Die USA und Israel hatten am 28. Februar eine massive Welle von Luftangriffen gegen die Islamische Republik gestartet. Als Reaktion greift der Iran seither Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Militäreinrichtungen in der Region an.

Beide Staaten fliegen neue Angriffswellen, auch die Hisbollah greift an. Angesichts der Angriffe auf  Saudi-Arabien haben die USA einen Teil ihrer dortigen Botschaftsmitarbeiter angewiesen, das Land zu verlassen. Hier die Entwicklungen vom 8. März.

Alle Entwicklungen im Nahen Osten vom 9. März im Liveticker:

Israelische Armee hat sechs Militärflugplätze im Iran angegriffen

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben am Montag eine Angriffswelle gegen sechs große Militärflugplätze“ im Iran abgeschlossen, die zur „Bewaffnung und Finanzierung“ verbündeter Milizen wie der libanesischen Hisbollah gedient haben sollen. „Zahlreiche Flugzeuge wurden zerstört“, darunter Flugzeuge der zu den Revolutionsgarden gehörenden Kuds-Brigaden und iranische Kampfhubschrauber, teilte die Armee mit. Zudem seien Startbahnen sowie Verteidigungs- und Meldesysteme getroffen worden, die gegen Flugzeuge der israelischen Luftwaffe eingesetzt werden sollten.

Die Angaben bezogen sich offenbar auch auf bereits am Wochenende gemeldete Angriffe auf den Flughafen Mehrabad in Teheran, bei denen die israelische Armee nach eigenen Angaben 16 von den Revolutionsgarden genutzte Flugzeuge zerstörte.

Kreml: Trump und Putin sprechen in Telefonat über Kriege in Ukraine und Iran

US-Präsident Donald Trump und der russische Staatschef Wladimir Putin haben am Montag nach Angaben des Kreml in einem Telefonat über den Irankrieg und den Ukraine-Konflikt beraten. Putin habe eine „rasche politische und diplomatische Lösung des Iran-Konflikts“ gefordert, sagte der Kreml-Berater Juri Uschakow nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen.

Zudem hätten die beiden Präsidenten über die „laufenden bilateralen Verhandlungen unter Beteiligung von Vertretern der Vereinigten Staaten zur Lösung der Ukraine-Frage“ gesprochen. Putin habe „die Vermittlungsbemühungen“ Trumps im Ukraine-Konflikt „positiv bewertet“, sagte Uschakow. Die bisherigen Gesprächsrunden zwischen Vertretern der USA, Russland und der Ukraine brachten allerdings noch keinen Durchbruch.

Washington habe um das Gespräch gebeten, fügte der Kreml-Berater hinzu. Das erste Telefonat zwischen Putin und Trump seit Dezember dauerte seinen Angaben zufolge rund eine Stunde.

„Spiegel“: Iranische Raketenangriffe auf Bundeswehr-Feldlager in Jordanien

Der Iran hat bei seinen Gegenangriffen auf Israel und US-Militäreinrichtungen einem Bericht zufolge auch erneut ein Feldlager der Bundeswehr in Jordanien beschossen. In der Nacht zum Montag seien mehrere ballistische Raketen auf ein Feldlager der Bundeswehr im Osten Jordaniens abgefeuert worden, meldete der „Spiegel“ am Montag. Bei dem Angriff auf den US-Luftwaffenstützpunkt al-Asrak, in dem die Bundeswehr ein kleines Feldlager betreibt, sei niemand verletzt worden.

Laut „Spiegel“ befanden sich zum Zeitpunkt der Angriffe alle Bundeswehrsoldaten in Schutzräumen. Zunächst sei nicht klar, ob Raketen die Militärbasis direkt trafen, oder ob Trümmerteile von abgefangenen Geschossen auf das Gelände niedergingen.

Ein Sprecher des zuständigen Operativen Führungskommandos der Bundeswehr bestätigte die Angriffe auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht. Ein Vorfall werde jedoch derzeit intern untersucht.

In dem Feldlager al-Asrak waren zuletzt rund hundert Bundeswehrsoldaten stationiert. Die Luftwaffe unterstützt von dort aus eine internationale Anti-Terror-Koalition mit Tankflugzeugen. Der Stützpunkt war bereits zu Beginn des Irankriegs beschossen worden.

Trump sieht Irankrieg „so gut wie beendet“

US-Präsident Donald Trump hält den Irankrieg für „so gut wie beendet“. Er begründete dies am Montag in einem Interview mit dem US-Sender CBS mit der militärischen Schwächung des Iran durch die USA und Israel. Er äußerte sich nicht dazu, ob und wann die Vereinigten Staaten und Israel ihre Luftangriffe auf die Islamische Republik einstellen könnten.

Der Iran habe keine Marine, keine Kommunikationsmittel und keine Luftwaffe mehr, sagte Trump. Auch die Raketen des Landes seien fast alle zerstört und iranische Drohnen überall abgeschossen. „Wenn man sich das ansieht, haben sie nichts mehr übrig“, betonte der US-Präsident. „Militärisch gesehen haben sie nichts mehr übrig.“

Krieg im Nahen Osten: Unesco äußert „tiefe Sorge“ um Welterbestätten

Die Unesco hat angesichts des Iran-Kriegs ihre „tiefe Sorge“ um die Welterbestätten im Nahen Osten geäußert. Seit Beginn der Kampfhandlungen am 28. Februar seien „mehrere Stätten von kultureller Bedeutung“ – darunter der Golestan-Palast in Teheran, die Weiße Stadt in Tel Aviv und die römischen Ruinen der libanesischen Stadt Tyros – bei Angriffen getroffen und beschädigt worden, erklärte die UN-Organisation in einer am Sonntagabend veröffentlichten Erklärung. Sie alle gehören zum Unesco-Weltkulturerbe.

Emir von Kuwait verurteilt iranische Angriffe und betont Recht auf Selbstverteidigung

Nach erneuten iranischen Angriffen auf Kuwait hat der Emir des Golfstaates scharfe Kritik an seinem Nachbarland geübt. Kuwait sei von „einem brutalen Angriff durch ein benachbartes muslimisches Land“ getroffen worden, erklärte Scheich Meschal al-Ahmad al-Dschaber al-Sabah am Montag in einer Fernsehansprache. Sein Land habe ein „Recht auf Selbstverteidigung“. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs wurden bei Angriffen auf Kuwait zwölf Menschen getötet.

Kuwait betrachte den benachbarten Iran „als Freund“, sagte der Emir. Dennoch sei der Golfstaat angegriffen worden, „obwohl wir die Nutzung unseres Landes, unseres Luftraums oder unserer Küsten für militärische Aktionen gegen dieses Land nicht gestattet haben und wir dies wiederholt über unsere diplomatischen Kanäle mitgeteilt haben“, fügte al-Sabah hinzu.

Auch die Vereinigten Arabischen Emirate kritisierten, dass sie „auf völlig ungerechtfertigte Weise“ zum Ziel von Angriffen geworden seien. Dennoch werde sich der Golfstaat „an keinen Angriffen gegen den Iran beteiligen“, erklärte der Botschafter der Emirate bei den Vereinten Nationen in Genf, Dschamal Al Muscharach, am Montag. Die Emirate „wollen nicht in einen Konflikt oder eine Eskalation hineingezogen werden“, betonte er.

Putin: Russland offen für Öl- und Gaslieferungen an europäische Länder

Russland hat sich vor dem Hintergrund gestiegener Energiepreise infolge des Iran-Kriegs offen für Öl- und Gaslieferungen an europäische Länder gezeigt. Voraussetzung sei aber eine „langfristige und stabile“ Zusammenarbeit, bei der „kein politischer Druck“ auf Moskau ausgeübt werde, sagte Wladimir Putin am Montag während einer im Fernsehen übertragenen Kabinettssitzung.

„Wir sind bereit, mit den Europäern zusammenzuarbeiten, aber wir brauchen Signale von ihnen, dass sie dazu bereit und willens sind.“

Die Öl- und Gaspreise sind infolge des Iran-Krieges in die Höhe geschnellt. Der Ölpreis stieg erstmals seit fast vier Jahren auf mehr als 100 Dollar (rund 86 Euro) pro Barrel.

Irankrieg: Wadephul zu politischen Gesprächen nach Zypern gereist

Vor dem Hintergrund des Iran-Krieges ist Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) am Montag nach Zypern gereist. Wadephul werde dort noch am Abend politische Gespräche mit dem Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Abdullah bin Sajed Al Nahjan, führen, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin mit.

Am Dienstag will Wadephul demnach in Nikosia weitere Gespräche mit dem zyprischen Außenminister Constantinos Kombos zur Lage im Nahen Osten und in der Golfregion führen. „Unserem EU-Partner gilt in diesen Tagen besondere Solidarität, nachdem das Land in der vergangenen Woche von iranischem Drohnenbeschuss betroffen war“, erklärte die Ministeriumssprecherin. Zudem stünden Themen der derzeitigen zyprischen EU-Ratspräsidentschaft auf der Tagesordnung.

Israel gibt Tötung von Chef einer Hisbollah-Einheit im Südlibanon bekannt

Im Zuge ihrer Offensive gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz hat die israelische Armee den Chef einer im Südlibanon agierenden Hisbollah-Einheit getötet. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sei bei einem Besuch an der Grenze zum Libanon darüber informiert worden, dass der Kommandeur der Hisbollah-Einheit Nasser, Abu Hussein Ragheb, bei einem Angriff in der Nacht getötet worden sei, teilte sein Ministerium am Montag mit.

Trump „nicht glücklich“ über Wahl von Chamenei-Sohn zu neuem iranischen Anführer

US-Präsident Donald Trump hat die Ernennung von Modschtaba Chamenei zum neuen iranischen Anführer kritisiert. Er sei „nicht glücklich“, dass der Sohn des getöteten Ayatollah Ali Chamenei nun geistliches Oberhaupt der Islamischen Republik sei, sagte Trump am Montag der „New York Post“. Wie er nun weiter vorgehen wolle, sagte er nicht.

Trump hatte vergangene Woche gefordert, in die Ernennung des neuen iranischen Anführers eingebunden zu werden. Chameneis Sohn Modschtaba sei „inakzeptabel“ und ein „Leichtgewicht“, sagte der Präsident am Donnerstag in einem Interview. „Wir wollen jemanden, der dem Iran Harmonie und Frieden bringt“, betonte Trump, ohne Namen zu nennen.

Lufthansa verlängert Stopp von Flügen in den Nahen Osten

Wegen des Kriegs im Nahen Osten setzt der Lufthansa-Konzern weiter Flüge in viele Orte der Region aus. Flüge ihrer Fluggesellschaften von und nach Dubai und Abu Dhabi sowie Dammam in Saudi-Arabien blieben „aufgrund der aktuellen Situation im Nahen Osten“ bis einschließlich 15. März ausgesetzt, erklärte das Unternehmen am Montag. Der Flugstopp von und nach Tel Aviv in Israel wird demnach bis zum 2. April verlängert.

Freigabe von Öl-Notreserven: G7-Staaten „noch nicht soweit“

Die G7-Staaten haben eine Freigabe ihrer Ölreserven angesichts der steigenden Energiepreise infolge des Iran-Kriegs vorerst abgelehnt. „Wir sind noch nicht soweit“, sagte der französische Finanzminister Roland Lescure am Montag nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus Deutschland, den USA, Japan, Kanada, Großbritannien und Italien. In den kommenden Wochen sei eine Freigabe aber denkbar.

„Wir haben vereinbart, bei Bedarf alle notwendigen Instrumente einzusetzen, um den Markt zu stabilisieren – einschließlich einer möglichen Freigabe der nötigen Lagerbestände“, sagte Lescure in Brüssel, wo er anschließend an einem Treffen der Finanzminister der Eurogruppe teilnahm.

US-Außenminister Rubio: Der Iran nimmt die Welt „als Geisel“

US-Außenminister Marco Rubio hat dem Iran vorgeworfen, mit seinen Angriffen auf Ziele in mehreren Golfstaaten die ganze Welt „als Geisel“ zu nehmen. „Ich denke, wir sehen gerade alle die Bedrohung, die dieses Klerikerregime für die Region und die Welt darstellt. Sie versuchen, die Welt als Geisel zu nehmen“, sagte Rubio am Montag in Washington.

Zur Begründung verwies der Minister auf die iranischen Angriffe auf Nachbarländer, die sich gegen deren Energieinfrastruktur und Zivilbevölkerung richteten. Die Luftangriffe der USA zielten darauf ab, die Ressourcen des Iran für solche Angriffe zu zerstören, fügte Rubio hinzu: „Und wir sind auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen.“

US-Außenminister Marco Rubio (Archivfoto).

Foto: Janos Kummer/Getty Images

EU zur Ausdehnung von Missionen zum Schutz des Schiffsverkehrs in Nahost bereit

Die EU-Spitzen haben Bereitschaft signalisiert, ihr Missionen zum Schutz von Schifffahrtswegen im Nahen Osten auszuweiten. Ratspräsident António Costa und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen „bekundeten ihre Bereitschaft, diese Maßnahmen weiter anzupassen und zu verstärken, um besser auf die Situation reagieren zu können“, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Erklärung der beiden nach einer Videokonferenz mit Staats- und Regierungschefs aus dem Nahen Osten und der Golfregion am Montag.

Libanon verschiebt Parlamentswahl wegen Kriegs um zwei Jahre

Im Libanon ist die für Mai geplante Parlamentswahl aufgrund des Kriegs zwischen Israel und der vom Iran finanzierten Hisbollah um zwei Jahre verschoben worden. Das Parlament stimmte am Montag für eine Verlängerung seiner Amtszeit um zwei Jahre, wie es in einer Erklärung des Parlamentssprechers und wichtigen Verbündeten der Hisbollah, Nahib Berri, hieß.

Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar ist auch der schwelende Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon wieder eskaliert, nachdem die vom Iran finanzierte Miliz neue Angriffe auf Israel gestartet hatte.

Washington: US-Staatsbürger sollen Südosten der Türkei „jetzt“ verlassen

Die USA haben Staatsbürger im Südosten der Türkei am Montag aufgefordert, die Region umgehend zu verlassen. Die Menschen würden „dringend“ aufgefordert, die Gegend „jetzt“ zu verlassen, teilte die US-Botschaft in Ankara im Onlinedienst X unter Berufung auf das Außenministerium in Washington mit.

Zuvor hatte das Ministerium einen Teil seiner Mitarbeiter im Konsulat im südtürkischen Adana wegen „Sicherheitsrisiken“ angewiesen, die Region zu verlassen. Die „nicht für Notfälle zuständigen“ Beschäftigten und deren Angehörige sollten die Gegend sofort verlassen. Das Konsulat habe seine Dienstleistungen eingestellt.

Der Schritt erfolgte gut eine Woche nach Beginn der US-israelischen Angriffe gegen den Iran. Nicht weit von dem Konsulat entfernt befindet im Süden des NATO-Mitgliedslands Türkei der von der US-Luftwaffe genutzte Militärstützpunkt Incirlik.

Der Reisekonzern TUI hat weitere rund 600 Urlauber zurück nach Europa gebracht. Wie TUI am Montag mitteilte, flogen am Sonntag rund 300 Menschen von den Malediven mit der konzerneigenen TUI Airline nach Manchester in Großbritannien. Darunter seien auch deutsche Touristen gewesen. Ihre Umsteigeverbindungen am Golf hatten nicht funktioniert, sie seien nun mit Direktflügen zurückgebracht worden.

Weitere 300 Urlauber flogen demnach in zwei Maschinen der TUI Airline von Al Ain in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit einem Zwischenstopp im griechischen Heraklion nach Hannover und nach Manchester. Am Sonntagabend begann zudem laut Unternehmen die Rückreise für Gäste des Kreuzfahrtschiffs „Mein Schiff 5“ in Doha.

Mehrere Staaten fliegen Staatsbürger aus der Golfregion aus. Mittlerweile fliegen zahlreiche private Fluggesellschaften wieder.

Ankara: NATO fängt erneut Rakete aus dem Iran über türkischem Luftraum ab

Die NATO hat nach Angaben der Türkei erneut eine ballistische Rakete aus dem Iran im türkischen Luftraum abgefangen. Das Geschoss sei von der Luft- und Raketenabwehr der NATO im östlichen Mittelmeerraum „neutralisiert“ worden, erklärte das Verteidigungsministerium in Ankara.

Raketensplitter seien auf offenem Gelände in der an Syrien angrenzenden türkischen Region Gaziantep niedergegangen. Verletzt wurde demnach niemand.

Bereits am Mittwoch vergangener Woche war eine aus dem Iran abgefeuerte Rakete von einem NATO-Abwehrsystem im Luftraum des Bündnispartners Türkei zerstört worden. Die NATO hatte den Iran umgehend dafür verurteilt, die Türkei „ins Visier zu nehmen“. Die türkische Regierung hatte erklärt, die Rakete habe wohl einen Militärstützpunkt auf Zypern treffen sollen und sei vom Kurs abgekommen.

Deutscher Unifil-Einsatz nicht beeinträchtigt

Die deutsche Fregatte „Nordrhein-Westfalen“ setzt ihren Einsatz im Mittelmeer im Rahmen der UN-Mission Unifil ungeachtet des Krieges unverändert fort. Auf die Frage, ob die Einsatzbereitschaft etwa gegen Drohnenangriffe verstärkt worden sei, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der dts Nachrichtenagentur, dass ein Kriegsschiff, welches im Einsatz sei, immer eine hohe Einsatzbereitschaft rund um die Uhr habe.

Es sei aber klar, dass eine solche Bedrohungslage wie vor Ort etwas mit der Crew mache und man „nochmal zehn Prozent wahrscheinlich oben drauf packt“.

„Aber das Schiff fährt weiter seinen Einsatz und ist natürlich im UN-Rahmen eingebunden“, so der Sprecher. Und da werde es von der UN-Operationsführung geführt und er könne „keine wesentliche Abweichung feststellen, außer natürlich, dass die Lage sich natürlich massiv verschärft hat“.

Die Fregatte war Mitte Februar von Wilhelmshaven aus in Richtung libanesische Küste aufgebrochen und hatte am Wochenende einen Zwischenstopp auf Zypern eingelegt. Sie nimmt regulär an der UN-Friedensmission Unifil teil.

Auswärtiges Amt erwartet keine politischen Kursänderungen im Iran

Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass sich der Kurs des iranischen Regimes nach der von Modschtaba Chamenei zum neuen Obersten Führer nicht signifikant verändern wird.

Zur Stabilität des Regimes könne er keine Prognose abgeben, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes der dts Nachrichtenagentur. „Klar ist aber, dass mit der Wahl von Modschtaba Chamenei, dem Sohn des verstorbenen Revolutionsführers, mit Blick auf den weiteren Kurs des Regimes aus unserer Sicht wohl eher Kontinuität zu erwarten oder davon auszugehen ist, dass es diese gibt.“

„Wir haben wiederholt betont, dass das iranische Volk die Entscheidung zur eigenen Zukunft und vor allem die Entscheidung darüber haben sollte, wer die politische Führung des Landes ist, wer über die politischen Geschicke des Landes bestimmt“, fügte der Sprecher hinzu. Das sei in der Vergangenheit nicht passiert und das passiere auch in diesem Fall nicht.

Putin sichert neuem Obersten Führer Unterstützung zu

Der russische Präsident Wladimir Putin hat dem neu gewählten iranischen Oberhaupt Modschtaba Chamenei Russlands „unerschütterliche Unterstützung“ zugesichert.

Er wolle „unseren iranischen Freunden“ Russlands anhaltende Unterstützung und Solidarität versichern, erklärte Putin in einem Schreiben. Russland bleibe weiterhin ein „verlässlicher Partner“ des Iran.

„Zu einem Zeitpunkt, da der Iran sich einer bewaffneten Aggression ausgesetzt sieht, wird Ihre Amtszeit zweifellos großen Mut und Hingabe erfordern“, schrieb er an Modschataba Chamenei gewandt.

Mehr als 300 Festnahmen in Katar wegen Verbreitung von „Gerüchten“

Im Golfstaat Katar sind mehr als 300 Menschen unter dem Vorwurf festgenommen worden, mit Bildaufnahmen „irreführende Informationen“ verbreitet zu haben.

Die Betroffenen „filmten und verbreiteten Videoclips und veröffentlichten irreführende Informationen und Gerüchte, die die öffentliche Meinung aufwiegeln könnten“, hieß es in einer Erklärung des Innenministeriums. Bei den 313 Festgenommenen handele es sich um Staatsbürger verschiedener Länder.

Andere Staaten in der Region hatte in den vergangenen Tagen ähnliche Schritte unternommen. In Bahrain etwa wurden am Freitag nach Angaben des Innenministeriums vier Menschen festgenommen, weil sie „Falschnachrichten“ zu iranischen Angriffen verbreitet hätten.

Auch in Kuwait gab es Festnahmen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten warnten die Behörden die Einwohner vor der Veröffentlichung „unzuverlässiger Informationen“.

In Saudi-Arabien gab es ähnliche Warnungen. Dennoch zirkulieren im Internet und in Onlinediensten zahlreiche Aufnahmen von Raketen, Drohnen und den Folgen des Krieges.

4. März 2026: die Region Corniche von Doha.

Foto: Karim Jaafar/AFP via Getty Images

Türkei schickt sechs Kampfflugzeuge nach Nordzypern

Eine Woche nach dem Einschlag einer Drohne iranischer Bauart auf Zypern hat die Türkei F-16-Kampfjets in die Türkische Republik Nordzypern entsandt. Die Kampfflugzeuge seien „angesichts der jüngsten Entwicklungen“ verlegt worden, teilte das türkische Verteidigungsministerium mit. Nordzypern wird ausschließlich von der Türkei als eigenständiger Staat anerkannt.

Nach Angaben aus Nikosia wurde die Drohne offenbar nicht aus dem Iran, sondern von der pro-iranischen Hisbollah im Libanon gestartet. Akrotiri liegt im Südteil Zyperns, das Gebiet des gleichnamigen Stützpunkts sowie die Basis Dekelia sind britische Hoheitsgebiete.

Kurz vor dem Drohneneinschlag hatte die britische Regierung der US-Regierung erlaubt, britische Militärstützpunkte im Iran-Krieg zu nutzen.

Internet im Iran seit 10 Tagen blockiert

Das Internet im Iran ist mittlerweile seit 10 Tagen nicht erreichbar. Das teilt NetBlocks auf der Plattform X mit:

Aserbaidschans Grenzübergänge wieder für Lkw passierbar

Aserbaidschan öffnet wieder seine Grenze nach Iran. Diese war nach den Drohnenvorfällen in der vergangenen Woche geschlossen wurden. Damit ist der Frachtverkehr wieder möglich. Der Grenzübergang liegt an einer der kürzesten Landverbindungen zwischen dem Iran und Russland.

Die Angriffe Israels und der USA auf Ziele im Iran gehen weiter.

Die Angriffe Israels und der USA auf Ziele im Iran gehen weiter.

Foto: Uncredited/Vantor/AP/dpa

Gaspreis steigt um 30 Prozent

Gaspreis: Am Montagmorgen sprang der der niederländische TTF-Kontrakt, der als wichtigster europäischer Referenzwert gilt, rund 30 Prozent in die Höhe und notierte zeitweise bei 69,70 Euro. Grund ist die faktische Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran und der Produktionsstopp von Flüssigerdgas in Katar wegen iranischer Raketenangriffe.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 war der Preis erheblich stärker gestiegen – damals lag er teils deutlich über 100 Euro und in der Spitze bei fast 340 Euro.

Für die meisten Haushalte hat der aktuelle Anstieg des Gaspreises zunächst keine direkten Auswirkungen, da sie länger laufende Verträge haben. Preisänderungen an der Börse kommen erst mit Verzögerung bei Bestandskunden an.

Trump: Teures Öl ist „geringer Preis“ angesichts Irans Atomprogramm

US-Präsident Donald Trump schreibt auf der Plattform Truth Social: „Die kurzzeitigen Ölpreise, die nach der Beseitigung der nuklearen Bedrohung durch den Iran rapide sinken werden, sind ein sehr geringer Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt“.

Die USA haben nach Angaben von Energieminister Chris Wright nicht vor, Irans Ölindustrie anzugreifen. „Die USA zielen nicht auf die Energieinfrastruktur ab“, sagte Wright dem Sender CNN.

Wright sagt, dass die angespannte Preissituation höchstens ein paar Wochen andauern werde. „Es gibt in der gesamten westlichen Hemisphäre keine Energieknappheit“. Öltanker, die in der Golfregion fest säßen, könnten möglicherweise Geleit vom US-Militär erhalten.

Die Energiepreise würden „nicht viel höher steigen, als sie jetzt sind, denn die Welt ist sehr gut mit Energie versorgt“, sagte Wright im Sender CBS. Bei den Preisanstiegen handele es sich lediglich um „emotionale Reaktionen und die Angst, dass es sich um einen lang dauernden Krieg handelt“, sagte der Minister. „Dies ist kein lang dauernder Krieg.“

US-Finanzminister Scott Bessent sagte, die Regierung erwäge die Aufhebung von Sanktionen auf russisches Öl.

Eigentum von Exil-Iranern beschlagnahmen

Die iranischen Behörden wollen offenbar Vermögenswerte von Exil-Iranern beschlagnahmen, „die dem Feind zustimmen, begleiten und mit ihm kooperieren“. Demnach sind „weitere Strafen“ möglich, wenn im Ausland befindliche Iraner den „aggressiven Feind unterstützen“, hieß es am Montag auf der Justiz-Website Misan, die sich auf Angaben der Generalstaatsanwaltschaft berief.

Misan verwies auf ein Gesetz, das nach dem zwölftägigen Krieg im vergangenen Juni gegen Israel verabschiedet worden war.

Israel greift iranische Raketenproduktion an

Bei den ersten Angriffen der israelischen Luftwaffe am Montag seien „eine Raketenproduktionsstätte und mehrere Abschussstandorte für ballistische Langstreckenraketen“ getroffen worden, hieß es in einer Mitteilung des Militärs.

Des Weiteren seien das Hauptquartier der „Inneren Sicherheit“ in Isfahan, eine Polizeieinrichtung und andere Einrichtungen getroffen worden, die von den Revolutionsgarden und der paramilitärischen Basidsch-Miliz genutzt würden, teilte das israelische Militär weiter mit. Diese seien ein zentraler Bestandteil „der Unterdrückung der iranischen Bevölkerung“.

Auch Luftangriffe auf südliche Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut wurden ausgeführt – gegen die Hochburgen der pro-iranischen Hisbollah. Mindestens drei Angriffe seien ausgeführt worden. Viele Einwohner hatten zuvor das Gebiet verlassen.

Ein Sprecher der israelischen Armee hatte angekündigt, dass die Streitkräfte Niederlassungen der mit der Hisbollah verbundenen Finanzinstitution Al-Kard Al-Hassan angreifen werde.

Offenbar auch Sprechchöre gegen Modschtaba Chamenei

In der iranischen Hauptstadt Teheran sind neben Rufen der Freude kurz nach der Ernennung des neuen obersten Anführers offenbar gegen ihn gerichtete Sprechchöre zu hören gewesen. Das geht aus einem kurzen Video hervor, das in den sozialen Medien veröffentlicht wurde.

In der Filmaufnahme, die nachts aus dem Fenster eines Gebäudes gefilmt wurde, sind weibliche Stimmen zu hören, die auf Persisch „Modschtaba soll sterben“ rufen. Im Hintergrund sind religiöse Gesänge zu hören. Die Nachrichtenagentur AFP konnte vorerst nicht feststellen, wo die Aufnahme gemacht wurde oder ob ähnliche Sprechchöre auch andernorts zu hören waren.

Bahrain: Wichtiger Raffinerie-Komplex angegriffen

Der Golfstaat Bahrain ist in der Nacht erneut zum Ziel iranischer Angriffe geworden, darunter die Insel Sitra. Wie die Nachrichtenagentur „Bahrain News Agency“ im Onlinedienst X berichtete, wurde auch der bedeutende Raffinerie-Komplex Al Ma’ameer „infolge der iranischen Aggression“ getroffen und beschädigt.

Mehrere Häuser wurden beschädigt, Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten zwei laute Explosionen auf Sitra. Es wird von mindestens 32 Verletzten gesprochen, unter den Schwerverletzten seien auch Kinder, teilte das Innenministerium mit.

Zum Angriff auf die Erdöl-Raffinerie Al Ma’ameer berichtete die „Bahrain News Agency“ weiter, die zuständigen Behörden hätten bereits mit der Brandbekämpfung begonnen.

Der Raffinerie-Betreiber, der staatliche Energiekonzern Bapco, machte höhere Gewalt geltend. Die Aktivitäten des Unternehmens seien „von dem anhaltenden regionalen Konflikt im Nahen Osten und dem jüngsten Angriff auf seinen Raffineriekomplex“ betroffen.

Börsen in Japan und Südkorea eingebrochen

Ein rasanter Anstieg des Ölpreises über die Marke von 100 US-Dollar sorgt für Panikverkäufe an den Börsen in Asien. Die ostasiatischen Volkswirtschaften sind besonders auf den Import von Öl angewiesen.

Am 9. März 2026 in Tokio, Japan, gezeigt wird der Nikkei 225-Aktienindex. Der Index fiel im Vormittagshandel um bis zu 7 Prozent, weil die Rohölpreise auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen waren – nachdem bekannt wurde, dass der Iran Modschtaba Chamenei zu seinem neuen Obersten Führer ernannt hatte.

Foto: Tomohiro Ohsumi/Getty Images

Der Preis für die in Europa maßgebliche Nordseesorte Brent zog im frühen Handel zeitweise um gut 20 Prozent auf mehr als 110 US-Dollar je Barrel (159 Liter) an. Am Freitagnachmittag war Brent-Rohöl zur Lieferung im Mai noch mit über 90 Dollar gehandelt worden. Ende Februar waren noch um die 70 Dollar pro Barrel üblich. Auch die Spritpreise sind deutlich angestiegen.

Die Angst vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormus bleibt ein bestimmendes Thema auf dem Ölmarkt. Derzeit passieren kaum noch Schiffe die Meerenge, durch die sonst täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert wird. Sie ist auch sehr wichtig für den Transport von Flüssiggas, etwa aus Katar.

Kurz nach der Ernennung von Modschtaba Chamenei zum Nachfolger seines Vaters als oberster Anführer des Iran hat Teheran Israel laut Staatsmedien mit Raketen angegriffen.

In weiten Teilen von Zentral- und Nordisrael ertönte Raketenalarm, darunter auch in Tel Aviv und Haifa. Laut Polizei gingen an mindestens zwei Orten im Zentrum des Landes Trümmerteile von Abwehrraketen nieder. Später gab die Luftabwehr Entwarnung, die Menschen könnten sich wieder ungehindert bewegen.

Modschtaba Chamenei hat sich bisher laut „Al Jazeera“ nicht in der Öffentlichkeit gezeigt, obwohl die iranische Öffentlichkeit darauf und auf seine erste Rede wartet.

Israel beginnt neue Luftangriffe

Die israelische Armee erklärte am Montag, sie habe im Zentraliran mit einer „weiteren Welle von Luftangriffen gegen Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“ begonnen.

EU spricht mit Regierungschefs aus dem Nahen Osten

EU-Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprechen heute per Videokonferenz mit Staats- und Regierungschefs aus dem Nahen Osten und der Golfregion. Es soll unter anderem um die weitere Unterstützung der EU und ihrer Mitgliedstaaten für die Länder in der Region gehen, sagte eine Sprecherin Costas.

Bei dem Gespräch soll zudem über „Wege zur Beendigung“ des Iran-Kriegs gesprochen werden.

Hisbollah kämpft gegen israelische Hubschrauber

Die Hisbollah-Miliz hat das Feuer auf israelische Armee-Helikopter und Truppen in den Grenzorten Odaisseh und Aitarun im Libanon eröffnet. Rund 16 israelische Hubschrauber seien über die Grenze zu Syrien in den libanesischen Luftraum eingedrungen, erklärte die Miliz. Die Kämpfe dauerten demnach an.

Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von „heftigen Zusammenstößen“ bei Abwehreinsätzen gegen israelische Truppen, die mit Helikoptern in der Umgebung des Ortes Nabi Scheet in Bekaa landeten.

Die israelische Armee äußerte sich bisher nicht zu den Geschehnissen. Das Militär griff am frühen Montagmorgen nach eigenen Angaben auch Infrastruktur der Hisbollah in Beirut an, es gab laute Explosionen in den als Hisbollah-Hochburg bekannten südlichen Vororten. Zuvor wurden die Bewohner der Beiruter Vororte und im Südlibanon aufgerufen, die Gebiete wegen bevorstehender Angriffe zu verlassen.

USA räumen teilweise Botschaft in Saudi-Arabien

Angesichts der anhaltenden Angriffe auf Ziele in Saudi-Arabien haben die USA einen Teil ihrer Botschaftsmitarbeiter in dem Königreich angewiesen, das Land zu verlassen.  Das „nicht für Notfälle zuständige US-Regierungspersonal und deren Familien“ sollten Saudi-Arabien aufgrund von „Sicherheitsrisiken“ verlassen, ordnete das US-Außenministerium an.

US-Bürger im Allgemeinen sollten Reisen in das mit den USA verbündete Königreich „überdenken“, erklärte das Außenministerium weiter.

Die US-Botschaft in Riad war in der vergangenen Woche von Drohnen angegriffen worden. Saudi-Arabien machte den Iran dafür verantwortlich. Teheran bestritt eine Beteiligung an den Luftangriffen.

Saudi-Arabien meldete am Sonntag weitere Drohnenangriffe. Bei der Landung eines Geschosses in der Provinz Al Chardsch seien zwei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt worden.

Saudi-Arabien äußerte scharfe Kritik. Die „verwerflichen iranischen Aggressionen“ gegen Saudi-Arabien sowie weitere arabische und islamische Länder könnten „unter keinen Umständen akzeptiert oder gerechtfertigt werden“, erklärte das Außenministerium in Riad am Montag.

Der französische Präsident Emmanuel Macron reist heute nach Zypern. Mit seinem Besuch wolle er die „Solidarität“ Frankreichs mit dem EU-Partner zum Ausdruck bringen, teilte der Elysée-Palast am Sonntag mit. Macron wird in Paphos den zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides und den griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis treffen.

Huthi begrüßen Ernennung von Modschtaba Chamenei

Die jemenitischen Huthi-Rebellen haben die Ernennung von Modschtaba Chamenei zum Nachfolger seines Vaters als obersten Anführer des Iran begrüßt.

Dass Chamenei die Nachfolge seines bei US-israelischen Angriffen getöteten Vaters Ayatollah Ali Chamenei angetreten habe, sei ein „neuer Sieg für die Islamische Revolution und ein vernichtender Schlag gegen die Feinde der Islamische Republik und die Feinde der Nation“, schreiben die Huthis auf Telegram.

Die Huthis sind wie die islamistische Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah im Libanon Teil der iranischen „Achse des Widerstands“. Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.

Mit Material der Nachrichtenagenturen



Source link