmerksamkeit Interviews von Christian Kern, wo er in regelmäßigen Abständen immer betont, wie wichtig ihm seine Funktion in der Privatwirtschaft ist, wo er auch sehr erfolgreich tätig ist. Daher schenke ich seinen Worten auch Glauben und gehe davon aus, dass er das auch beibehalten wird, seine sehr erfolgreiche Tätigkeit in der Privatwirtschaft.
“Bereit für ein aufregende Jahr”
Wie schnell sich Meinungen von Politikern ändern können und die Wahrheit bei Politikern eine Tochter der Zeit ist, haben die Österreicher schon oft erlebt. Für die Krone ist Kern als künftiger SPÖ-Chef jedenfalls noch nicht Geschichte, sondern dieser sei bereit für ein „aufregendes Jahr“, wie sie schreibt.
Entscheidung noch im Jänner
Aufgeschnappt habe man dies bei einer Party von Christian Kern in der Wiener Innenstadt, wo der Ex-Bundeskanzler den 60. Geburtstag feierte. Und wo „vernehmbar“ gewesen wäre, dass Kern tatsächlich an einem Comeback basteln würde. Noch im Jänner soll die Katze aus dem Sack sein. Bei einem Ja zum Antreten müsste Kern dann bei der Sitzung des Bundesparteivorstands am 13. Februar auch schon die erste Abstimmung gewinnen und eine einfache Mehrheit der in Summe 51 Vorstandsmitglieder von seiner Kandidatur überzeugen.
Krone als Kerns Wegbegleiter
Die Krone tut inzwischen alles, um ihrem „Wunschkandidaten“ für den SPÖ-Vorsitz als Wegbegleiter zu dienen. Im Kommentar von Chefredakteur Klaus Herrmann heute, Sonntag, beschreibt dieser den Zustand der Roten als „planlos“, erinnert aber an die Plan-A-Rede von Kern vor neun Jahren in Wels, wo der damalige Boss der Genossen ein regelrechtes Feuerwerk an neuen Ideen für Arbeitswelt, Wirtschaft, Bildung und Zusammenleben, die Österreich wieder an die Spitze bringen hätten sollen, gezündet habe. Die Krone applaudiert also weiterhin einem Mann zu, von dem sie glaubt, dass er – wie der Phönix aus der Asche – die Partei vor dem endgültigen Niedergang retten könnte.