Israel und der Libanon werden laut US-Präsident Donald Trump heute zu Gesprächen auf höchster Ebene zusammenkommen. Der Iran drohte mit einer Ausweitung der Seeblockade auf das Rote Meer, zeigte sich aber zugleich offen für weitere Verhandlungen.
Die Hoffnung auf eine Verhandlungslösung zwischen den USA und dem Iran ließ die Aktienkurse an der Wall Street am Mittwoch steigen, während der Rohölpreis sank.
Die Entwicklungen im Nahen Osten am 16. April:
Pakistan setzt seine Vermittlungsbemühungen fort
Die US-Regierung ist guter Dinge, dass es zu einem „Deal“ kommen könne, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses in Washington. Es gebe Anzeichen für eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran.
Eine zweite Gesprächsrunde würde „sehr wahrscheinlich“ wieder in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad stattfinden, sagte Leavitt.
Pakistan setzte derweil seine Vermittlungsbemühungen fort. Eine vom pakistanischen Armeechef Asim Munir angeführte Delegation wurde gestern in Teheran vom iranischen Außenminister Abbas Araghchi empfangen.
Iran droht mit Blockade des Roten Meeres und Angriffen auf US-Schiffe
Irans Armeekommandeur Ali Abdollahi drohte laut dem Staatsfernsehen, falls die USA ihre am Montag begonnene Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus fortsetzten, würden die iranischen Streitkräfte „keinerlei Exporte oder Importe durch den Persischen Golf, den Golf von Oman und das Rote Meer zulassen“.
Der Militärberater von Irans oberstem Führer Modschtaba Chamenei, Mohsen Resai, drohte zudem mit Angriffen auf US-Schiffe in der Straße von Hormus.
„Ihre Schiffe werden von unseren ersten Raketen versenkt werden und stellen eine große Gefahr für das US-Militär dar“, sagte Resai im Staatsfernsehen. „Sie können definitiv unseren Raketen ausgesetzt werden, und wir können sie zerstören.“
Israel fordert Entwaffnung der Hisbollah
Israels Regierungschef Netanjahu sagte, man führe Verhandlungen mit dem Libanon. Dabei gehe es um zwei zentrale Ziele, erklärte der Ministerpräsident: Die Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz „und zweitens einen dauerhaften Frieden. Frieden durch Stärke.“
Die libanesische Regierung, die keine Partei in dem andauernden Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ist, will eine Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden Libanons erreichen.
Fachleute: Iranisches Nuklearprogramm nicht komplett vernichtet
Nach Angaben von Fachleuten haben die US–israelischen Angriffe dem iranischen Nuklearprogramm schwere Schäden zugefügt – es jedoch nicht komplett vernichtet.
Spencer Faragasso vom Institute for Science and International Security, sagt: „Insgesamt hat dieser Konflikt das iranische Atomprogramm erheblich zurückgeworfen.“ Es werde „viel Zeit, Investitionen und Ressourcen erfordern, all diese verlorenen Fähigkeiten wiederherzustellen“.
Ein Teil des Bestands an hoch angereichertem Uran wird weiterhin in den Tunneln am Standort Isfahan im Zentrum des Landes vermutet. Mindestens 220 Kilogramm des auf 60 Prozent angereicherten Urans solle in dem unterirdischen Tunnelkomplex in Isfahan gelagert sein, sagt Faragasso.
„Der Verbleib der anderen Hälfte ist unklar, aber wir glauben, dass sie unter den Trümmern in Fordo vergraben ist.“ Die Atomanlage Fordo liegt ebenfalls im Zentrum des Landes.
Die Entsendung von Bodentruppen, um diese Uranvorräte zu beschlagnahmen, wäre ein sehr komplizierter und gefährlicher Einsatz. Diskutiert wird darüber, wie das hochangereicherte Uran stattdessen auf friedlichem Weg aus dem Iran geholt werden könnte.
Mit Material von Nachrichtenagenturen












