Das Videot mit Scott Ritter (ehemaliger UN-Waffeninspektor, US-Marine-Intelligence-Offizier und Autor) und Glenn Diesen analysiert den Telefonanruf von US-Präsident Donald Trump bei Russlands Präsident Wladimir Putin am 9. März 2026.
Der Anruf – der erste seit Dezember 2025 – fand inmitten des eskalierenden US-israelischen Kriegs gegen Iran statt (seit Ende Februar 2026).
Ritter sieht darin einen verzweifelten Versuch Trumps, einen Ausweg („Off-Ramp“) aus dem Konflikt zu finden, während Putin strategisch die Oberhand behält.
Der folgende ausführliche Artikel fasst Ritters Kernargumente zusammen, ergänzt um den aktuellen Kontext (Stand 12. März 2026) und baut auf den offiziellen Statements (Kreml: „frank and businesslike“, Trump: „very good call“) auf.
Trump ruft Putin an – verzweifelter Griff nach einem Ausweg im Iran-Krieg
Der Konflikt im Nahen Osten hat sich dramatisch zugespitzt:
Seit dem US-israelischen „Dekapitierungsangriff“ Ende Februar 2026 auf iranische Führung und Militär (einschließlich der Tötung des Obersten Führers Ali Khamenei) hat Iran mit massiven Raketenangriffen, Drohnen-Schwärmen und der effektiven Schließung der Straße von Hormus geantwortet.
Der Schiffsverkehr durch diese kritische Öl-Chokepoint (ca. 20 % des globalen Ölhandels) ist fast zum Erliegen gekommen – von täglich 60 Tankern auf fast null.
Ölpreise explodieren, die globale Wirtschaft gerät in Panik, und US-Truppen erleiden Verluste (140 Verwundete gemeldet, oft Bagatellen).
Trump behauptet öffentlich, die USA hätten „gewonnen“ und bombardierten „5.500 Ziele“, doch die Realität zeigt: Iran bricht nicht zusammen, Regimewechsel scheitert, und der Krieg zieht sich hin.
In dieser Lage initiierte Trump den Anruf bei Putin – ein Zeichen von Schwäche, wie Ritter betont.
Der Kreml beschreibt das Gespräch als „frank and businesslike“ (offen und sachlich), dauerte etwa eine Stunde und drehte sich um Vorschläge Putins für eine schnelle diplomatische Beendigung des Iran-Kriegs (nach Kontakten mit Golfstaaten und Irans Präsident Masoud Pezeshkian).
Trump selbst sprach von einem „very good call“ und betonte, Putin wolle „helpful“ sein – drehte den Spieß aber um und forderte Putin auf, erst den Ukraine-Krieg zu beenden.
Russlands strategische Meisterschaft: Diplomatie statt Eskalation
Ritter erklärt, warum Russland die diplomatische Tür trotz Provokationen (z. B. mutmaßliche CIA-Drohnenangriffe auf Putin im Dezember 2025, britische Storm-Shadow-Angriffe auf russische Ziele via Ukraine) offen hält:
Es ist pure Strategie.
Direkte Vergeltung (z. B. Angriffe auf britische Storm-Shadow-Fabriken) würde nur politische Gegner wie Keir Starmer (UK) oder Friedrich Merz (Deutschland) stärken und sie zu „Kriegsführern“ machen.
Stattdessen lässt Russland Europa kollabieren: Britische Politik im Chaos, deutsche Wirtschaft am Boden durch Energiekrise – Russland gewinnt, ohne Finger krumm zu machen.
Der Iran-Krieg verstärkt das: Die Schließung der Straße von Hormus hebt Öl-Sanktionen gegen Russland de facto auf – russisches Öl wird nun zu Marktpreisen (80+ Dollar/Barrel statt 23 Dollar Rabatt) verkauft, was den russischen Haushalt massiv entlastet.
Putin muss nichts tun – Trump ruft an und braucht Russland als Vermittler zu Iran.
Ritter: Russland sitzt am längeren Hebel.
Es kann Druck auf Teheran ausüben (z. B. Mäßigung), aber nur gegen US-Konzessionen in der Ukraine (z. B. modifiziertes Minsk/„Alaska“-Deal mit zusätzlichen Territorien, Pufferzonen).
Russland diktiert Bedingungen – Trump braucht einen „Deal“, um als Friedensstifter (Nobelpreis?) dazustehen.
Kein militärischer Ausweg für USA – Iran diktiert das Tempo
Ritter zerlegt Trumps Drohungen („20-mal härter zuschlagen“, wenn Hormus blockiert bleibt) und westliche Fantasien (Frankreichs „defensive Mission“).
Brutale Öffnung der Straße erfordert Landung (z. B. Kharg- oder Qeschm-Inseln, 80.000 Marines an der Küste) – unmöglich ohne Monate Vorbereitung, enorme Verluste durch iranische Ballistik/Drohnen und logistische Katastrophe.
USA haben weder Truppen noch Munition (Präzisionswaffen knapp nach Gaza-Unterstützung).
Iran hat Schiffe evakuiert – US-Bomben treffen leere Hallen.
Es bleibt bei „War Porn“: Bomben auf Zivilziele (Krankenhäuser, Schulen), was völkerrechtswidrig ist und Iran nur stärkt.
Potenzielle Verbündete ziehen zurück:
Kurden und Aserbaidschan (humanitäre Hilfe statt Angriff), Saudi-Arabien ignoriert Lindsey Grahams Drohungen (eigene Infrastruktur vulnerabel).
Iran hat bewiesen: Es kann zurückschlagen, ohne zusammenzubrechen.
Globale Konsequenzen: Ende der US-Hegemonie?
Ritter sieht eine massive strategische Niederlage der USA.
Ballistische Abwehr enttarnt (nicht gegen Iran, erst recht nicht gegen China), Asien-Verbündete (Südkorea, Japan, Taiwan) zweifeln an US-Schutz – China gewinnt in Südchinesischem Meer/Taiwan.
Ukraine: Russland diktiert Frieden.
Mittlerer Osten: USA vertrieben, Iran regionaler Hegemon.
Israel bleibt (Putin sieht es als „russische Extension“), doch Druck auf Atomprogramm wächst – möglicher Deal: Iran gibt hochangereichertes Uran ab, Israel öffnet Programm.
Russland agiert legal: Neues strategisches Abkommen mit Iran legitimiert harte Haltung gegen Golfstaaten (Lavrov kritisiert sie scharf).
Putin spielt Trump aus – bietet Mediation, aber nur zu russischen Bedingungen.
Fazit: Trump blufft, Putin gewinnt
Der Anruf zeigt: Der Iran-Krieg ist für USA verloren – Iran kontrolliert Eskalation, Russland profitiert.
Trump sucht verzweifelt einen „Deal“, um Gesicht zu wahren („Friedenspräsident“), doch Putin diktiert.
Der Westen kollabiert wirtschaftlich, der globale Süden (BRICS+) stärkt sich.
Ritter: „Russland spielt Trump wie ein Instrument – und gewinnt auf allen Fronten.“
Der Krieg endet, wenn Iran will – nicht früher.